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  • Fr., 26. Januar 2024, 12:57 Uhr
    KLEINKINDBETREUUNG: Angespannte Personalsituation noch nicht behoben / weitere Maßnahmen ergriffen

    Einschränkungen in der Kinderkrippe Zwergenschloß

    LAMPERTHEIM – Bereits vor dem Jahreswechsel war die Personalsituation in der Kinderkrippe Zwergenschloß in Neuschloß, wie in vielen anderen Kitas in Lampertheim und Umgebung, herausfordernd. Mit internen Maßnahmen konnten die Auswirkungen abgefangen werden. Durch die Entwicklungen der letzten 14 Tage hat sich die Situation jedoch noch einmal verschlechtert. Bis zu drei weitere Erzieherinnen können ihren Dienst derzeit nicht leisten, sodass weitere Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs, vor allem zur Einhaltung der Aufsichtspflicht, notwendig sind. Die Öffnungszeiten müssen angepasst, die Einrichtung um eine Gruppe reduziert und ein Aufnahmestopp beschlossen werden. Eine Gruppenreduzierung ist in Lampertheim ein Novum.

    Anpassung der Öffnungszeiten erfolgte ab dem 22. Januar auf 07.30 bis 16 Uhr. Die Gebühren werden ab Februar angepasst.

    Als erste Maßnahme greift ab dem 1. Februar eine Reduzierung der Gruppenanzahl von fünf auf vier Gruppen; es können gleichzeitig nur 48 Kinder auf 60 Plätzen betreut werden. Um dies zu erreichen wird folgendes umgesetzt: Die reduzierten Öffnungszeiten bestehen fort. Alle anstehenden Wechsel in die Kindergärten werden auf frühzeitige Wechselmöglichkeiten geprüft. Zu den betroffenen Eltern wird hierzu das Gespräch gesucht. Kinder von Eltern, die gerade nicht berufstätig sind, weil sie z.B. in erneuter Elternzeit von Geschwisterkindern sind, können nicht mehr betreut werden. Dies entspricht dem grundsätzlichen Aufnahmekriterium der Berufstätigkeit. Betroffene Eltern werden persönlich angesprochen und erhalten einen entsprechenden Bescheid. Aufnahmestopp neuer Kinder, indem Kinder auf der Warteliste nicht mehr aufgenommen werden. Kinder, welche bereits eine Zusage zur Aufnahme erhielten, werden aufgenommen. Die Gruppenkonstellationen der Kinder und Erzieherinnen müssen zum Teil angepasst werden.

    Gründe für die Maßnahmen

    In der Kinderkrippe Zwergenschloß liegt ein Fachkraftschlüssel von 16,5 Fachkraftstellen vor, welche mit Vollzeit- und Teilzeitkräften besetzt sind. Im Februar 2024 werden nur 11,25 Fachkraftstellen besetzt sein. Auch das Küchenteam ist aktuell nicht in vollem Umfang im Dienst und wird durch die Fachkräfte unterstützt. In den letzten zwei Wochen mussten drei Fachkräfte melden, dass sie sehr kurzfristig bis auf Weiteres nicht mehr ihren Dienst leisten können. Weiter liegt eine Kündigung ab März vor. Besonders Beschäftigungsverbote auf Grund von Schwangerschaften stellen die Kita-Verwaltung dabei vor große Herausforderungen in der Personalbewirtschaftung.

    Im Jahr 2023 gab es in der Kinderkrippe Zwergenschloß eine durchschnittliche Krankheitsquote von vier Mitarbeiterinnen, die im Schnitt jeden Tag krankheitsbedingt gefehlt haben. Aktuell setzt sich dieser Schnitt fort. Die aktuelle Situation wirkt sich auch auf die Belastung des bestehenden Teams aus.

    Maßnahmen zur Verbesserung der personellen Situation:

    Zwei Erzieherinnen haben sich bereit erklärt vorübergehend ihre Arbeitszeit um 25% zu erhöhen.

    Bereits im Dezember wurden zwei Stellen ausgeschrieben wovon eine ab dem 2. Quartal 2024 besetzt werden kann. Die offene Stelle wird erneut ausgeschrieben. Die Ausschreibungen sind unbefristet erfolgt, um die Attraktivität zu steigern, dennoch lässt sich daran die schlechte Bewerberlage verdeutlichen. Zudem werden zwei Hilfskraftstellen, eine Küchenhilfe sowie Krankheitsvertretungen ausgeschrieben.

    Aushilfen aus anderen städtischen Kitas waren in der Vergangenheit durchaus ein adäquates Hilfsmittel um solche Situationen kurzzeitig abzufedern, in der aktuellen Lage müssten diese jedoch dauerhaft zur Verfügung stehen. Da die Personalsituation in anderen Einrichtungen ebenfalls angespannt ist, ist diese Möglichkeit derzeit nicht gegeben.

    Zeitraum

    Aktuell kann noch keine belastbare Prognose abgeben werden, wann die Einschränkungen aufgehoben werden können. Stellenbesetzungen könnten mittelfristig Abhilfe schaffen. Daher gelten alle Maßnahmen zunächst bis zum Ende des Kita-Jahres (31.07.2024). Sollten bereits vorher Verbesserungen eintreten, können die Maßnahmen gegebenenfalls zu einem früheren Zeitpunkt aufgehoben werden.

    Beteiligungsverfahren

    Der Elternbeirat wurde in Form einer außerordentlichen Sitzung am 24.01.24 informiert. Für Februar ist ein Elternabend vorgesehen. Die aktuelle Situation sowie die getroffenen Maßnahmen wurden dem Jugendamt als „besonderes Vorkommnis“ gemeldet und man steht mit der Fachberatung im Austausch. Die politischen Gremien werden sobald wie möglich ebenfalls umfassend informiert. zg

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