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  • Di., 17. März 2020, 10:36 Uhr
    Ökumenische Sozialstation wirbt um neue Pflegekräfte

    Ein zukunftssicherer Job

    „Die Ausbildung ist da, wir brauchen Menschen mit einer Berufung“, wirbt Bürgermeisterin Bärbel Schader, Vorsitzende des Kuratoriums Ökumenische Sozialstation, um junge Kräfte. Foto: Petra Gahabka


    BÜRSTADT -  In Zeiten des demografischen Wandels wird die Zahl der Pflegekräfte deutlich steigen müssen, um ältere Menschen adäquat versorgen zu können. „Noch sind wir gut aufgestellt, aber in ein paar Jahren geht ein Drittel unserer Belegschaft in Rente“, ließ Sandra Braun, Leiterin der Ökumenischen Sozialstation Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim und Einhausen bei einem Pressegespräch in der vergangenen Woche wissen. Gemeinsam mit Caritasdirektorin Stefanie Rhein, Ingrid Schich-Kiefer, Dipl. Pädagogin der Sozialdienste der Sozialstation, der Koordinatorin der Ambulanten Pflege Petra Schmacht und Bürgermeisterin Bärbel Schader als Vorsitzende des Kuratoriums warb sie um Azubis, Fachkräfte, Ehrenamtliche und Quereinsteiger. 

    Die Zahlen sprechen für sich: Fast die Hälfte der rund 1.500 Mitarbeitenden des Caritasverbandes Darmstadt arbeitet im Bereich Pflege. Für die Ökumenische Sozialstation in der Rathausstraße sind rund 45 Mitarbeiter bei 430 Kunden plus 119, die Betreuungsbegleitung bekommen, im Einsatz. Das Angebot der ambulanten Pflege werde stark in Anspruch genommen, stellte Bärbel Schader fest. Mit ein Grund dafür sei, dass die Krankenhäuser Patienten früher entließen und Angehörige die Situation oft überfordere. Bürstadt sei eine Zuwachskommune und die Bevölkerung werde zunehmend älter, „wir werden mehr Pflegekräfte brauchen, um den Status Quo zu halten“. so das Stadtoberhaupt. Es gehe um die Zukunftssicherung des Standortes, da brauche es das Werben um „Menschen mit Berufung“.  

    Der Pflegeberuf ist ein anspruchsvoller Beruf, der sowohl Engagement als auch Einfühlungsvermögen verlangt.  „Wir sind täglich in der Versorgungsverpflichtung, 365 Tage im Jahr“, machte Petra Schmacht deutlich, 70 bis 80 Prozent der Pflege fänden zu Hause statt, es sei auch viel Beratungsarbeit. Zu den Rahmenbedingungen gehörten Schichtdienst und lange Strecken am Stück arbeiten. Und das werde nicht weniger werden. Eine Pflegekraft kann von Dienst an Wochenenden und Feiertagen ausgehen, worunter oft der Freundeskreis leidet, die Touren werden alleine absolviert, was manche psychisch überfordert, dazu kommt noch die körperlich schwere Arbeit. Trotz Supervision und Begleitung sei es für die Kolleginnen und Kollegen nicht einfach, sagt Ingrid Schich-Kiefer, auch die Bezahlung sei ein Problem. „Die Menschen in den ganzen sozialen Berufen verdienen zu wenig für das, was sie leisten.“

    Die neue generalisierte Pflegeausbildung soll pflegerische Berufe attraktiver machen. Die Bezeichnungen Alten-, Kinderkranken- und Krankenpfleger haben demnächst ausgedient. Durch die einheitliche Ausbildung zu Pflegefachfrau/mann sollen die Fachkräfte leichter zischen den Berufsfeldern wechseln können, erklärte die Runde. Voraussetzung für die dreijährige Lehre ist die Volljährigkeit und die Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss sowie berufliche Vorkenntnisse. In Bürstadt gibt es derzeit drei Azubis in verschiedenen Lehrjahren, im Oktober geht ein Neuer an den Start. „Einen Azubi könnte ich in der ambulanten Pflege noch nehmen“ meinte die Sozialstationleiterin. Und auch innerhalb des Verbandes gebe es noch Möglichkeiten. Interessenten können sich einfach bei der Ökumenischen Sozialstation melden. 

    Auch ehrenamtlich Tätige sind stets willkommen. Gerade bei den niederschwelligen Betreuungsangeboten wie Seniorenfrühstück, Nachmittagsbetreuung oder Männertreff besteht großer Bedarf, dass Ehrenamtliche die Professionellen unterstützen. „Es ist ganz schwer Menschen zu finden, die kein Geld wollen“, so die Erfahrung von Ingrid Schich-Kiefer. Caritasdirektorin Rhein berichtete, dass immer wieder Frauen gewonnen werden können, die sich als Quereinsteiger melden und dann weiterqualifizieren. „Wir begleiten das und sind auch erfolgreich.“ Sie zeigte sich froh über die gute Situation in Bürstadt, andere Kommunen zahlten beispielsweise niederschwellige Angebote nicht mit. Schader betonte, es gelte den Qualitätsstandard zu halten sowie Lebensqualität im Alter zu schaffen, eine Hilfe im Haushalt zu benötigen, könne jeden treffen. „Es werden immer Pflegekräfte gebraucht werden, das ist ein zukunftssicherer Job.“ Petra Gahabka

     

    Kontakt

    Ökumenische Sozialstation für Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim, Einhausen

    Caritas-Zentrum Bürstadt

    Rathausstraße 6

    Telefon 06206/98 89 60

     
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