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  • Mi., 28. Februar 2018, 08:26 Uhr
    Schulwegbegleiter der Erich-Kästner-Schule erhielten Zertifikat

    „Echte Helden holen Hilfe“

    Zur Zertifikatsübergabe hatten die Jugendlichen eine Freistunde. Schon seit September sind sie ausgebildete Schulwegbegleiter. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Die vierzehn neuen Schulwegbegleiter der Erich-Kästner-Schule (EKS) sind auf viele Situationen vorbereitet, in denen es brenzlig werden kann, wenn zum Beispiel auf dem Schulweg oder Heimweg im Bus oder im Zug Jugendliche jüngere Mitschüler ärgern oder drangsalieren. Freiwillig hatten sie sich zu Beginn des Schuljahres im September bei einer Umfrage in den 8. und 9. Klassen zu einem zweitägigen Workshop des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) gemeldet. Seitdem sind sie immer im Dienst, wenn sie unterwegs sind, „immer als Mensch anwesend“, wie Jutta Barner-Grüber als Mediatorin die Aufgabe der Schulwegbegleiter beschrieb. Sie hatte den Workshop im Auftrag des VRN geleitet und auch das Ausbildungskonzept für die Schulwegbegleiter nach Erfahrungen an einem runden Tisch vor vierzehn Jahren erarbeitet. Deeskalieren und selbstbewusst auftreten zu können, sei wichtig. Bei der Zertifikatsübergabe am Dienstagvormittag in der Mediothek lobte sie die jungen Leute, zum einen, weil sie im Workshop tolle Beiträge gebracht hatten, aber auch, weil sie so viele waren und unterstützende Gruppen bildeten. „Es hat mir großen Spaß gemacht“, bekräftigte sie ihr Lob. Ein paar Grundregeln der Ausbildung legte sie den Schulwegbegleitern ans Herz: „Ich sehe, wenn jemandem Unrecht geschieht“, lautet ein Leitsatz. Hilfe wird geholt, Erwachsene angesprochen, aber man bringt sich nicht selbst in Gefahr, betonte Barner-Grüber. „Echte Helden holen Hilfe, nur nichts zu tun ist das Schlimmste, was man tun kann“, gab sie den 14- und 15-jährigen Schulwegbegleitern mit auf den Weg. Mit persönlichen Worten verabschiedete sie jeden einzelnen Schulwegbegleiter. Laut Mark Wohlfahrt, stellvertretender Schulleiter, werden diese Workshops in der EKS schon seit acht Jahren angeboten. Eine Lehrkraft der Schule müsse auf Wunsch des Verkehrsverbundes bei den Workshops anwesend sein, erklärte Religions- und Biologielehrerin Christine Negle, die den Schulwegbegleitern auch nach dem Workshop als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Von wirklich schwerwiegenden Ereignissen habe sie noch nicht erfahren. Das verliehene Zertifikat bestätigt die Ausbildung, außerdem erhielten die Schulwegbegleiter als Dankeschön einen Lamy-Füller mit VRN-Gravur und den Leitfaden für die Ausbildung zum Nachschlagen sowie ein hellblaues T-Shirt mit Aufdruck. Die Hemden könnten besonders zu Beginn eines Schuljahres den neuen 5. Klassen Orientierung geben, regte Barner-Grüber an. Die Umgebung wahrnehmen, öfter mal den Blick vom Smartphone zu nehmen, war eine weitere Anregung. Xenia und Kim aus der Klasse 9rd hatten bereits ein Erlebnis mit einem Kind, das im Bus von älteren Schülern drangsaliert wurde, erzählten sie ganz gelassen. Bartlomiej und Lina kommen mit dem Zug aus  Lampertheim, ohne bislang Anlass zum Helfen oder Schlichten gehabt zu haben. Hannelore Nowacki


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