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  • Do., 02. Februar 2023, 12:58 Uhr
    Erster Polizeihauptkommissar Florian Mohr wird neuer Dienststellenleiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim

    Ein Groß-Gerauer Bremen-Fan für die Polizei im Ried

    Erster Polizeihauptkommissar Florian Mohr ist nun neuer Polizeidienstleiter der Station Lampertheim-Viernheim. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT – Das historische Rathaus in Bürstadt, in dem einst eine Gefängniszelle untergebracht und das Nachbar einer Polizeistation war, durfte am Donnerstag sozusagen zu seinen Wurzeln in diesem Bereich zurückkehren. Die Polizei- und Bürgermeisterprominenz der Region versammelte sich zur Amtseinführung des Ersten Polizeihauptkommissar Florian Mohr als neuer Dienststellenleiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim. Die Polizeidirektionsleiterin des Kreises Bergstraße, Juliane Ries, hieß die Anwesenden willkommen.
    Zu den Aufgaben einer Polizeistation gehören die Aufrechterhaltung der (Straßen-)Sicherheit, Gewaltbekämpfung sowie die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung. Dies würde ermöglicht durch ein intensives Zusammenspiel von allen. Gleichzeitig sei dieses Zusammenspiel auch das, was eine Polizeistation ausmacht. Dazu gehört auch eine starke, verlässliche Führungskraft. Der ehemalige Leiter der Lampertheimer-Viernheimer Polizeistation, Matthias Seltenreich, war eine solche, folgte jetzt aber der „höheren Berufung“ nach Darmstadt und hinterließ große Fußstapfen, die es für Florian Mohr nun zu füllen gilt – beste Voraussetzungen sind aber gegeben. Und auch nach diesem Führungswechsel bliebe die Botschaft für das Volk aber dieselbe: „Wir sind für euch da.”
    Eine Stationsleitung ist sowohl Anlaufpunkt für die Menschen vor Ort als auch Schlüsselstelle für die Zusammenarbeit mit den Nachbarstationen, was hier in der Region auch sehr gut funktionieren würde. Mit diesem Zusammenhalt seien die aktuelle Einbruchsserie, aber auch generelle Krisen, wie die Energiekrise, gut überstehbar. Aktuell herrsche unter den Menschen eine große Unsicherheit, die durch Rahmenbedingungen, wie den andauernden Krieg in der Ukraine, hervorgerufen werde. Zudem würden die Einsatzkräfte ein schwindendes Maß an Respekt erleben, man werde beschimpft, bedroht und bespuckt. Social Media leiste einen großen Beitrag dazu. Aufnahmen von Einsätzen würden geschnitten und bearbeitet werden, sodass ein schlechtes Bild von der Polizei entstehe. Man gestehe sich ein, dass Fehler passieren, aber die Bürgernähe und das Ansprechen von Problemen läge den Ordnungshütern am Herzen, sodass auch gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann. Auch der enorme demografische Wandel wäre im Polizeidienst spürbar. Doch trotzdem: „Die Zahlen sind gut“, wie Florian Mohr es sagen würde, und zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung nach wie vor ein großes Vertrauen in die Polizei hat. Dieses Vertrauen gelte es zu bewahren und fehlendes wieder aufzubauen, was nun ebenfalls Teil von seinen neuen Aufgaben ist.
    Florian Mohr zeichne sich besonders durch sein Engagement aus. Neben dem Polizeidienst, in dem er seit 2002 tätig ist, engagiert er sich politisch, zudem zähle man Verantwortungsbewusstsein, Erfahrung und das Wesen des Teamplayers zu seinen Stärken. Obwohl er aus Groß-Gerau kommt, ist er eingefleischter Werder Bremen-Fußballfan, zudem wandert er gerne. Beides kombinierte er vor zwei Jahren, als er im Rahmen eines Spendenlaufs mit seinem Hund zu Fuß von Dornheim zum Bremer Weserstadion lief und dabei 50.000 Euro sammelte, die er an gemeinnützige Organisationen spendete.
    Bis Ende Januar war er Leiter der Gernsheimer Polizeistation, von wo man ihn auch nur mit schwerem Herzen losließ, so dass er in Lampertheim sein neues Amt antreten konnte.
    Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader berichtete, dass man ihr im Vorfeld versicherte, dass sie trotz des Abschieds von Seltenreich beruhigt sein könne, was sie nun bestätigte: „Ich kann beruhigt sein. Denn nun weiß ich, dass wir einen würdigen Nachfolger haben, der auch wirklich dahinter steht. Es gilt, das Grundbedürfnis des Menschen nach Sicherheit zu stillen und Herausforderungen zu bewältigen und das ist uns mit dieser Zusammenarbeit möglich." Gerade die Jugend gelte es vor Kriminalität und Gewalt zu schützen. Ein Gebiet, auf dem Florian Mohr in seiner Zeit bei der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg als Beteiligter an der Neugründung des Projekts für besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren (BASU21) auch schon Erfahrung sammeln konnte.
    Florian Mohr selbst sagte, er gehe mit freudiger Erwartung, aber auch Demut in seine neue Aufgabe. Die Entscheidung zur Bewerbung sei ihm ebenfalls lange durch den Kopf gegangen. So sei dieser Amtseintritt auch mit viel Googeln verbunden gewesen. „Das erste, was ich gegoogelt habe, war die Länge des neuen Arbeitswegs“, scherzte er. Er ist nun verantwortlich für die Polizeistation Lampertheim-Viernheim, die Lampertheim, Viernheim, Biblis, Bürstadt und Groß-Rohrheim einschließt. 
    „Ehrliche Kommunikation ist die Basis für gute Zusammenarbeit. Ich will mit euch auf allen Ebenen vertrauensvoll zusammenarbeiten und den Menschen in der Region ein Leben in hoher Sicherheitsqualität ermöglichen. Ich freue mich auf die neuem Aufgaben, aber ich behandle sie auch mit Respekt.“, schließt Florian Mohr. Leonie Theil

    Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Björn Gutzeit (r.), führt Florian Mohr (l.) in sein neues Amt als Leiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim ein. Foto: Benjamin Kloos
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