FÖRDERBESCHEID: ASV Lampertheim freut sich über 1.000 Euro-Zuschuss der Stadt zur Finanzierung einer neuen Luft-Wärmepumpe
„Eine sinnvolle und nachhaltige Investition“
Erster Stadtrat Marius Schmidt (Bildmitte) überreichte einen Förderbescheid an den ASV Lampertheim. Das Projekt einer neuen Luft-Wärmepunpe kann nun in die Realisierungsphase gehen. Darüber freuen sich Vorstand Matthias Seidenspinner (rechts) und Kassenwart Helmut Wegerle. Foto: Steffen Heumann
LAMPERTHEIM – Gute Nachrichten gab es am Freitagabend für den ASV Lampertheim. Erster Stadtrat Marius Schmidt überreichte im Vereinsheim in der Rheinstraße einen Förderbescheid der Stadt in Höhe von 1.000 Euro. Matthias Seidenspinner, Vorsitzender des Angelsportvereines, freute sich über die Zuwendung seitens der Kommune. Als nächstes soll im Vereinsheim eine neue Luft-Wärmepumpe installiert werden. Rund 5.000 Euro sind für das Projekt geplant. „Eine sinnvolle und nachhaltige Investition“, berichtete der Vorsitzende. Mit Blick auf die Entwicklung der Energiepreise setzt der Verein auf die Alternative zur herkömmlichen Versorgung mit Gas. Um den Verbrauch und damit die Kosten zu senken, soll künftig die neue Wärmepumpe für wohlige Wärme im Vereinsheim sorgen. Oder für ein kühles Lüftchen im Sommer. Der Gaststättenbetrieb laufe nur an zwei Wochentagen, dem Dienstag und zum sonntäglichen Frühschoppen. Mit der Wärmepumpe lasse sich temporär das passende Raumklima schaffen.
Engagement für Erhalt des Kleinodes
Dass die Stadt sich an den Kosten beteiligt, nimmt auch Kassenwart Helmut Wegerle wohlwollend zur Kenntnis. Unisono mit Vorstand Matthias Seidenspinner ein großer Dank an Hans Pfeiffer. Der habe mit seinen Entscheidungen die Grundlage für die Vereinsarbeit des ASV geschaffen. Etwa 220 Mitglieder, darunter über 60 Aktive, engagieren sich für den Erhalt des Kleinodes am See. Hierzu zählt die Pflege des drei Hektar großen Areals und der Besatz mit allerlei bei Anglern beliebten Fischen. „Von Aal bis Zander“, so Matthias Seidenspinner über die Arten, die sich im Gewässer tummeln. Für dessen Belüftung zeichnet auch der ASV verantwortlich. Das leidenschaftliche Hobby ist auch bei jungen Menschen beliebt. „Weg vom PC und ab ans Wasser“, sei daher eine Empfehlung für den Nachwuchs, der bereits ab 10 Jahren mit dem Erwerb des Jugendscheines in Begleitung die schonende und vielfältige Form der Naturnutzung betreiben und Fische für den Eigenbedarf fangen könne.
Paradiesische Zustände auch für Gänse und Kormorane
Paradiesische Zustände könnte man meinen, aber im „Paradies“ machen sich Störenfriede breit. Zu breit, wie die Angelsportfreunde meinen und mit Marius Schmidt als Vertreter der Stadt in Kontakt stehen, um geeignete Maßnahme zu besprechen. Gänse und Kormorane bereiten der Kommune und dem Verein gleichermaßen Kummer. Die massive Verkotung durch die Gänse werde vor allem im Sommer von den Badegästen wahrgenommen. Das führe nicht nur mit Blick auf die Wasserqualität zu Beeinträchtigen, erläuterte Marius Schmidt. Mehrmals wöchentlich lasse die Stadt diese Hinterlassenschaften während der Badesaison entfernen. Die Badeinsel auf dem See böte zuweilen einen abschreckenden Anblick, ergänzten die Angler. Die stehen derweil aber noch mehr mit dem Kormoran auf „Kriegsfuß“. Der Vogel des Jahres 2010 galt bis 1920 im europäischen Binnenland als nahezu ausgerottet. Seit geraumer Zeit hat er den Biedensand für sich entdeckt, brütet dort und ernährt sich fast ausschließlich von Fisch. Vor allem die Appetithappen im Anglersee haben es ihm bei seinen Tauchgängen nach Nahrung angetan. Auf bis zu 100 Tiere schätzt Thomas Darmstädter vom ASV Lampertheim die Population. Der gefräßige Nahrungskonkurrent vertilge gut und gerne 600 bis 800 Gramm Fisch am Tag. „Wenn das so weiter geht, ist der See bald leer“, befürchten die Angelsportfreunde. Der Verlust lasse sich zwar durch neuen Besatz ausgleichen, aber das verursache immense Kosten, wie Kassenwart Helmut Wegerle bekundet. Tierschutzkonforme Vergrämungsmethoden hätten bislang nicht gegriffen; Gespräche hierzu laufen. Allen Akteuren gemeinsam ist der Appell an die Mitbürger, das zusätzliche Füttern von Vögeln generell zu unterlassen. Marius Schmidt verweist auf die Problematik. Die liegt in der Vereinbarkeit von Tierschutz und Einhaltung der Wasserqualität im See einerseits – und nicht erst seit Freitagabend: dem berechtigten Interesse der Angler am Erhalt ihrer Existenzgrundlage vor Ort.