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    NEUJAHRSEMPFANG GROSS-ROHRHEIM: Gute Stimmung in der Rathausscheune / Sportler- und Züchterehrung und 5.000-Dollar-Spende

    „Ein wunderbares Dorf mit ausgeprägtem Gemeinschaftssinn“

    Bürgermeister Karsten Krug stimmte das Publikum auf Sparsamkeit im Haushalt und zugleich Entwicklungschancen für die Gemeinde Groß-Rohrheim ein.
    Foto: Hannelore Nowacki

    GROSS-ROHRHEIM – Beim  Neujahrsempfang der Gemeinde Groß-Rohrheim in der romantischen Rathausscheune war von Krisenstimmung nichts zu spüren, wenngleich der Haushalt bei einem Gesamtvolumen von 11 Millionen Euro ein Defizit von 1,6 Millionen Euro oder 15 Prozent aufweist, worauf der Vorsteher der Gemeindevertretung Torsten Henzel in seinem Neujahrsgrußwort hinwies. Dies sei ein strukturelles Problem sei, denn es gebe immer mehr Aufgaben ohne die entsprechende finanzielle Ausstattung, merkte Henzel kritisch mit Blick auf Bund und Land an. Freiwillige Leistungen würden im Haushalt nicht gestrichen, was bei dem geringen Anteil von 3,5 Prozent auch nicht ins Gewicht fiele – eine gute Nachricht für die Bürger. Auch die neue Dorf-App und das Geld für das geplante Konzept einer Badestelle am Kiessee stimmen Henzel hoffnungsfroh. „Ein wunderbares Dorf mit ausgeprägtem Gemeinschaftssinn“ nennt Henzel die Gemeinde Groß-Rohrheim mit ihren rund 3.600 Einwohnern, auch mit Blick auf die 50 Kandidaten zur Kommunalwahl am 15. März. Der Jahresrückblick mit Bildern von Michael Burmeister zeigte, dass in diesem Dorf „eine Menge los war“, wie Henzel feststellte. Bürgermeister Karsten Krug spannte in seiner Neujahrsrede 2026 den Bogen von einer Weltordnung im Umbruch und globaler Unsicherheit mit Auswirkungen bis in den Alltag der Menschen hier und auf die Handlungsfähigkeit der Gemeinde Groß-Rohrheim. Der Bundesregierung hält er vor, die dringend notwendige wirtschaftliche Erneuerung nicht anzugehen, aber auch auf Landesebene fehle die Unterstützung. Ein Dilemma, denn vor Ort müssen die Kommunen täglich liefern, betont Krug: die Kinderbetreuung sicherstellen, Infrastruktur erhalten, Sicherheit gewährleisten, soziale Aufgaben übernehmen, Integration ermöglichen und gleichzeitig den Klimawandel bewältigen. Die Folgen seien auch landesweit sichtbar und hätten nun auch Groß-Rohrheim als ehemals finanzstarke Gemeinde erreicht. Selbst hohe Gewerbesteuereinnahmen führten nicht automatisch zu mehr Handlungsfreiheit, da nur ein sehr kleiner Teil in der Kasse bleibe. Steigende Kreis- und Schulumlagen, sinkende Schlüsselzuweisungen und steigende tarifliche Personalkosten seien kaum beeinflussbare Faktoren. Ein heißes Eisen: Der über Jahre niedrigste Satz der Grundsteuer in Südhessen lasse sich auf Dauer nicht halten - die schrittweise Anpassung sei notwendig, aber nicht einziges Mittel der Haushaltskonsolidierung. Um Konsolidierungspotenziale zu analysieren habe er eine externe Beratung angestoßen. Solide Rücklagen verschafften Groß-Rohrheim Zeit. Als eigene Leitlinien nennt Krug Sparsamkeit, Augenmaß und Verantwortung. 

    Groß-Rohrheim soll sich entwickeln

    Mit Unterstützung durch das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ sollen städtebauliche Impulse gesetzt werden. Krug kündigt an, dass voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte die Bürger und weitere Akteure eingeladen sind, sich an der Entwicklung des Orts zu beteiligen. Mit einem weiteren Einzelhandelsstandort soll an der Schücostraße die Nahversorgung gestärkt werden. Das Quartierskonzept und Sanierungsmanagement mit Angeboten an die Bürger werde fortgesetzt, der Glasfaserausbau soll ab Sommer beginnen. Auf seine Initiative beginne im Februar mit fachlicher Begleitung ein schulisches Mobilitätsmanagement in Zusammenarbeit mit der Lindenhofschule und Leiterin Christiane Ritzert. Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe betonte Krug. Nach wie vor sei die Sicherstellung der Tagesalarmbereitschaft Thema. Ob das Feuerwehrgerätehaus ausgebaut oder komplett neugebaut werde, soll nach Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen entschieden werden. Als Sportstandort solle Groß-Rohrheim langfristig durch das Projekt „Sport- und Begegnungszentrum“ weiterentwickelt werden. Die Bedeutung des Sports und Vereinslebens als gesellschaftliche Aufgabe werde gerade durch die Sportlerehrung deutlich. Krug dankte dem ehrenamtlichen Team der Bücherei, der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Dominik Weyl für das Engagement in der Jugend- und Seniorenarbeit sowie  Nachbarschaftshilfe, ebenso allen Ehrenamtlichen, Vereinsvertretern, Eltern, Mitgliedern der politischen Gremien und der Feuerwehr-Einsatzabteilung sowie den Verwaltungsmitarbeitern. „Sie alle tragen dazu bei, dass Groß-Rohrheim mehr ist als ein Wohnort“. Ein großzügiges Neujahrsgeschenk in Form eines Spendenschecks über 5.000 US-Dollar hatte Professor Fritz Ulfers mitgebracht – Geld für gemeinnützige Zwecke. Bürgermeister Krug dankte Ulfers für dessen jahrelanges und vielfältiges Engagement als wertvollen Beitrag zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Groß-Rohrheim. 

    Professor Fritz Ulfers, diesmal aus seiner Geburtsstadt Gießen kommend, überreichte Bürgermeister Karsten Krug (links) wie schon so oft einen Spendenscheck aus seiner Stiftung für gemeinnützige Zwecke in Groß-Rohrheim. In bester Stimmung nahm der 92-Jährige am Neujahrsempfang teil, begleitet von den Stiftungsmitarbeitern Günther Läufer-Neeb (links mit Scheck) und Norbert Rückeis (rechts).
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Grußwort als Pfarrer und Bürger

    Als jemand, der in Groß-Rohrheim lebt, zuhört und mitmacht, dankte der evangelische Pfarrer Dominik Weyl allen, die sich im vergangenen Jahr für den Ort und die Gemeinschaft eingesetzt haben. Vieles könne man gar nicht beeinflussen wie die weltpolitische Lage, aber vor Ort, in Groß-Rohrheim, könne man etwas tun: „mittendrin und miteinander“. Dazu sei ihm ein altes Volkslied eingefallen, das von stolzen Bürgerinnen und Bürgern erzähle, die selbst etwas bewegen wollen und können: das „Bürgerlied“ aus dem Jahr 1845. Nicht zurücklehnen, vielmehr etwas Neues wagen, Verantwortung übernehmen, darauf komme es an. Einen Gedanken, den Weyl auch in der Bibel im Buch der Sprüche wiederfindet: „Durch den Segen der Aufrechten steigt eine Stadt auf“. Ähnliches habe der Apostel Paulus geschrieben: „Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen“. 

    Sportler- und Züchterehrung

    Im Tennisclub 1974 Groß-Rohrheim wird auch Golf gespielt. Die elfjährige Luisa Krug ist in der Altersklasse bis 14 Hessischer Mannschaftsmeister. Mit einer Vorführung sorgte sie für Erstaunen. In der Tennis-Kreisliga A wurde die Mannschaft U12 Meister. Als Moderator führte Ekkehard Faatz Interviews und stellte die Sportler vor. Bürgermeister Karsten Krug überreichte die Urkunden und kleinen Präsente. Ein Video mit Eindrücken von der Weltmeisterschaft im Jazz Dance und Modern Dance hatte die NEO Dance Company der TG Bobstadt mitgebracht – sie hatten Gold gewonnen. Trainerin ist Lisa Herrmann. Geehrt wurden am Sonntag auch die Kids Company, die Tanzgruppen VIO und MIO der TG Bobstadt. Beim Rasse- und Geflügelzuchtverein Groß-Rohrheim waren Gottfried Schögel überregional und Wolfgang Menger auf Bundesebene erfolgreich. Die Handballer Männer II beim TV 1906 Groß-Rohrheim stiegen in die Bezirksklasse auf, trainiert von Sascha Holdefehr. Die Abteilung Faustball beim Verein für Bewegungsförderung und Sport 1963 wurde Meister der Bezirksliga Süd in der Hallensaison und kam auf den 1. Platz in der Feldsaison. 

    Hannelore Nowacki

     

     

     

     

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