
LAMPERTHEIM – Fünf schwere Fahrzeuge und schweres Gerät hatten die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) am vergangenen Samstag beim Reiterhof Palm in der Sauerngasse aufgefahren, eine logistische Herausforderung auf unbefestigtem, feuchtem Boden in Nähe des Hollerngrabens. Kein Katastropheneinsatz war zu bewältigen, aber eine groß angelegte Übung mit drei eingerichteten Schauplätzen zur Personenrettung, um im Ernstfall wirksam helfen zu können. Das THW als Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland unter der Regie des Bundesinnenministeriums kann im ganzen Land wie nach der Flut im Ahrtal und auch weltweit zur Hilfeleistung beordert werden. Die Helfer machen es ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Vom THW-Ortsverband Lampertheim waren die 19 Helfer schon in aller Frühe aufgebrochen, nach sechs Stunden war die Übung erfolgreich beendet, alle drei Szenarien konnten abgearbeitet werden, wie THW-Pressesprecherin Ursula Egner-Illius mitteilte.
Foto: Hannelore Nowacki
Ein Förderbandunfall wurde mit einem Dummy, einer Puppe, simuliert. Die besondere Herausforderung war, die eingeklemmte Person zu befreien und zu betreuen. Um das Förderband anheben zu können, wurde zunächst ein Kran aus Rundhölzern gebaut, der ganz ohne Schrauben und Nägel auskam. Die schweren Hölzer wurden durch Seile in der Kreuzbund-Technik mit Rosette zusammengeknüpft und dann mit vereinten Kräften aufgerichtet. Am Ende war die Person befreit und das Förderband zerlegt. Dafür war ein ganzes Arsenal an Gerätschaften vorhanden. Motorsägen surrten, um weiteres Holz passend zu machen. Auf dem Reiterhof Palm spielten an diesem Tag nicht die Pferde die Hauptrolle, die Tiere mit dem flauschigen Winterfell konnten in aller Ruhe abseits des organisierten Trubels ihren Auslauf genießen. Als Therapiepferde haben sie ansonsten wichtige Aufgaben, um Erwachsenen und Kindern mit verschiedenen Einschränkungen und Erkrankungen zu helfen. THW-Pressesprecherin Egner-Illius ist auf dem Reiterhof mit den Örtlichkeiten bestens vertraut, denn sie ist hier als ausgebildete Reittherapeutin tätig. Wichtig für die Übung sei, dass die Helfer außer dem Übungsleiter und Gruppenführern vorab keine Informationen zur Lage haben, so wie auch im Ernstfall mit Überraschungen zu rechnen ist. Übungsleiter Patrick Silberzahn aus der Bergungsgruppe wurde von Leon Trapp und Antonio Ciapetta unterstützt, die in der Funktion als Gruppenführer eingesetzt waren und die Schauplätze präpariert hatten. Eingebunden waren die THW-Jugend und Helfer in der Grundausbildung, die Gelegenheit bekamen einiges zu lernen. Vor Ort war auch der THW-Ortsbeauftragte Dr. Carsten Toppel. Der zweite Schauplatz der Personenrettung war die Scheune, hier lag die Puppe mit Halswirbelsäulenfraktur, die nur liegend transportiert werden durfte. Eine Nebelmaschine simulierte Gas und Rauch, so dass nur die THW-Atemschutzgeräteträger helfen konnten. Die Übung machte die beiden Hunde von Reitpädagogin und -therapeutin Uta Palm neugierig, die sich das Treiben in aller Ruhe ansahen. Die beiden Mischlinge aus Bernhardiner und Berner Sennhund, Mutter und Sohn, mochten gestreichelt werden, wie auch die verschmuste Katze Molly mit flauschigem Fell, die sich für die Ladeflächen der Fahrzeuge interessierte und vor einer Motorsäge keine Angst hat. Im nahen Gatter bekamen die fröhlichen Zwergziegen, die in der Traumatherapie helfen, von der Übung wenig mit. Im Ernstfall müssten die Helfer auch mit den Tieren umgehen können. Zuletzt machten sich die Helfer an die Rettung der eingeklemmten Person unter einem Unimog. Keine leichte Aufgabe, das Fahrzeug auf dem Gefälle und rutschigem Boden anzuheben. Zur Nachbesprechung waren die Drohnenaufnahmen von Übungsleiter Silberzahn nützlich. In der einstündigen Mittagspause kam die Kartoffelsuppe mit Würstchen frisch gekocht vom Stützpunkt des Ortsverbandes.
Hannelore Nowacki





















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