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Do., 30. Juni 2022, 12:55 Uhr
LOUIS-AMANDA-STIFTUNG: Lampertheimerin Marianne Lösch möchte als Dankeschön begabte junge Menschen fördern
Eine Einrichtung, die Früchte im Bereich Bildung tragen soll
Die Förderung junger Menschen, die ihre Talente aus finanziellen Gründen nicht ausüben können, ist Ziel der Louis-Amanda-Stiftung. Diese wurde durch Marianne Lösch (2.v.l.) ins Leben gerufen – sehr zur Freude von Bürgermeister Gottfried Störmer (2.v.r.) und den Kuratoriumsmitgliedern Silke Weimar-Ekdur (r.) und Rasa Weiß (l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Es gibt viele junge Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, doch bedauerlicherweise können einiger dieser Personen ihre Talente aufgrund finanzieller Gründen nicht ausüben. Hier soll die durch die Lampertheimerin Marianne Lösch gegründete Louis-Amanda-Stiftung Abhilfe schaffen – diese wurde am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs offiziell vorgestellt.
„Sind und Zweck der Stiftung ist dieFörderung der Bildung und Berufsausbildung schulisch, handwerklich oder musisch begabter deutscher wie auch ausländischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener bis zur Vollendung des 29. Lebensjahres, die im Umkreis von 20 Kilometern um Lampertheim leben”, stelle Marianne Lösch dar.
Hierzu wurde neben einem Stiftungsvorstand auch ein Kuratorium gegründet – letzterem obliegt die Ausgestaltung der Förderung und die Entscheidung, wer und wie gefördert wird. Dem Kuratorium gehören dabei neben Bürgermeister Gottfried Störmer als Vorsitzendem die Schulleiter der Alfred-Delp-Schule, des Lessing-Gymnasiums, des Litauischen Gymnasiums sowie der Viernheimer Albert-Magnus-Schule an.
Marianne Lösch lebte als Kind im Herzen der Spargelstadt: In der Römerstraße 31 war sie gemeinsam mit ihren Eltern Louis und Amanda Lösch zuhause. „Mit zehn Jahren hat sie sich gegen den Willen ihrer Eltern durchgesetzt und sich selbst an der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim vorgestellt und angemeldet. Täglich fuhr sie mit dem Zug nach Viernheim und absolvierte dort schließlich ihr Abitur. Daher ist diese Schule gemeinsam mit den drei Lampertheimer Schulen involviert”, ergänzte Bürgermeister Störmer. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie Jura und war zuletzt als Vorsitzende Richterin am Landgericht Stuttgart tätig, wo sie auch heute lebt.
„Die Stiftung ist ein Dankeschön für 400 Jahre gutes Leben meiner Vorfahren in Lampertheim”, erläuterte Marianne Lösch die Hintergründe für die Stiftung. „Unsere Familiengeschichte ist bis zu einem Schultheiß in Hofheim mit Namen Erasmus vor rund 400 Jahren zurückzuführen und verläuft bis zu meinen Eltern Louis und Amanda – beide sind Ende des letzten Jahrhunderts verstorben. Über alle die Jahrhunderte wurde durch meine Familie in Lampertheim Landwirtschaft betrieben, sie hat hier von Lampertheim und den Lampertheimern gelebt und ein gutes Leben gehabt. Diese Geschichte hat nun, da meine Eltern verstorben sind und ich nicht mehr in Lampertheim lebe, ein Ende. Aber wenn man 400 Jahre etwas Gutes erlebt hat, sagt man Danke und gibt etwas zurück. Und wenn man von (Feld-)Früchten gelebt hat, gibt man zudem etwas zurück, was ebenfalls Früchte trägt – nämlich für die Bildung und Ausbildung! Dabei ist es immer schmerzhaft zu sehen, wenn Kinder und junge Menschen etwas können und sich fortbilden wollen, dies aber aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.“ Ziel ist es daher, entsprechende Fähigkeiten, seien diese handwerklicher, musischer oder künstlerischer Art, zu fördern.
Bürgermeister Gottfried Störmer zeigte sich angesichts der Gründung der Stiftung begeistert. „Marianne Lösch ist vor fast vier Jahren auf mich zugekommen. Sie bat mich, zu prüfen, ob man eine Stiftung zur Förderung junger Menschen mit Talenten ins Leben rufen kann, die sich dies nicht leisten können. Zudem hat sie mich gebeten, die Schulleitungen der genannten Schulen einzubinden. Diesen Wünschen bin ich gerne nachgekommen und bei den Schulen war sofort reges Interesse vorhanden. Wir suchen nun mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zur Förderung, wobei diese nicht ausschließlich an den Schulen sein sollen.”
Bildungsgerechtigkeit wichtiges Anliegen
Silke Weimar-Ekdur, Schulleiterin des Lessing-Gymnasiums, sprach stellvertretend für ihre Schulleitungskollegen von einer „großen Ehre, angesprochen worden zu sein. Wir haben uns schnell entschlossen mitzuwirken. Denn Bildungsgerechtigkeit ist für uns ein wichtiges Anliegen. Wir haben bereits Erfolge in der Förderung von Jugendlichen, auch und gerade abseits der Eliteförderung, und ich denke es wird uns gut gelingen, die Stiftungsziele zu erfüllen. Frau Lösch ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die uns sofort mitgerissen hat und die Dankbarkeit und Demut verkörpert.” Auch Rasa Weiß, Schulleitern des Litauischen Gymnasiums, zeigte sich begeistert. „Dies ist eine Verpflichtung. Wir sind derzeit bei der Ausarbeitung der Kriterien zur Förderung. Dabei ist es sehr gut, dass wir direkt an den Schülerinnen und Schülern dran sind.”
Junge Menschen können sich bewerben
Wer über entsprechende Fähigkeiten verfügt, kann sich als Schülerin oder Schüler gerne direkt an die jeweiligen Schulleitungen der vier beteiligten Schulen wenden, für alle anderen steht gerne Bürgermeister Störmer per E-Mail an buero-buergermeister@lampertheim.de als Ansprechpartner zur Verfügung.
Ende diesen Jahres soll es zur ersten Vergabe an Stiftungsgeldern kommen: Im Rahmen einer Preisverleihung werden ein Preis in Höhe von 10.000 Euro sowie ein Preis in Höhe von 6.000 Euro vergeben – die genaue Ausgestaltung erfolgt noch durch das Kuratorium. Anschließend sollen alle zwei Jahre jeweils 16.000 Euro an Stiftungsgeldern vergeben werden. Benjamin Kloos