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    NEUER MARKTPLATZ IN BIBLIS: Feierliche Eröffnung des Marktplatzes mit vielen Besuchern / Wetterwünsche mit Sonne und Hitze übererfüllt

    Einladender Platz für vergnügliche Begegnungen und Feste

    Das rote Band zerschnitten – das Marktplatzfest eröffnet. Die Gurkenhoheiten, Bürgermeister Konstantin Großmann, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Ruven Kronauer und der Erste Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf führten die Scheren.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BIBLIS – Zur feierlichen Eröffnung des neuen Marktplatzes hinter dem Rathaus hatten sich am Freitagnachmittag zahlreiche Zuschauer rund um das Rednerpult eingefunden, auch an den verschiedenen Ständen mit Wein, Getränken und kulinarischen Angeboten war schon einiges los. Günstig war ein Platz im Schatten oder eine ausgeprägte Hitzeresilienz. „Heute ist ein ganz besonderer Tag“, sagte Bürgermeister Konstantin Großmann in seiner Begrüßungsrede. Denn nach vielen Jahren der Diskussion, Planung und Umsetzung werde nun ein Platz eröffnet, der ein Ort der Begegnung, des Austausches und des gesellschaftlichen Lebens sein solle. Genauso kam es an diesem Tag, wenngleich der Besucherzustrom infolge der Hitze nach der Eröffnung zunächst etwas abebbte. Doch kaum hatten am frühen Abend Wolkenformationen die Kraft der Sonne gemildert, strömten die Besucher aus allen Richtungen auf den Marktplatz. Auch galt es einen guten Platz für das Konzert der Bibliser Brass Band unter Leitung von Thomas Reis zu ergattern, die vor der Bühne in großer Runde Platz genommen hatte. Die Band Smalltown Manics hatte ihr Equipment bereits auf der Bühne installiert, um anschließend das Areal mit heißen Rhythmen zu versorgen. Der Marktplatz wurde voll, die Sitzplätze und Stehtische waren belegt, ein fröhliches Treiben. Zur Eröffnung sprach der Erste Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf lobend über den Marktplatz, der einmal ein Parkplatz gewesen sei, als gelungenes Werk. Auch Ruven Kronauer, Vorsitzender der Gemeindevertretung, erinnerte an die Vorgeschichte mit Beschlüssen, Planungen und Workshops, bis endlich ein ordentlicher Platz entstanden ist. Majestätische Wünsche für freundliche Begegnungen sprach Gurkenkönigin Lara-Marie I. aus, an ihrer Seite Gurkenprinzessin Emilia. Viele Besucher dokumentierten mit ihrer Unterschrift auf den Seiten des rot eingebundenen Ehrenbuches der Gemeinde Biblis ihre Begeisterung für nachfolgende Generationen. „Fröhlich klingen unsere Lieder“ war das erste der drei Stücke des Gesangvereins Frohsinn unter Leitung von Herbert Ritzert. Passend zum Anlass erklangen die Lieder „ Gut wieder hier zu sein“ und „Butterfly“. Unter den Besuchern waren auch Bürgermeister Boris Wenz aus Bürstadt und der Groß-Rohrheimer Bürgermeister Karsten Krug. Das 15-köpfige ehrenamtliche Marktteam hat dieses Ereignis vorbereitet und kümmert sich weiterhin um Veranstaltungen wie die Weinzeit. 

    Der Marktplatz nach der Eröffnung in der Gluthitze von oben gesehen.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Anknüpfen an uralte Tradition – neue Marktordnung in Arbeit

    Ein Marktplatz ist in Biblis nichts vollkommen Neues, wie Bürgermeister Großmann ausführte, man knüpfe an eine lange frühere Tradition an. Günter Mössinger, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Nordheim war nämlich bei seinen Recherchen im Gemeindearchiv auf bemerkenswerte Dokumente gestoßen. Zwar sei bislang bekannt gewesen, dass Biblis im Jahr 1870 die Genehmigung für einen Wochenmarkt erhalten hatte und 1913 ein Gurkenmarkt mit eigener Marktordnung eingeführt wurde, aber bereits in den 1770er Jahren habe in Biblis immer am Kerwemontag ein Jahrmarkt stattgefunden. Ereignisse wie Hochwasser und die Napoleonischen Kriege unterbrachen die Tradition bis 1847 die Gemeinde die Wiedereinrichtung des Jahrmarktes beantragte. Bemerkenswert findet Großmann, dass schon damals die Vorzüge von Biblis als gut erreichbar und als zentraler Treffpunkt für die Menschen der umliegenden Orte hervorgehoben wurden. Deshalb eröffne die Gemeinde nicht einfach einen neuen Platz: „Wir führen eine alte Tradition fort und geben ihr einen modernen Rahmen“. Die moderne Vorgeschichte reiche bis ins Jahr 2014 zurück, als die Idee erstmals diskutiert wurde. Mit Beginn der neuen Wahlperiode 2021 nahm die Vision Fahrt auf, Beschlüsse seien gefasst und damit die Grundlage für diesen Marktplatz geschaffen worden. Großmann dankte der Gemeindevertretung, dem Gemeindevorstand und seinem Amtsvorgänger Volker Scheib, unter dessen Verantwortung die Umsetzung des Beschlusses begonnen worden sei. An dieser Stelle kam Applaus auf. Von einer Marktordnung aus dem Jahr 1858 berichtete Günter Mössinger, der mit Pickelhaube aus Kaisers Zeiten und Uniform als „Polizei-Offiziant“ zu erkennen war. Genau und streng war der Markt geregelt mit Aufbau und Abbau, Standplätzen vom Rathaus bis in die Kirchstraße für einheimische und auswärtige Verkäufer in vierzehn Kategorien vom Holzwarenhändler bis zum Viehverkäufer. Kappenmacher, Schuhmacher, Kübler und Sattler waren vertreten, Buden Karussells, Seiltänzer und Waffelbäcker gab es. Um mehr Platz zu schaffen, wurde der Neubau der  St. Bartholomäuskirche 20 Jahre später über fünfzehn Meter von der Straße zurückversetzt. An einer neuen Marktordnung werde gerade gearbeitet, verkündete Großmann, damit Vereine, Unternehmen, Initiative und Veranstalter den Markplatz möglichst unkompliziert nutzen können. 

    Gepflegt feiern im Freien ist auf dem neuen Marktplatz angesagt. Der Stehtisch ist liebevoll vom Marktteam dekoriert – „Schön – dass du da bist“ ist der Willkommensgruß auf der Hülle des elektrischen Teelichts und der kleine Aschenbecher ist mit „Marktplatz Biblis“ beschriftet.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Marktplatz in Entwicklung

    Den Bürgerinnen und Bürgern sagte Bürgermeister Großmann: „Dieser Marktplatz gehört nicht der Verwaltung, nicht dem Bürgermeister und nicht der Politik – er gehört uns allen“. Auch dass der Marktplatz noch in Entwicklung ist, betonte Großmann, ein Spielbereich für Kinder und Jugendliche soll noch eingerichtet und eine Toilettenanlage einen geeigneten Platz finden. Da der Marktplatz, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, auch einige Parkplätze bietet, werden laut Bürgermeister derzeit Gespräche über Schnellladesäulen für E-Fahrzeuge und Ladepunkte für E-Bikes geführt, Fördermöglichkeiten würden geprüft. Technisch sei der Platz auf dem neuesten Stand mit dimmbarer, bedarfsgerechter LED-Beleuchtung, ein öffentlicher WLAN-Hotspot werde zur Verfügung stehen. Viele weitere Ideen wie ein Lichtkonzept für die Abendstunden und den Weihnachtsmarkt seien im Gespräch. Für Pflege, Unterhalt und Sauberkeit sei der Bauhof zuständig. Die Tische und Bänke, gespendet von der Bürgerstiftung, werden gelagert und stehen für Veranstaltungen zur Verfügung. Für Regenwasser wurde ein Versickerungssystem mit Mulden um den Marktplatz herum angelegt, um die Kanäle in der Hochschildstraße und Bachgasse zu entlasten. 

    Hannelore Nowacki

     

     

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