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  • Mo., 08. Februar 2021, 18:58 Uhr
    KINDERFREUNDLICHE KOMMUNE: Lampertheim mit Siegel ausgezeichnet / Kinderwunschbaum soll errichtet werden

    Ein Ort, an dem Kinder sich wohl und sicher fühlen können

    Die Stadt Lampertheim ist „Kinderfreundliche Kommune” – am Montag nahmen Bürgermeister Gottfried Störmer und der Erste Stadtrat Marius Schmidt das Siegel digital in Empfang. Foto: Stadt Lampertheim


    LAMPERTHEIM – Es ist ein wichtiger Schritt für die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Lampertheim, ein weiterer Schritt dazu, dass sich Kinder in der Spargelstadt wohl und sicher fühlen können und in die Entwicklung der Stadt mit eingebunden werden: Lampertheim wurde am Montag mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune” ausgezeichnet. 

    Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. Mit dem Erhalt des Siegels bekennt sich Lampertheim dazu, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und stellt sich zugleich einem regelmäßigen Prüfverfahren. Es ist Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Stadt zu mehr Kinderfreundlichkeit und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichneten der Verein und die Stadt am 23. Mai 2019. Seitdem erfolgte eine Bestandsaufnahme zur Verwirklichung der Kinderrechte in Lampertheim. Darauf aufbauend wurde der Aktionsplan erarbeitet. Lampertheim erhält als fünfte hessische Kommune das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Außerdem haben bereits Hanau, Taunusstein, Oestrich-Winkel und Witzenhausen das Siegel erhalten. 

    „Wir freuen uns, dass wir für die bisher geleistete Arbeit das Siegel als ‚Kinderfreundliche Kommune‘ erhalten, dies erfüllt uns mit Stolz“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer. „Damit ist die Arbeit aber noch nicht getan. Wir wer- den auch künftig daran arbeiten, dass wir diesem Siegel gerecht werden und unsere Kommune so gestalten, dass Kinder hier gut und geborgen aufwachsen können und später als Jugendliche und Erwachsene gerne in unserer Stadt leben. Es wäre schön gewesen, wenn wir gemeinsam mit vielen Kindern das Siegel hätten übernehmen können, aufgrund von Corona kann dies allerdings nur virtuell geschehen. Danke an alle, die an der kinderfreundlichen Kommune so engagiert mitgearbeitet haben.”

    Der Erste Stadtrat Marius Schmidt betonte, dass der Aktionsplan „42 starke Seiten hat, in denen festgehalten ist, wie wir Kinder- und Jugendbeteiligung und Jugendrechte noch besser verwirklichen können. Meine Aufgabe wird sein, den Aktionsplan mit Leben zu füllen, denn das Siegel ist Auszeichnung und Verpflichtung zugleich.” So sei die Schulwegsicherheit bereits als Thema in der Goetheschule verankert, zudem soll es in Kooperation mit der Schillerschule einen Kinderrechtebaum in der Innenstadt geben, an dem Kinder ihre Wünsche abgeben können. Und auch die Schüler der 8. Klassen der Schulen sollen im Rahmen eines „8er-Rates” ein Jahr lang eingebunden und bei der Entwicklung der Stadt beteiligt werden. Denn „Kinder stehen bei uns ganz vorne”, wie Marius Schmidt ergänzte.

    Anne Lütkes, Vorstandsvorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., betonte bei der Siegelübergabe: „Wir gratulieren Lampertheim zum Erhalt des Siegels. Der Prozess, in dem der Aktionsplan erarbeitet wurde, hat bereits ein Beispiel für die vorbildliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Im Aktionsplan sind nun wichtige nächste Schritte wie  Beteiligungsschulungen für Verwaltungsmitarbeiter und die Erweiterung des Bürgerportal ‚sag ́s doch mol...‘ für Kinder und Jugendliche, festgelegt. Unser Verein wird Lampertheim sehr gern bei der Umsetzung dieser Maßnahmen begleiten. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“ 

    In Lampertheim wurden die Rechte von Kindern weiter gestärkt – denn „Kinder stehen bei uns ganz vorne”, wie der Erste Stadtrat Marius Schmidt betonte. Foto: www.pixabay.com


    Die Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., Melanie Schmitt, Raphael Domin und Ursula Grass, betonten: „Durch den Aktionsplan begibt sich Lampertheim auf einen strategischen und fachlich fundierten Weg, die Kinderrechte in der Stadt zu verankern. Hervorzuheben ist, dass der bereits bestehende Jugendbeirat aktiv an der Entstehung des Aktionsplans mitgewirkt hat. Die geplanten Fortbildungen für Mitglieder des Jugendbeirats sind daher folgerichtig, um seine Mitbestimmung und Kontrolle weiter zu stärken. Diese Maßnahme oder auch die kindgerechte Überarbeitung der städtischen Homepage, die Neuauflage des Kinderstadtplans und der Kinderrechtebaum sind gute Ziele. Nun kommt es auf die Umsetzung in den nächsten Jahren an.“ 

    Für den Jugendbeirat stellte Arne Jaedke klar, dass „alle das Beste für die Kinder und Jugendlichen in der Stadt wollten. Wir haben die Kinder und Jugendlichen gerne bei diesem Prozess vertreten und freuen uns auf die weitere Umsetzung des Aktionsplanes – und dass der Jugendbeirat auch weiterhin mit einbezogen wird.”

    Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert wer- den. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch die Stadtverordnetenversammlung prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre. Benjamin Kloos

     

     

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