Di., 05. April 2016, 09:19 Uhr
Evangelische Jugend auf Bildungsreise in der Eifel / Flüchtlingsfrage als neues Thema
Ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit geschult

Bei der Bildungsreise der evangelischen Jugend wurde nicht nur gearbeitet – auch ein Ausflug nach Köln stand auf dem Programm. Foto: oh
KREIS BERGSTRASSE – Zur Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Jugendarbeit fuhren die Evangelischen Dekanate Bergstraße und Ried in die Eifel nach Simmerath. Für die Verantwortlichen Jörg Lingenberg, Bruno Ehret, Ulrike Schwahn und Katja Folk stand im Rahmenprogramm der JuLeiKa-Schulung neben den klassischen Inhalten die Flüchtlingsfrage auf dem Programm. Unterstützt wurden sie dabei von Jennifer Böhm, die in Einhausen im Konfirmandenteam mitarbeitet. Für das leibliche Wohl der Teilnehmerschar aus elf Kirchengemeinden sorgten Lissa Anstätt und die Dekanatsjugendvertreter Oliver Guthier, Franziska Fertig und Steffen Wolff.
Die ausverkaufte Veranstaltung bestätigte erneut, dass außerschulisches Engagement bei Jugendlichen nach wie vor angesagt ist. Nicht nur der persönliche Kontakt zu den Jugendreferenten und Seminarleitern, sondern auch, dass sich die Ausbildungsinhalte an der Lebenswirklichkeit der Teens orientiert, ist für viele eine wichtige Ergänzung zum schulischen Alltag.
Neben den Lehrgangsklassikern „Gewaltfreie Kommunikation“, „Gruppendynamik“ oder „Entwicklungspsychologie unter Jugendschutzbestimmungen“ war ein vorherrschendes Thema der Umgang mit Flüchtlingen. Neben den allgemeinen Ängsten kamen dabei auch praktische Erfahrungen zur Sprache. In den Andachten wurde den Menschen gedacht, die oft rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sind und für die herrschenden Machtverhältnisse und deren resultierender Spaltung zwischen arm und reich als „Problem“ herhalten müssen. Bruno Ehret, der als Vorsitzender des Kreisjugendrings das Thema mit Verbänden schon erörtert hatte, machte bei den Arbeitseinheiten noch mal deutlich, dass sich die Jugendarbeit nicht leisten kann, so zu tun, als ob mit einer Grenzschließung das Thema beendet wäre. Denn damit würde bei den europäischen Völkern ein Umdenken bei den Werten stattfinden, die sich nach dem Desaster des Nationalsozialismus als nachhaltig erwiesen hatten.
Die Exkursion des Lehrgangs führte nach Köln – unter anderem auch zum Domvorplatz, der ja seit den Vorkommnissen an Silvester zur lokalen Identität für Übergriffe durch Ausländer geworden ist. Mit einer „Fotostory“ erlebten die Teilnehmer diese Örtlichkeit neu für sich, nach dem Motto: „Köln – für Dich!“ Es macht Mut, mit solchen aufgeklärten Jugendlichen Jugendarbeit zu machen, die sich nicht vorschreiben lassen, vor was sie Angst haben muss.
Wer sich für die Angebote der Evangelischen Jugendarbeit in den Dekanaten Bergstrasse und Ried interessiert, der kann sich mit der Evangelischen Dekanatsjugend in Heppenheim telefonisch unter 06252/6733-51; -47 oder -36 oder in Gernsheim unter 06258/989715 in Verbindung setzen. zg