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  • Di., 17. September 2019, 09:11 Uhr
    Lampertheim zeigt am 22. September Flagge gegen die C-Trasse / BILA und Landwirte rufen zu gemeinsamer Protestaktion auf

    Ein Sonn- und Familientag für die Zukunft Lampertheims 

    Gegen die Zerschneidung von Feld und Wald und für ein lebenswertes Lampertheim: Die BILA und die Landwirte rufen zu einer besonderes Protestaktion auf. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – „Lebensraum vor ICE-Trasse” – unter diesem Motto wirbt und kämpft die BILA seit Jahren gegen die sogenannte C-Trasse beim Neubau der ICE-Strecke von Frankfurt nach Mannheim. Während auf der Strecke von Frankfurt bis Lorsch bereits eine Bündelung neben und mit der Autobahn vorgesehen ist, herrscht für den Bereich zwischen Lorsch und Mannheim noch Unklarheit. Die BILA favorisiert genauso wie der Kreis und die Gemeinden die Variante, bei der die Trasse ebenfalls parallel zur Autobahn weitergeführt wird – befürchtet aber werden muss, dass die Bahn bei der Vorstellung ihrer Vorzugsvariante für die Trassierung der Neubaustrecke von Frankfurt nach Mannheim die Variante C wählt – diese würde jedoch den Wald und die Feldgemarkung zerschneiden.

    Am Sonntag, 22. September, wird von 10 bis 16 Uhr daher eine Protestaktion stattfinden, bei der ein Rundweg zwischen Neuschloß und dem Guckertshof ausgewiesen sein wird, der an den entsprechenden Stationen der Betroffenheit vorbeiführt – denn neben der Feldgemarkung sind auch der Heidebuckel, die Grube Feuerstein, der Angelweiher und das Bruch berührt. Die Strecke der geplanten C-Trasse wird mit großen, roten Luftballons markiert sein, um zu veranschaulichen, wo diese genau verlaufen wird, sollte sie denn kommen.

    „Wir wollen zeigen, wo die Schneise, die entstehen würde, entlangführt, damit jeder mit eigenen Augen die Konsequenzen sehen kann und so sichtbar machen, was auf Lampertheim zukommt. Bitte kommen Sie am Aktionstag aufgrund der schwierigen Parksituation zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Heide und tragen Sie eine Warnweste, um ein deutliches Signal an die Bahn zu senden, dass wir diese C-Trasse nicht wollen. Es ist unglaublich wichtig, dass sich möglichst viele Lampertheimer und Menschen aus dem Ried am Sonntag die Zeit hierfür nehmen, auch wenn es zahlreiche weitere Veranstaltungen gibt. Denn es geht um die Zukunft Lampertheims, um die Zukunft unseres Waldes, unserer Landwirtschaft und unserer Kinder. Lassen Sie uns den 22. September zu einem Sonn- und Familientag für die Zukunft Lampertheims machen”, hoffen Ulrich Guldner und die BILA auf Tausende Teilnehmer, die an diesem Tag ein deutliches Zeichen setzen. 

    Der Rundweg in einer Länge von sieben Kilometern informiert dabei ausführlich über die Folgen der C-Trasse – in allen Bereichen. Wer die Strecke nicht zu Fuß bewältigen kann oder möchte, für den bieten die Landwirte die Möglichkeit, mit Traktor und Rolle als besonderen Shuttle von Station zu Station zu gelangen. Dabei wird jede Station alle 15 bis 20 Minuten angefahren werden. 

    An den einzelnen Stationen werden die Auswirkungen anhand von Plakaten und kurzen Erläuterungen aufgezeigt. Die Bürgerkammer Neuschloß verdeutlicht beispielsweise die Zerschneidung des Naherholungsgebietes mit Folgen für Mensch, Flora und Fauna sowie die Verbrämung des Wohngebietes. Die Lampertheimer Gewerbetreibende üben den Schulterschluss mit BILA und Landwirtschaft und informieren über die Schwächung der Infrastruktur und den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen, während die Landwirte selbst am Spargelhäuschen über die direkten Folgen für die Landwirtschaft berichten. Die Verbrämung sowie das hohe Kollisionsrisiko beeinträchtigen die Vogelwelt und streng geschützte Fledermausarten – dies wird an der Grube Feuerstein deutlich gemacht. Die Existensgefährung für die Landwirtschaft ist am Guckertshof Thema, hier biete sich zudem die Möglichkeit zur Rast und zur Verpflegung. Die Stadt Lampertheim und der Jagdclub St. Hubertus zeigen die Zerstörung vernetzter Biotope und die Erhöhung der Zerschneidungsdichte mit der Folge genetischer Verarmung am Beispiel des Bruch auf und am Angerweiher des ACF Freundschaft wird die akute Gefährdung des Vereinsgewässers und des Fortbestandes des Vereins veranschaulicht. Und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt, sowohl beim Guckertshof als auch beim Start- und Zielpunkt an der Heide, wo die Feuerwehr die Besucher verköstigt. Und bei den Landwirten am Spargelhäuschen wartet Bauernhofeis als Erfrischung.

    Denn besonders für die Landwirtschaft wären die Folgen der C-Trasse fatal, für diese ginge es um die Existenz. Durch den Bahndamm, der entsteht und der lediglich durch zwei Übergänge zu überwinden sein wird, werden die Feldflächen hinter dem Bahndamm für die Landwirtschaft verloren sein – und auch für die Naherholung ist dieses schöne Gebiet dann nicht mehr so uneingeschränkt nutzbar wie bisher.  Dabei werden die Landwirte gleich doppelt betroffen sein – denn sie verlieren nicht nur ihre eigenen wertvollen Sand- und Ackerböden, die unwiederbringlich zerstört werden, sondern es werden auch Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen, da für den Trassenbau auch Biotope weichen müssen. Gleichzeitig werden die Flächen für den Anbau von regionalem Obst und Gemüse in Lampertheim sehr knapp – vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Besinnung auf regionale Lebensmittel eine beängstigende Entwicklung. Daher unterstützen die Landwirte bewusst von Beginn an die von der BILA favorisierte Alternativtrasse.

    Kommen Sie am 22. September zur Heide und machen Sie diese Protestaktion zu einem „Sonn- und Familientag für die Zukunft Lampertheims!” Benjamin Kloos

     
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