
BÜRSTADT – Auf dem schmalen Landstreifen mit einer Fläche von 1.780 Quadratmetern zwischen Gleisen und der Industriestraße kann ein Ärztehaus mit Parkplätzen gebaut werden. Daran hat eine Investorengruppe hat Interesse bekundet und Mieter für Arztpraxen stehen ebenfalls in den Startlöchern. Bislang hat Unkraut und Wildwuchs samt Bauzaun das Bild geprägt, nachdem sich Pläne für eine Wohnbebauung nach Investorenrückzug zerschlagen hatten. Nun ein neuer Anlauf: Der Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung hatte sich einstimmig für den Grundsatzbeschluss ausgesprochen und im Haupt- und Finanzausschuss ergab sich mit 9-Jastimmen und einer Enthaltung eine deutliche Mehrheitsempfehlung. Die Entscheidung ist am 5. März in der Stadtverordnetenversammlung zu erwarten, die diesmal im Bürgerhaus Riedrode um 19.30 Uhr stattfindet. Bürgermeister Boris Wenz (SPD) teilte mit, dass ein Erbbaurechtsvertrag über maximal 50 Jahre mit einem vernünftigen Erbbauzins angedacht sei. Ein Bebauungsplan sei in Arbeit. Man könne heute nicht wissen, was sich in fünfzig Jahren dort verkehrsmäßig entwickelt.
Foto: Hannelore Nowacki
Wohnbebauung, Gewerbe und Obdachlosenunterkunft am Bibliser Pfad möglich
Pläne der Stadt Bürstadt für das Gelände einer aufgegebenen Gärtnerei „Nördlich Bibliser Pfad“ gibt es durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Aufstellung eines Bebauungsplans schon seit Juni 2020. Seither haben sich Eigentumsverhältnisse geändert, nicht die gesamte Fläche steht zur Verfügung, aber eine wesentliche Teilfläche für den Wohnungsbau. Die derzeitigen Eigentümer, eine Investorengruppe, will dem Wunsch der Stadt entsprechend dort aufgelockert ein städtebauliches Konzept mit 42 Wohneinheiten, davon 22 Mietwohnungen umsetzen – mit Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern und auch Mehrfamilienhäusern. Michael Schweiger und Jara Grüner vom Planungsbüro Schweiger und Scholz aus Bensheim stellten dem Ausschuss das Planungsgebiet zwischen „Bibliser Pfad“ im Süden, der Bahnstrecke im Osten, der Mainstraße im Westen und dem Einzelhandelszentrum im Norden vor. Der zusätzliche Verkehr soll durch den Ausbau des bestehenden landwirtschaftlichen Weges zur Einbahnstraße mit Ausfahrt in die Mainstraße abfließen, in ausreichender Breite für Müllabfuhr, Rettungsdienste und Feuerwehr. Durch die zulässige gewerbliche Nutzung können Dienstleistungsbetriebe angesiedelt und Lagerflächen für Vereine geschaffen werden, die seit Abriss der Raiffeisenhallen Bedarf haben. Jürgen Heiser (FDP) sieht hier „grundsätzlich eine gute Entwicklung“. Heinz Huth (Freie Wähler) findet 1,5 Parkplätze pro Wohneinheit zu wenig, ansonsten sei das Konzept okay. Alexander Bauer (CDU) wies darauf hin, dass es für eine Obdachlosenunterkunft in der Karlsbader Straße in den Rodstücken bereits einen geltenden Beschluss gebe, ein Bau am Bibliser Pfad sei daher längst noch nicht beschlossen. Wie Luciana Catalani-Wilhelm (SPD) vermisst er im Plan einen Fahrradweg. Zur Frage von Bernd Herd (Grüne) nach Sozialwohnungen erklärte Schweiger, dass die Stadt dies mit den Investoren verhandeln und eine Leitlinie entwickeln könne, rechnen könnte es sich durch Fördermittel. Nach eingehender Debatte machte der Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung mehrheitlich den Weg frei für die Öffentlichkeitsbeteiligung, die der Magistrat durchführt. Dass die Stadt Bürstadt sich ausdrücklich die Option für den Bau einer Obdachlosenunterkunft an dieser Stelle offenhält und die Investorengruppe dies ermöglichen würde, führte zur besorgten Frage von Michael Krebs, Geschäftsführer von Edeka Krebs im Einkaufszentrum Nord, vor Beginn der Sitzung. Ihm gehe es um die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden und auch um das Image des Einkaufszentrums, das von Kunden aus der ganzen Region frequentiert werde. Beschaffungskriminalität, Alkoholkonsum und Drogen seien dann Probleme direkt am Einkaufszentrum angrenzend. Übergriffe und Diebstähle kämen bereits jetzt vor. „Das nehmen wir mit und fließt in die Diskussion ein“, sagte Ausschussvorsitzender Michael Heidrich (CDU).
Hannelore Nowacki
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