„Courage in Lampertheim 2013“: Bürgerstiftung würdigt besonderes Engagement im Ehrenamt mit Auszeichnung
Ein „Oskar“ als Symbol und ein Umschlag
Die Auszeichnung „Courage in Lampertheim 2013“ erhielten Irene Schout, die Volksbühne, vertreten durch ihren zweiten Vorsitzenden Klaus Jenner (links) und die Pfadfinderschaft St. Georg (im Bild Ronnie Gutschalk, in Vertretung für den Vorstand mit Sandy Stahr, Larissa Senftner und Elisabeth van de Bovenkamp). Der „Oskar“ ist Sinnbild für Gemeinschaft, denn die Kugel kann nur gemeinsam oben gehalten werden. Von der Bürgerstiftung im Bild: Frank-Rüdiger Kirschner (von rechts), Erich Maier, Elzbieta Liermann, Fritz-Ludwig Schmidt und Ralph Butz. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Festakt zur Verleihung der Auszeichnung „Courage in Lampertheim 2013“ mit musikalischer Umrahmung durch das junge Bläserensemble der Musikschule Lampertheim mit seinem Dirigenten Musikschulleiter Joachim Sum fand am Donnerstagnachmittag im Sitzungssaal des Stadthauses statt. Bürgermeister Erich Maier begrüßte die Festversammlung in seiner Funktion als Vorsitzender des Stiftungsrates und dankte Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass für die Nutzungsmöglichkeit des Sitzungssaals. Der „Oskar“, Teil der Auszeichnung durch die Bürgerstiftung, wird drüben im fernen L.A. gut verdienenden Filmschaffenden für besondere Leistungen verliehen, in Lampertheim sind die Geehrten jedoch ehrenamtlich tätig, verdienen mit ihrem Tun für die Mitmenschen kein Geld, jedoch allergrößte Anerkennung wie die Bürgerstiftung Lampertheim mit ihrer Oskar-Verleihung deutlich macht. Dieses besondere ehrenamtliche Engagement von Bürgern auszuzeichnen und zu fördern ist ein Anliegen der 2009 gegründeten Bürgerstiftung, die nun schon zum fünften Mal „Courage in Lampertheim“ verleiht. Die Volksbühne erhalte diese Auszeichnung jedoch nicht für die „imponierende künstlerische Leistung“, wie Frank-Rüdiger Kirschner in seiner Laudatio betonte, dies sei „die eine Seite der Medaille“.
Ausgezeichnet wurde die Volksbühne Lampertheim als Gruppe, ebenso die Pfadfinderschaft St. Georg. Foto: Hannelore Nowacki
Das „beispielgebende Engagement“ der Volksbühne drücke sich auch seit über 30 Jahren in den Spenden aus, mit denen die Volksbühne Menschen und Einrichtungen unterstütze. „Eine halbe Million Euro Spenden hat die Volksbühne in 30 Jahren ausgeschüttet – eine unglaubliche Summe“. Kirschner nannte einige der Empfänger wie die Lukasgemeinde, die Lebenshilfe, Kindergärten, die Seniorenbegegnungsstätte und „Kinderplanet“ an der Kinderklinik in Heidelberg. Dort werden die gesunden Geschwisterkinder ehrenamtlich betreut, solange die Eltern das kranke Kind begleiten. Irene Schout ist seit über 15 Jahren mit den Senioren im Bonhoeffer-Haus aktiv. Jeden Mittwoch erleben die Senioren bei ihr ein geselliges Fitnessprogramm, das auch den Stiftungsvorsitzenden Kirschner bei seinem Besuch dort ins Schwitzen brachte. So werden Bälle gegenläufig im Kreis verteilt, auch Rollstuhlfahrerinnen machen mit, die älteste Teilnehmerin sei 93 Jahre alt. Neben der Gymnastik organisiert Irene Schout Transporte zu Veranstaltungen und vieles mehr. „Was Sie machen ist einmalig“, sagte Kirschner in seiner Laudatio. „Frau Schout verwendet ihre freie Zeit für diese Nächsten im Miteinander von hauptberuflich und ehrenamtlich Tätigen“. Ein Appell an alle, sich auch zu engagieren.
Die Pfadfinderschaft St. Georg sieht die Bürgerstiftung als „engagierte junge Leute, als Band zwischen den alten und jungen Generationen“. So haben die St.-Georgs-Pfadfinder bei der diesjährigen 72-Stunden-Aktion bei Mariä Verkündigung eine Außenanlage in einen sanierten Erlebnisbereich mit vielfältigen Aktivangeboten verwandelt. Ein Projekt mit dem Bonhoeffer-Haus wurde zusammen mit der Deutschen Bahn durchgeführt, die dies zum Anlass genommen habe, bundesweit hundert Ausbildungsstellen für soziale Projekte zu schaffen. Aktiv sind die St.-Georgs-Pfadfinder bei vielen weiteren Gelegenheiten wie Osterfeuer und Kerwe, sie binden und verkaufen Adventskränze. In seinen Dankworten beschrieb Vorstandsmitglied Ronnie Gutschalk die Arbeit der Pfadfinder: „Mit einem Lächeln hingehen, wo man sich wohlfühlt, etwas erlebt und lernt und für das weitere Leben mitnimmt, das alles wollen wir bieten“. Irene Schout berichtete, sie habe zunächst einen Kloß im Hals gehabt, als Kirschner sie gefragt habe, ob sie diese Auszeichnung annehmen wolle. Doch die Senioren seien ganz begeistert gewesen. Klaus Jenner, zweiter Vorsitzender der Volksbühne, lenkte in seinen Dankworten die Aufmerksamkeit auf jene, die nicht im Rampenlicht standen, die Ehepartner und die vielen Helfer vor und hinter der Bühne. Dass in dieser Saison das Theaterspielen krankheitsbedingt ausfällt, „hat uns sehr leid getan“.