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    VOGELPARK GROSS-ROHRHEIM: Vorsitzender zieht Bilanz / Erfolgreiches Parkfest und Kampf gegen Vogelgrippe unterstreichen Gemeinschaftssinn / Tägliche Versorgung erfordert professionelle Hilfe

    Ehrenamt stößt an seine Grenzen

    Foto: Vogelschutz- und Zuchtverein Groß-Rohrheim

    GROSS-ROHRHEIM – Der Vogelpark blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück, das von einer starken Gemeinschaftsleistung, aber auch von zunehmenden strukturellen Herausforderungen geprägt war. Im Rahmen des aktuellen Geschäftsberichts zog der erste Vorsitzende eine gemischte Bilanz: Während der Park als Ort der Begegnung floriert, steht die tägliche Versorgung der Tiere vor einem drastischen Umbruch.

    Gemeinschaftssinn in guten wie in schweren Zeiten

    Ein Highlight des vergangenen Jahres war das Parkfest am 15. Juni. Trotz wechselhaften Wetters freute sich der Verein über einen hervorragenden Besuch, wobei besonders der Gottesdienst im Grünen für eine feierliche Atmosphäre sorgte. Doch das Vereinsjahr war nicht nur von Festen geprägt, sondern verlangte den Mitgliedern auch kurzfristiges Krisenmanagement ab, als Ende Oktober die Einstallpflicht wegen der Vogelgrippe angeordnet wurde. Innerhalb kürzester Zeit mussten Volieren mit Planen abgedeckt, Enten, Gänse und Schwäne umquartiert und Teiche geleert werden – ein Kraftakt, der von vielen Helfern sogar an Sonntagen geleistet wurde. „Es ist einfach schön zu sehen, dass man sich in der Not auf die Vereinsmitglieder verlassen kann“, betonte der Vorsitzende dankbar. „Dieser Zusammenhalt ist das Fundament des Parks, doch wir dürfen dieses Engagement nicht überstrapazieren.“

    Appell an die Politik: Minijobs statt reinem Ehrenamt

    Trotz des hohen Engagements stößt das Modell des rein ehrenamtlichen Betriebs bei der täglichen Routine an seine Grenzen. Seit Jahren sucht der Verein vergeblich nach verlässlicher, dauerhafter Unterstützung für den Futterwart. „Ein Vogelpark dieser Größe ist heute rein ehrenamtlich nicht mehr zu erhalten“, so die klare Analyse der Vereinsführung mit Verweis auf umliegende Parks in Lampertheim, Lorsch oder Viernheim. Der Verein hat daher einen offiziellen Antrag bei der Gemeinde gestellt. Gefordert wird eine finanzielle Unterstützung in Höhe von monatlich 1.634 Euro, um zwei Minijob-Stellen für die Tierpflege zu schaffen. Die Aufgaben umfassen die tägliche Fütterung, die Reinigung der Gehege sowie die Instandhaltung der Futterküche.

    Zukunft des Vorsitzes ungewiss

    Die Entscheidung der Gemeinde wird die Zukunft des Parks maßgeblich prägen. Der erste Vorsitzende Lukas Diehl verknüpft seine persönliche Zukunft im Verein direkt mit diesem Thema: Sollte keine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde erfolgen, wird er für eine kommende Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir haben die Problematik im Finanzausschuss und beim Bürgermeister dargelegt. Nun liegt der Ball bei der Politik“, erklärt die Vereinsführung.

    Kontinuierliche Modernisierung

    Abseits der Personalfragen wurde im vergangenen Jahr kräftig angepackt. Neben den monatlichen Arbeitseinsätzen wurden das Futterhaus und die Werkstatt neu gestrichen, Schaukästen erneuert und das Vereinsheim renoviert. Auch in der Jugendarbeit blieb der Park aktiv: Die Ferienspiele am 21. Juli sowie eine dreitägige AG der Grundschule brachten jungen Naturfreunden die Tierwelt näher. zg

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