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  • Mo., 05. Februar 2018, 16:51 Uhr
    Riedrode, das Dorf der Helden und närrischen Geschichten

    „Einmal im Leben ein Superheld zu sein …“ 

    üttenredner Sebastian Kreiling hatte nicht gereimt, dafür aber kräftig derb verbal ausgeholt.  Foto: Hannelore Nowacki


    RIEDRODE – „Einmal im Leben ein Superheld zu sein …“ – diese Sehnsucht ließ sich am Samstagabend im Bürgerhaus zu Riedrode bei der SG-Fastnacht zu diesem Motto ganz einfach verwirklichen. Ein passendes Kostüm aus der Heldengalerie der Hollywoodfilme und ein ordentlicher Schuss Spaß an dörflicher Fastnacht waren die notwendigen Heldenattribute. Im bunt gemischten Publikum gab es aber nicht nur Helden, die Fans der Sportgemeinde Riedrode lieben die kulturelle und historische Vielfalt wie an den Kostümen erkennbar war. Bierzeltgarnituren mögen nicht sehr bequem sein, aber die schmalen Bänke bieten der Fastnacht die Möglichkeit beim Schunkeln und Feiern näher zusammenzurücken. Zur Einstimmung führten „Mr. Supersixpack“ (Bernd Deckenbach) und „Superman“ Fabian Kreiling vor, was passiert, wenn man wie beim „Dinner for One“ nur mit imaginären Gästen wie Captain America und Spiderman am Tisch sitzt und das Weizenbier alleine trinken muss. Da tröstet auch das Schwartenmagenbrötchen nicht wirklich. Das Bedienen fällt immer schwerer, der Held kommt schwer ins Schnaufen. Ganz anders die flotten Bedienungen im vollen Saal, die sicher die Tabletts mit Gläsern und Flaschen balancierend,  die Dürstenden in jeder Ecke erlösten. „Mr. Supersixpack“, ausgestattet mit angeheftetem behaartem Dickbauch, der zu seinem Glück nach Feierabend abnehmbar war, führte das Publikum durch den Abend, stets einen kessen Spruch auf den Lippen.

    Sabine Gündling brachte das Publikum als „Erna Gindling“ zum Lachen. Foto: Hannelore Nowacki


    Was aber macht einen richtigen Helden aus? „Mr. Supersixpack“ hatte eine plausible Erklärung parat: „Einer, der Böses beklagt, mit großem Mut und edlem Charakter die Menschen beschützt“ kann sich als Held fühlen. Einige martialische Heldenfiguren zierten das Bühnenbild, das Doris Lamoth gestaltet hatte. In die Magie der Dunkelheit führte die Tanzvorführung der „Riedschnittchen“, Finsternis im ganzen Raum, auf der Bühne zuckten Leuchtknäuel im Rhythmus der Musik hin und her, Hosenträger leuchteten und an den tanzenden Hüten blinkten rote Lichter. Ein leuchtendes Bühnengemälde in Bewegung entsteht schließlich, dazu die fetzige  Musik, von der Bühne fliegen bunte Leuchtstäbe in den Saal – die Zuschauer reißt es jubelnd von den Bänken, rhythmischer Applaus belohnt diese Vorführung in zauberhafter Dunkelheit. Ein mittelalterlicher Held mit Riedroder Schild trat ans Mikrofon, um zur ersten Büttenrede des Abends anzusetzen – Sebastian Kreiling als „Riedrode-Man“ zieht mit Witzen, Anekdoten und derben Zoten vom Leder. Zunächst noch ganz harmlos, aber immer ungereimt wegen der Vielzahl der Vorfälle. Ein nagelneuer BMW kommt dreimal mit Getriebeschaden in die Werkstatt. Wie konnte das passieren? Erzählt der Fahrer, bei Tempo 160 schalte er in den Rallye-Gang, der mit dem „R“. Das erwartete Bürstädter Prinzenpaar Alexandra I. und Thomas II. und Gefolge machten ihre Aufwartung mit närrischen Grüßen, erhielten den SG-Orden und eilten zum nächsten Termin. Zum zweiten Mal gastierten die „Reitermädels“ vom Riedroder Reitverein bei der SG-Fastnacht mit einer Tanzvorführung, die ihnen viel Applaus einbrachte. Nach der Pause übernahm Frank Stier das Mikrofon, um nach Art eines Bänkelsängers Fehltritte und andere Geschehnisse in Riedrode von namentlich genannten und im Saal anwesenden Einwohnern zum Besten zu geben, verbürgt ist jedoch, dass wohl das meiste mehr Dichtung als Wahrheit ist. „Razzia!“ – das Männerballett, die Brunnebutzer vom 1. Riedroder Fastnachtsclub, besetzten den Saal mit polizeiliche Ansage, um sich wenig später auf der Bühne akrobatisch zu bewähren, einige Kleidungsstücke wurden abgeworfen. Zur nächsten Büttenrede trat die grundsolide „Erna Gindling“ alias Sabine Gündling an, gerade aus ihrem Spanienurlaub mit ihrer Freundin zurückgekehrt. Seltsames hatte sie dort beim Einkaufsbummel erlebt, aus dem Koffer holte sie als Souvenirs eine mehrschwänzige Peitsche und rosa Kugeln, vielleicht als Ohrschmuck nützlich? Am Ende war das Publikum bereit für ihren Song „Der ganze Saal ist in Ekstase – aber bitte mit Sahne“. Für Sänger Paul Fuchs war nach der Pause ein halbe Stunde im Programm reserviert. Vor dem Finale trat das vereinseigene Männerballett auf, danach hatte der DJ bei der Party bis in die Nacht freie Bahn. Hannelore Nowacki

     

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