MUSIKALISCHER GOTTESDIENST: In der Domkirche erklangen Glaubensbekenntnis und Segenslied
Ein sicherer Hafen für den Glauben
Pfarrerin Sabine Sauerwein hatte das biblische Motiv der stürmischen See und den furchtsamen Jüngern aus dem Matthäus-Evangelium für ihre Predigt gewählt und mit den Herausforderungen in Pandemiezeiten verknüpft. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Zum musikalischen Sonntagsgottesdienst in der Domkirche läuteten einladend die Glocken, während sich mehr und mehr Gottesdienstbesucher am Eingang einfanden und den grauen Himmel hinter sich ließen. Wegen der geltenden Corona-Regeln waren die Nachweise und Ausweise zu zeigen, für die Sitzplätze waren bei der verpflichtenden Online-Anmeldung Nummern vergeben worden, um die nötigen Abstände einzuhalten und auch während des Gottesdienstes war eine medizinische Maske zu tragen. Der berührenden Stimmung in der Domkirche schadeten diese Umstände nicht. Als das prachtvolle C-Dur Präludium von Bach auf der Orgel erklang, gespielt von Kantorin Heike Ittmann, schien alles andere vergessen. Pfarrerin Sabine Sauerwein begrüßte die Gemeinde und führte in das große Bibelthema See und Meer ein, das sich in der Schriftlesung aus dem Markus-Evangelium, vorgetragen von Kirchenvorsteher Adrian Zähringer, ebenso wiederfand wie in der Predigt und im gemeinsam mit dem Chor gesungenen Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“.Wie ein Schiff im Hafen sicher und geborgen in unserer Kirche könne man sich fühlen, sagte Pfarrerin Sauerwein, ein Schiff im Hafen sei sicher, doch seien Schiffe nicht dafür gebaut im Hafen zu liegen. Zuversicht ausstrahlend begann das Orgelspiel, dann das gemeinsam gesungene Lied „Nun danket all und bringet Ehr“. Bei den Chorstücken war Thomas Adelberger an der Orgel, während Kantorin Ittmann den kleinen Chor leitete. Aus dergroßen 50-köpfigen Dekanatskantorei sangen wegen der Abstandsregel nur sechzehn Chormitglieder. Engelsgleich schwebten die Stimmen von der Empore herab. In tiefer Innigkeit wurde , das Glaubensbekenntnis in tiefer Innigkeit, das Credo von Antonin Dvorak aus der romantischen Messe in D-Dur, und zum liturgischen Abschluss auch „The Benediction“, das Segenslied von Knut Nystedt, bevor Pfarrerin Sauerwein den Segen spendete. In der Predigt berichtete Pfarrerin Sauerwein aus der Matthäus 14, 11-33, wie furchtsam die Jünger waren, als sie mit Jesus im Boot auf stürmischer See unterwegs waren. Jesus hatte auf einem Kissen geruht, während die Jünger im Sturm panisch wurden. „Warum sei ihr so furchtsam?“ wollte Jesus wissen. Schließlich ging auch Petrus über das Wasser, weil der Glaube ihn trug. Man tue sich mit dem Glauben an solche Wunder heute schwer, gab Pfarrerin Sauerwein zu bedenken, der Glaube an einen persönlichen Gott, der sich uns zuwendet, werde ersetzt durch Selbstbewusstsein und die eigenen Kräfte. Zwar sei die Pandemie nicht wie ein Sturm auf See über uns hereingebrochen, aber es komme genauso darauf an, den Herausforderungen mutig ins Auge zu sehen und sich nicht ängstlich zurückzuziehen. Eine technische Herausforderung ergab sich bei der Predigt durch pfeifende und fiepende Mikrofone, schließlich kam Pfarrerin Sauerwein von der Kanzel wieder herab zum Pult, war letztlich aber nur vom technischen Geschick der Kantorin davor bewahrt, die Predigt gänzlich ohne Verstärkung halten zu müssen. Für diese Rettung bedankte sie sich. Humor und Witz nannte Pfarrerin Sauerwein als Rezept, um im Leben besser zu bestehen und erklärte: „Der Witz ist der kleine, freche Bruder der Theologie“. Am Ende spendeten die Gottesdienstbesucher für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes begeistert Applaus und Kantorin Ittmann spielte von Johann Sebastian Bach die Fuge aus dem Präludium. Hannelore Nowacki