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Fr., 27. Oktober 2017, 10:48 Uhr
Besuch bei der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis im Training
Einsätze in Hessen – Training in Groß-Rohrheim
Gefunden! Flächensuchhund Elu hat seine Aufgabe gut gemacht. Auf der Isomatte lag die SPD-Landtagsabgeordnete und Kreistagsabgeordnete Karin Hartmann, die der Rettungshundestaffel Bergstraße – Odenwald ihre Unterstützung bei der Suche nach einem zentraler gelegenen Vereinsgelände zusagte. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Strahlender Sonnenschein, vielleicht einer der letzten warmen Herbsttage an diesem Mittwoch, die Rettungshundestaffel Bergstraße – Odenwaldkreis e. V. trainiert auf dem Wiesengelände der Groß-Rohrheimer Hundefreunde für den Einsatz, der in diesem Jahr schon 30 Mal von der Polizei zur Suche vermisster Menschen angefordert wurde. Häufig sind orientierungslose, verwirrte ältere Menschen zu suchen, zu etwa zehn Prozent Kinder und Jugendliche, etwa zehn Prozent sind „Suizidale“. Zwei gut gelaunte Rettungshunde, Elu und Pinky, die im zotteligen Haar eine rosa Schleife trägt, begrüßen die Besucher neugierig und verbreiten eine fröhliche Stimmung. „Unsere Hunde lieben Menschen und sehen nur das Gute“, erklärt Harald Fertig den Besuchern. Der 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Bensheim ist auch Einsatzkoordinator und Hundeführer. „Unsere Hunde sind besonders freundlich“, betont auch Werner Roth, Hundeführer von Pinky, ein Briard. Freude an der Arbeit strahlen aber auch die anderen Rettungshunde aus, Labrador und diverse Mischungen. Die SPD-Landtagsabgeordnete und Kreistagsabgeordnete Karin Hartmann ist gekommen, um die Arbeit der Rettungshundestaffel
kennenzulernen und dem Verein zu helfen, ein geeignetes Trainingsgelände zu finden. Die Vereinsförderrichtlinien werden gerade überarbeitet, berichtete sie. Auch den Landrat werde sie anschreiben. Die Politik sieht sie hier in der Pflicht. Aus Grasellenbach kommend, hatte sie, wie die meisten Vereinsmitglieder, eine längere Autofahrt hinter sich. Vereinsvorsitzender Fertig wünscht sich für den Verein ein zentraler gelegenes, eigenes Trainingsgelände, möglichst näher an der Bergstraße und Odenwald bei Heppenheim oder Bensheim. Ideal wäre eine Fläche von ein bis zwei Hektar, mit der Möglichkeit Container aufzustellen, mit Strom und Wasserversorgung. Mittlerweile waren weitere Vereinsmitglieder mit ihren Hunden eingetroffen. Die Besucher erlebten nun, wie die Hunde arbeiten. Karin Hartmann legte sich mutig auf die ausgelegte Isomatte. Zuvor hatte Vereinsmitglied Hanne Schirmer als vermisste Person gezeigt, wie es geht. Franziska Fertig, Tochter des Vorsitzenden und mit Hund noch in Ausbildung, führte Hund Elu, der seine Aufgabe als Flächenhund gut erledigte und sich über das verdiente Leckerli freute. Bei der Prüfung muss ein Flächenspürhund innerhalb eine vermisste Person innerhalb von 20 Minuten auf einer 30.000 Quadratmeter großen Fläche gefunden haben. Ronny Haker, 2. Vorsitzender, ebenfalls Einsatzkoordinator und Hundeführer von Kira, bereitete eine weitere Vorführung vor. Aus seinem Trainingskoffer suchte er ein getragenes T-Shirt als Geruchsartikel heraus, von dem Mantrailer Pinky eine Nase voll nahm und seine Aufgabe zügig erfolgreich beendete. Erstaunliches erfuhren die Besucher aus der Vereinsarbeit. Die ehrenamtlich tätigen Retter finanzieren sich aus privaten Mitteln und Spenden, sie kommen für ihre Einsatzkleidung, Fahrten, Ausbildung und Prüfungen selbst auf. Der im Februar 2013 gegründete, als gemeinnützig anerkannte Verein, unterstützt die Polizei bei der Vermisstensuche in Hessen, ist aber auch mal in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterwegs. Mit der hessischen Polizei wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. „Wir sind 20 sehr engagierte Mitglieder einschließlich Vorstand, erläuterte Harald Fertig, alle sind berufstätig. Dazu gehören 13 Hundeführer, 15 Hunde und sieben Helfer ohne Hunde. Auf eindrucksvolle Zahlen kann Fertig verweisen, hinter denen immer menschliche Schicksale stehen. Seit Gründung hatte der Verein 173 Einsätze, 35 waren es 2016, bereits 30 in diesem Jahr. Nicht alle vermissten Personen werden lebend gefunden, auch das müssten die Hundeführer verkraften. Trainiert wird sonntags, mittwochs und zusätzlich trainieren die Mantrailer auch dienstags jeweils viele Stunden. Weitere Informationen unter www.Rettungshunde-Bergstrasse.de. Hannelore Nowacki Jeden Mittwoch ist Training auf dem Vereinsgelände der Hundefreunde Groß-Rohrheim. Auch bei Regen und Kälte sind die ehrenamtlichen Einsatzkräfte hier, die neben ihrer Berufstätigkeit viel Zeit und Energie für Training und Ausbildung aufwenden. Foto: Hannelore Nowacki