Evangelisches Gemeindefest und Gottesdienst führte die Konfessionen zusammen
Ein Tag der Freude in der Sporthalle
Ein beliebter Treffpunkt für alle Generationen und Konfessionen war das alle zwei Jahre stattfindende evangelische Gemeindefest am Sonntag auch diesmal. Das trübe Regenwetter war gegen die heitere Stimmung in der Sporthalle völlig chancenlos. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Die Glocken der evangelischen Kirche in der Holländerstraße riefen am Sonntag nicht nur die Bobstädter und evangelischen Gläubigen zum festlichen Gottesdienst um zehn Uhr, auch die Bürstädter und Riedroder waren ausdrücklich eingeladen. Ebenso waren alle eingeladen, das anschließende Gemeindefest in der Sporthalle gemeinsam zu feiern. Alle zwei Jahre findet das Gemeindefest statt, auch diesmal wieder mit einem Rahmenprogramm und voller Halle – trotz Regenwetters und der Gefahr auch mit Regenschirm nass zu werden. In der schönen Bobstädter Kirche waren nur wenige Plätze unbesetzt geblieben, als die Orgel mit ihrem Vorspiel begann. Pfarrer Dirk Greverus las ein Grußwort aus dem zweiten Korintherbrief und aus dem Matthäus-Evangelium Kapitel 25, Verse 14 bis 30. Beim Sprechen des Psalms 103 „Lobe den Herrn, meine Seele“ erhoben sich die tiefen Männerstimmen im Wechsel mit den ebenso stimmkräftigen helleren Frauenstimmen – eine Aufgabe, die Pfarrer Greverus der Gemeinde gestellt hatte. Beim Kanon der Festgemeinde mit Rechts-Links-Aufteilung zeigte sich das gesangliche Können vieler Gottesdienstbesucherinnen und –besucher.
In ihrer Predigt stellte Pfarrerin Bettina Poertner die Gemeinschaft der Christen in den Mittelpunkt, im Gegensatz zur heute verbreiteten Vorstellung, Glauben sei auch ohne Kirche möglich: „Ein einzelner Christ braucht die Gemeinschaft und den Schutz seiner Mitchristen, um Schutz zu erleben und den Glauben zu teilen“. Ein kleines Anspiel mit sechs Konfirmanden verdeutlichte diese Botschaft. Organist Joachim Dux hatte für das Orgelnachspiel zum Ausklang des festlichen Familiengottesdienstes ein medidativ-klangvolles Postludium eines englischen Komponisten ausgewählt. Wenig später unterhielt der evangelische Posaunenchor in der Sporthalle die ersten Gäste zum Frühschoppen mit einem bunten Strauß schwungvoller Melodien. Zunächst allmählich, aber dann doch sehr schnell füllte sich die Halle. Die Gemeindefestbesucher hatten zum Mittagessen die Wahl zwischen Hack- und Rollbraten, Schweinhaxe, Fleischkäse und belegten Brötchen zu angenehmen Preisen. Ob mit oder ohne Salatteller, mit oder ohne Pommes frites, den Festgästen schmeckte es offensichtlich. Für Vegetarier war erstmals eine Gemüselasagne im Angebot, wie Daniela Beringer vom Kirchenvorstand betonte. Die Lokalpolitik war mit Bürgermeisterin Barbara Schader, Ortsvorsteher Hans-Georg Gött, Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf und weiteren Repräsentanten gut vertreten. Daniela Beringer schätzte, dass sich 40 bis 50 Helferinnen und Helfern um das Wohl der Festgäste kümmerten. Am Vortag waren die Tische aufgebaut worden, noch am Sonntag musste die Halle wieder schultauglich werden.
Die schöne herbstliche Tischdekoration war Anne Görtz und ihren Helferinnen zu verdanken. Lesepaten hatten für ihre Geschichten im Lesepavillon einen Platz mit Schaukelstuhl und vielen Sitzmöglichkeiten für ihre jungen Zuhörer bekommen. Das Vorlesen war im Wechsel mit den musikalischen Beiträgen geplant. Der Liederkranz Bobstadt, der Schulchor der Astrid-Lindgren-Schule und die Gruppen der Musikschule Neeb hatten sich für den Nachmittag angekündigt. Verführerische Torten und Kuchen, gebacken und gespendet nicht nur von Gemeindemitgliedern, standen in großer Auswahl auf der langen Kuchentheke bereit. Das Verkaufsteam hatte für alle Fälle Nachschub vorgesehen. Reichlich bestückt war auch die Kindertombola, die das Potenzial hatte, alle Kinder mit einem Einsatz von drei Losen glücklich zu machen. Die Garantie: „Keine Nieten“.