FASTNACHT: Bürstädter Fastnachtsumzug mit Besucherrekord und über 100 Zugnummern
„Ein richtig schöner, toller Umzug“
Dicht gedrängt jubelten die Zuschauer dem Bürstädter Fastnachtsverein BFC zu. Mit etwas Glück waren Sauberschwämme zu fangen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bunt und fröhlich feierten die 16.000 Zuschauer am Sonntagnachmittag inden Straßen der Bürstädter Innenstadt die Fastnacht. Winken, Lachen, Helau rufen und applaudieren, zur Musik tanzen und schnell aufsammeln, was geflogen kam, das brachte die Zuschauer in Bewegung. Auf dem blanken Asphalt zeigten die Cheeerleader des TV Bürstadt ihre luftige Akrobatik - nach atemlosen Augenblicken klatschte das Publikum begeistert Beifall. Nach dem schönen Tag mit Umzug, gutem Wetter und den vielen feiernden Besuchern dürfte die Sainawwels Kätt des TV auf dem Weg zur Genesung sein, noch im Bett liegend winkte sie tapfer. Die Diagnose war zu lesen: „Zwa Johr ohne Fastnacht hen se schwer mitgenumme, drum leid se jezad noch im Bett“. Als Umzugsmotto hatte die Vereins-AG „Corona mach Platz, Fastnacht ist unser Schatz“ ausgegeben. Die TSG Bürstadt hatte ihren großen Motivwagen mit dem Spruch geschmückt: „Ene mene miste, Fasching aus der Kiste, ene mene meck, Corona ist weg“. Woanders wurden die Fastnachtsumzüge abgesagt, nicht wegen Corona, sondern der Vorschriften und Kosten wegen. In Bürstadt aber war über zwei Stunden närrischer Spaß für jedes Alter geboten. Besucher aus mehreren Bundesländern wollten am Vergnügen teilhaben. Wie Familie Lindner aus Weinheim - Eltern und Kinder waren als Clowns verkleidet in Erwartung toller Stunden in fastnachtlicher Hochstimmung über die Grenze gekommen. Und weil es in Bürstadt so schön ist, sind sie alle auch Mitglied beim HCV. Auch aus Lampertheim kommt man gerne zum Mitfeiern. Königlich fühlte sich eine Gruppe von Freunden aus Bürstadt, die wie die Sonne strahlten. Ein Paar aus der Nähe von Aschaffenburg hingegen, sah in der Verkleidung beim Fasching die Möglichkeit zur politischen Stellungnahme. Mit 102 Zugnummern machten sich vom Entenpfad aus auf den Weg, eine Größe wie zu Zeiten vor Corona. Zugmarschall Jens Beilstein zog am Abend gegenüber dem TIP eine erste Bilanz: „Ein richtig schöner, toller Umzug“. Und auch ruhig war es nach Einschätzung der Polizei. Ein Besucherrekord in der Bürstädter Fastnachtsgeschichte war zudem erreicht. Sogar 18.000 Besucher hielt der Zugmarschall nach Augenschein für möglich. Motivwagen, viele Fußgruppen, große Narrenschiffe, Busse und riesige Traktoren zogen durch die Nibelungenstraße und die Marktstraße, über die Wilhelminenstraße vorbei am Historischen Rathaus in die Mainstraße. Fantasievolle Motive fielen auf wie die Wasserwelten der Kita St. Peter und die witzigen, dick aufgeblasenen Kuhkostüme der Tänzerinnen beim BFC. Prachtvoll glänzten die Garden der Fastnachtsvereine, deren jüngster Nachwuchs in Formation mitlief. Palmen, Strand und Flamingos – der MGV Sängerlust machte mit dem großen Motivwagen Lust auf Urlaub. Auch der neue Verein „Einfach so“ ESV beflügelte den Umzug mit seinen Flamingos.Allerlei Gaben flogen durch die Luft, da lohnte es sich für die Kinder große Taschen und Tüten dabei zu haben. Das närrische Treiben pulsierte auch im Takt der Musik - Partymusik aus den Lautsprechern einzelner Wagen animierte zum Tanzen. Stimmungsmusik vom Feinsten hörte man von der Katholischen Kirchenmusik, die sich gleich hinter der Bürstädter Sonnenbotschafterin Luisa-Marie I. und der Lampertheimer Spargelkönigin Stella Svenja I. einreihte.
Beim TV Bürstadt wird die Sainawwels Kätt liebevoll gepflegt, der fröhliche Umzug wird sie wieder auf die Beine bringen. Foto: Hannelore Nowacki
Aus Lorsch kamen die Närrischen Drei mit ihren Marching Drum Brothers, die das Publikum mit Sondervorstellungen unterhielten. Eine kleine Unterhaltungsband mit Saxofon, Schlagzeug und Gitarre hatte der KV Knibbeldick im Tross. Aus der Pfalz war Prinzessin Elena I. mit ihrem Karnevalverein Limburgerhof angereist, aus Viernheim Stadtprinzessin Alina I. von Tanz und Glanz mit großem Gefolge. Mit dem Lampertheimer Stadtprinzenpaar Sabine II. und Patrick I. vom CC Rot-Weiß, beide bei der Feuerwehr aktiv, hatte auch die Feuerwehr einen starken Auftritt. Königlich residierte Sitzungspräsidentin Michaela Keil von der Hessischen Weiberfastnacht auf hohem Wagen, gefolgt von den Sackschdoahoggern aus Bürstadt. Beim Musikzug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim war mit jedem Trommelschlag die unbändige Freude an der Fastnacht zu spüren. Am Ende feuerte die Brass Band Biblis ihre teuflisch satten Töne ins Publikum. Zu guter Letzt ließ das Bürstädter Prinzenpaar Viviane I. und Andreas II. händevoll Süßes auf die fleißigen Fänger am Straßenrand fliegen. Hannelore Nowacki
Der Musikzug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim hatte schwungvolle Stimmungsmusik im Programm. Foto: Hannelore Nowacki