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Do., 25. Juli 2019, 10:25 Uhr
SPD-Sommertour zur Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim Mitte
Ehrenamt mit Einsatzbereitschaft rund um die Uhr
Feuerwehrvereinsvorsitzender Ralf Klotzbach im Gespräch mit Emil im großen Feuerwehrauto. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die SPD-Sommertour führte die große Teilnehmergruppe am sonnigen heißen Montagabend in den Schatten, in einen Gruppenraum der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim Mitte, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt begrüßte die Genossen zur vierten Etappe, noch weitere Touren stehen bevor, teilte er mit. „Auf unsere Feuerwehr ist Verlass, unser Besuch heute dient auch der Anerkennung“, sagte Schmidt und an die Gastgeber der Feuerwehr gerichtet betonte er: „Wir fühlen uns in Lampertheim dank euch sicher“. Eine halbe Million Euro seien für die Feuerwehr im städtischen Haushalt eingeplant, unter anderem die neue Fahrzeughalle - damit die Feuerwehr den Rahmen bekomme, den sie verdiene und für ihre Arbeit benötige. Stadtbrandinspektor (SBI) Klaus Reiber hofft, dass die Halle bis Ende des Jahres zumindest soweit fertiggestellt ist, dass die Container mit wetterempfindlichem Inhalt dort unterkommen können. Beim vor 30 Jahren erbauten Gebäudekomplex im Technischen Zentrum gebe es immer etwas anzupassen, darin waren sich Schmidt, Stadtbrandinspektor Reiber und Wehrführer Thorsten Gutschalk einig. An der SPD-Sommertour nahmen SPD-Mitglieder und Mandatsträger, Erster Stadtrat Jens Klingler mit Frau und auch der kleine Emil teil, der im August stolze drei Jahre alt wird. Später, bei der Besichtigung der Fahrzeughalle mit der langen Reihe roter Feuerwehrautos durfte er am Steuer des riesigen neuen Hilfeleistungstanklöschfahrzeugs Platz nehmen, was Emil zur Freude seines Papas mit großem Interesse und begeistertem Strahlen auskostete. Wissenswertes erfuhr der junge Feuerwehrfan von Ralf Klotzbach, aktiv in der Einsatzabteilung und Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Dieses HTLF-Fahrzeug, wie es im Feuerwehrdeutsch abgekürzt heißt, habe 300.000 Euro gekostet und sei schon bei 278 Einsätzen nützlich gewesen, erfuhr die Besuchergruppe vom Stadtbrandinspektor. In seinem Vortrag gab Reiber einen anschaulichen Überblick über die gesamte ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim Mitte, eindringlich auch seine Schilderung der schwierigen Einsätze, die die letzten Tage und Wochen prägten. Dabei ging es um den Gefahrguttransport der Bahn mit Halt im Bahnhof und parallel dazu die Alarmierung in der Ringstraße mit Menschenrettung. Ohne hohe Drehleiter, die gemietet ist, wäre dies nicht möglich gewesen. Doch sei die eigene, die aus Altersgründen nach 25 Jahren in vier Jahren ausgemustert werden müsse, zurzeit in Reparatur. Ersatzteile für die Fahrzeuge zu bekommen, werde immer schwieriger. Noch ganz frisch in Erinnerung war der Einsatz beim Verkehrsunfall auf der B 44 mit tödlichen Folgen für zwei Mitfahrer. Schweres Gerät sei nötig gewesen, das nicht so häufig eingesetzt werde und zupackende Kameraden. Zu schaffen sei dies alles nur, wenn man gute Leute hat. Neu im Aufgabenbereich und nahezu zeitgleich sei die erfolgreiche Beteiligung an der Räumung der Biedensandbäder gewesen, als beim Tanz der Bässe schwere Unwetter drohten. Und das alles ohne Entgelt in ehrenamtlicher Arbeit – der Einsatzdienst, die Ausbildung, die Übungen und die Wartung der Ausrüstung, wie SBI Reiber betonte. Allein im Juli habe es 38 Einsätze gegeben. Zurzeit hängen 80 Schläuche im Turm, die wegen der defekten Maschine von Hand aufgerollt werden müssten. Wehrführer Gutschalk gab in seinem Bericht deutlich zu verstehen, dass der Haushalt der Stadt Lampertheim durch den ehrenamtlichen Einsatz im Vergleich zu hauptamtlichen Feuerwehrleuten jährlich um 2,5 Millionen Euro entlastet werde. Dabei seien Aufgaben und Einsatzgebiete erweitert – nur noch 14 Prozent seien Brandeinsätze, gegenüber mehr als die Hälfte früher, bei 70 Prozent gehe es um Hilfeleistungen. Zur Unterstützung sei die Lampertheimer Feuerwehr von Darmstadt bis nach Grasellenbach, Mannheim und Viernheim unterwegs gewesen. Klotzbach erläuterte die Aufgaben des Feuerwehrvereins, der in der Jugendarbeit aktiv ist und durch Einnahmen wie beim Tag der offenen Tür in die Ausrüstung investiert, denn nicht alles sei im kommunalen Budget enthalten. In der anschließenden Diskussion und beim geführten Rundgang wurden die Themen vertieft. Unter anderem erfuhren die Besucher auf Nachfrage, dass zurzeit fünf Frauen in der Florianstraße Dienst tun und das Land Hessen sich mit Zuschüssen, wie auch beim Hallenneubau, an den kommunalen Kosten beteilige. Hannelore Nowacki