
BIBLIS – Mit einem Sektempfang eröffnete der Wirtschafts- und Verkehrsverein Biblis (WVB) die historische Ausstellung „70 Jahre Gurkenfest“ im Juni, ein paar Tage vor dem diesjährigen Jubiläums-Gurkenfest. Seitdem haben viele Interessierte die Ausstellung gezielt besucht, nicht etwa nur beiläufig bei einem Termin im Rathaus, wie Bürgermeister Volker Scheib ausdrücklich betonte. Zur Finissage im Rahmen der 5. Herbstvielfalt am vergangenen Sonntag hatte der WVB die Gurkenköniginnen der letzten Jahrzehnte ins Rathaus eingeladen, um gemeinsam den Schlusspunkt zu setzen. Viele ehemaligen Gurkenköniginnen kamen mit ihren Ehrendamen und Prinzessinnen. Früher wurden die Gurkenköniginnen von Ehrendamen begleitet, in neuerer Zeit steht ihnen eine Gurkenprinzessin nach eigener Wahl während der einjährigen Amtszeit zur Seite. Die amtierenden Gurkenhoheiten, Gurkenkönigin Donna I. und Gurkenprinzessin Sophia, hatten ihren zweiten offiziellen Auftritt an diesem Sonntag, nachdem sie kurz zuvor die 5. Herbstvielfalt mit verkaufsoffenem Sonntag eröffnet hatten. „Es macht stolz ein Teil dieser Tradition zu sein“, sagte Gurkenkönigin Donna I. Bürgermeister Scheib eröffnete die Finissage im Rathaussaal mit einem großen Dankeschön an die Ehemaligen. „Alles, was sie geleistet haben, war wichtig für unsere Entwicklung in Biblis und auch für die gesellschaftliche Entwicklung“. Dem WVB, der die Gurkenhoheiten ausgewählt und begleitet hat, sprach Scheib seinen Dank aus. In ihrem Rückblick auf die Jahrzehnte seit der Gründung des WVB im Jahr 1953 durch Gewerbetreibende im damaligen „Weißen Löwen“ erinnerte die Vorsitzende Annick Löhr an die Diskussionen, an deren Ende der Entschluss zu einem weiteren Heimatfest neben der Kerb stand.
1960 wurde noch in einem Zelt für 2.000 Personen im Schulhof gefeiert, später trafen sich die Festbesucher in der neu erbauten Riedhalle im Abendkleid und Anzug. Das neue Konzept seit 1999 mit dem Gurkenfest als Straßenfest in der Ortsmitte sei seitdem ein voller Erfolg. „Die große Zahl der Anwesenden zeige, dass wir eine große Familie sind“, meinte Scheib. Die Ausstellung mit Fotos der Gurkenhoheiten und Gurkenfesten seit 1953, mit Dokumenten und alten Plakaten führte eindrucksvoll durch die Jahrzehnte. Die älteste anwesende Hoheit war Gisela Schulz, damals Barth, die 1960 als 8. Gurkenkönigin das Zepter übernahm. Hildegard Schwall war 1966 Gurkenkönigin, ihr hellblaues Kleid, das in der Ausstellung zu sehen war, habe damals ihre Freundin maßgeschneidert, erzählte sie. Das Originalzepter von damals gibt es nicht mehr, doch auch dem Nachfolgemodell sieht man seine Jahre an. Das stört Gurkenkönigin Donna I. keineswegs, macht sie sogar stolz. Vor langer Zeit hatte Alois Marsch dieses hölzerne Zepter gedrechselt, der Opa der heutigen WVB-Vorsitzenden. Verziert ist das Zepter mit zwei freundlichen Gurken und grünem Blattwerk. Es liege gut im Arm mit den Gurken nach vorne, erklärte Donna I., denn am unteren Ende fühle sie eine historische Markierung – für die frühere Kerb.
Hannelore Nowacki
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