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  • Do., 29. Juli 2021, 09:37 Uhr
    NABU LAMPERTHEIM: Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ an Reitverein Lorsch überreicht 

    Ein Herz und einen Stall für Schwalben

    Der Reitverein Lorsch e.V. wurde am Mittwoch mit Urkunde und Plakette durch die Schwalbenbeauftragte des NABU Lampertheim, Gabriela Pietraß, als schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM/LORSCH – Ein großes Herz für Schwalben hat der Reitverein Lorsch – am Mittwoch wurden die Stallungen des Vereins daher durch den NABU Lampertheim als schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet. „Wir danken für den wertvollen Einsatz und das besondere Engagement im Schwalbenschutz” steht es auf der Urkunde, die Gabriela Pietraß, die Schwalbenbeauftragte des NABU Lampertheim zu diesem Termin mitgebracht hatte. 

    Schwalben gelten als fliegenden Glücksboten, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Noch heute gilt die Schwalbe bei vielen als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist und tief fliegende Schwalben warnen angeblich rechtzeitig vor drohendem Regen. Doch in den letzten 30 Jahren haben sich ihre Zahlen halbiert, heute finden die Glücksbringer leider immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. 

    Neben dem Insektensterben machen Schwalben die klimabedingte Trockenheit im Winterquartier und Extremwetterereignisse auf dem Zugweg zu schaffen. In der von Menschen geprägten Umwelt fühlen sich Schwalben eigentlich wohl. Die Mehlschwalbe mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch und dem tief gekerbten Schwanz nutzt gern die rau verputzten Hauswände mit schützenden Dachvorsprüngen zum Nestbau. Sie brütet gerne in Kolonien. Ein Brett, das einen halben Meter unterhalb der Nester angebrachte wird oder eine gelegentliche Säuberung schaffen Abhilfe gegen Kot und herunterfallendes Nistmaterial.

    Rauchschwalben bevorzugen Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Man erkennt sie an ihrer braunroten Färbung von Kehle und Stirn. Eine Einflugluke reicht der Rauchschwalbe um an unverschlossenen Gebäuden brüten zu können. Früher brütete sie auch an offenen Kaminen und Rauchfängen, was ihr zu ihrem Namen verhalf.

    Ein Lichtblick für die Schwalben: Immer mehr Hausbesitzende setzen sich für den Schwalbenschutz ein! Auf das eigene Engagement kann man mit einer Urkunde und nach außen hin mit der NABU-Plakette aufmerksam machen. Gebäude mit vorhandenen und erhaltenen Nistplätzen für Schwalben werden vom NABU als „Schwalbenfreundliches Haus“ mit einer Plakette ausgezeichnet. 

    „Durch das steigende Engagement leisten wir einen Beitrag, damit sich die Bestände beider Arten weiter stabilisieren und hoffentlich irgendwann auch wieder erholen,“ ermuntert Gabriela Pietraß, die Schwalbenbeauftragte des NABU Lampertheim.  „Ein Leitfaden für Schwalbenschutz oder die Infobroschüre "Sommerboten und Glücksbringer" kann über sie bezogen werden, solange der Vorrat noch reicht. Wer Interesse an Nisthilfen für Mehl-, Rauchschwalben oder Mauerseglern hat, kann diese zum Beispiel über den NABU-Online-Shop beziehen. „Wir hoffen, dass sich auch andere Lampertheimerinnen und Lampertheimer an diesem Vorbild des Reitverein Lorsch orientieren und Mehlschwalben an ihren Häusern und Rauchschwalben in ihren Ställen dulden und damit einen konkreten Beitrag zum Schutz der heimischen Schwalben leisten", hofft Gabriela Pietraß auf viele Nachahmer. Interessenten für Infomaterial rund um den Schwalbenschutz und der Auszeichung „Schwalbenfreundliches Haus” können sich zudem per E-Mail unter info@nabu-lampertheim.de bei der Ortsgruppe NABU Lampertheim melden. Benjamin Kloos

     

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