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  • Mi., 08. Februar 2023, 14:48 Uhr
    FÖRDERUNG: Partnerschaft für Demokratie unterstützt Straßentheaterprojekt des TGV Rosengarten, MIL-Projekt „Lieder mit Haltung“ und Verein Weltladen e. V.

    Ein klares Zeichen für Demokratie, Gleichberechtigung und Kultur 

    Im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ werden drei besondere Projekte gefördert – mit dem Ziel, Demokratie zu stärken und zu fördern. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Es sind drei besondere Projekte, die am Mittwoch mit einem Förderbescheid der Initiative „Partnerschaft für Demokratie“ bedacht wurden und die der Erste Stadtrat Marius Schmidt, Susanne Kolb von der Koordinierungsstelle der Partnerschaft für Demokratie sowie die entsprechenden Projektvertreter vorstellten. Bescheide erhielten die MIL für das neue Projekt „Lieder mit Haltung“, der Verein Weltladen e. V. für ein Informationsprojekt zur „Einen Welt“ sowie der TGV Rosengarten für ein Straßentheaterprojekt am Hessischen Familientag.

    „Seit 2022 besteht die Partnerschaft für Demokratie. Wir fördern aus dem Programm ‚Demokratie leben!‘ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Projekte für Vielfalt – heute drei sehr schöne und neue Projekte, dies es bisher so nicht in Lampertheim gegeben hat“, leitete Marius Schmidt ein. „Danke für den Mut und die Umsetzung. Wir haben noch Fördermittel für dieses Jahr zur Verfügung, weitere demokratiefördernde Aktionen sind daher gerne gesehen.“

    Eine Förderung von 1.200 Euro erhält hierbei der Verein Weltladen e. V.. „Im Rahmen der ‚Fairen Woche‘ standen 2022 die Themen Textilien, Nachhaltigkeit und damit verbunden die Rechte von Frauen in der Textilindustrie im Mittelpunkt. Wir haben uns in diesem Zusammenhang überlegt, diese Themen zu einem Einzelprojekt zu machen, um einen Anstoß zum Umgang mit der Thematik Textilien zu geben, vor dem Hintergrund der Fragestellung, was wir hier vor Ort machen können”, erläuterte Rita Lüling. Am 8. März wird es daher im Rahmen des Internationalen Frauentages von 18 bis 21 Uhr eine besondere Veranstaltung in der Notkirche geben. Zunächst wird der Film „Made in Bangladesh” gezeigt. Dieser erzählt die ergreifende Geschichte einer jungen Textilarbeiterin, der es gelingt, sich gegen Diskriminierung und Widerstände durchzusetzen. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren. Inhaltlich geht es darum, dass die 23-jährige Shimu in einer Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, unter ausbeuterischen Bedingungen arbeitet. Doch sie setzt sich zur Wehr, indem sie, zusammen mit ihren Kolleg:innen, eine Gewerkschaft gründet. Daraufhin übt ihr Ehemann Druck auf sie aus und die Fabrikleitung beginnt ihr zu drohen. Aber Shimu lässt sich nicht entmutigen. 

    Diese persönliche Geschichte passt sehr gut zum Frauentag, im Anschluss an den Film schließt sich ein Mini-Workshop an, an dem auch die studierte Mode- und Textilmanagerin Jennifer Najarian teilnehmen wird. Diese engagiert sich gerade im Bereich Fairness beim Kleiderkauf und steht gerne als Gesprächspartnerin zur Verfügung.

    Lieder mit Haltung

    Mit einer Summe von 6.200 Euro wird ein weiteres besonderes Projekt gefördert: „Lieder mit Haltung” heißt es am 12. Oktober im Schwanensaal, wenn die MIL zu einem ganz besonderen Konzert einlädt – bei freiem Eintritt, aber mit vorheriger Anmeldung. 

    MIL-Projektleiter Hans-Peter Stoll erläuterte das Konzept des Konzertes, welches 2019 entwickelt, aber aufgrund der Pandemie seither nicht umgesetzt werden konnte: „Viele Künstler haben eine Haltung zu gesellschaftlichen Themen und bringen diese in Liedern zum Ausdruck. Wir spielen ebensolche Lieder aus verschiedenen Zeiten und Stilen und verschiedenen Künstlern.” Viele Zuhörer werden überrascht sein, wie viele tolle Botschaften in den Liedern stecken. Zum gesanglichen Vortrag wird es auch ein Programmheft geben, mit Texten aber auch den politischen Hintergründen des Liedes, wobei die englischen Songs in Deutsch übersetzt sind. Die Moderation übernimmt Hans-Peter Stoll, der ergänzte, dass es innerhalb des Programms auch zu einem demokratischen Prozess kommen wird: Denn die Zuhörer können aus drei Songs wählen, welchen sie hören möchten. Informationen zur Anmeldung für dieses Konzerthighlight folgen rechtzeitig im Vorfeld des Konzertes. 

    Straßentheater für alle

    Kultur hautnah, zum Miterleben und vor allem auch zum Mitmachen verspricht das dritte Projekt, welches mit 8.000 Euro gefördert wird: Anlässlich des Hessischen Familientages am 15. Juli in Lampertheim wird der TGV Rosengarten ein besonderes Straßentheaterprojekt umsetzen. In Eigenproduktion erstellt soll das Stück – oder vielleicht ja auch mehrere Stücke – an diesem Tag an verschiedenen Spielorten im öffentlichen Raum aufgeführt werden, unter anderem auf den drei Bühnen zwischen Europaplatz und Stadtpark, aber auch auf der Straße selbst. Eingeladen zur Teilnahme sind alle ab 16 Jahren, ob aus Lampertheim oder der Umgebung, die sich an einem szenischen Projekt mit Schauspiel, Tanz, Kreativität und persönliche Erfahrungen einbringen möchten. Inhaltlich könnten die Fragestellungen „Was bringt uns 2023? Was treibt uns in der Gesellschaft um?” im Mittelpunkt stehen, das genaue Thema wird jedoch ebenso wie die Umsetzung gemeinsam erarbeitet und soll den Fokus auf Demokratiefärderung, Diversity und Extremismusprävention legen. Dabei wird Theater als Wagnis und Experiment, ob man überhaupt demokratisches Theater machen kann, gelebt und gesehen. Innerhalb von acht Workshops, die Ende Februar/Anfang März starten, soll zwischen 10 und 16 Uhr unter Anleitung und Begleitung von Oliver Schmitt aus Lampertheim-Rosengarten und Almut Müllmann aus Heppenheim dieses spannende Projekt umgesetzt und realisiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmer, egal welchen Alters ab 16 und welchen Geschlechts, werden gebeten, sich während des Workshops selbst zu verpflegen. Weitere Informationen und Kontakt per E-Mail unter LATheater@mail.de

    Der TGV Rosengarten wird darüber hinaus noch weitere Aufführungen auf den Bühnen des Hessischen Familientages darbieten, weitere Akteure für ein Bühnenprogramm im Rahmen des Familientages sind herzlich willkommen, wie der Erste Stadtrat Marius Schmidt abschließend betonte. Benjamin Kloos

     

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