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Fr., 07. Juli 2017, 09:00 Uhr
Arbeitskreis Dorferneuerung – neue Informationen zur Messplatzbebauung vorgestellt
Empörte Gegner der Messplatzbebauung nahmen die „politischen Kräfte“ aufs Korn
BOBSTADT – Am Mittwochabend ging es im Saal der Feuerwache Bobstadt heiß her, was jedoch nicht am sehr heißen Sommerwetter lag. Die Bebauung des Messplatzes stand auf der Tagesordnung des Arbeitskreises Dorferneuerung, den Moderator Stefan Lösch im Auftrag der Stadt Bürstadt zur Information über den aktuellen Stand der geänderten Planung eingeladen hatte. Wie immer war die Sitzung öffentlich, wie Lösch betonte. Und weil Lösch mit großem Andrang gerechnet hatte, fand die Veranstaltung nicht im Alten Rathaus, sondern bei der Freiwilligen Feuerwehr statt. Auch die Mitglieder des Ortsbeirates, der im Anschluss tagte, waren anwesend. Im Saal waren die Sitzplätze belegt, auch nachdem immer mehr Stühle herbeigeschafft waren, einige der etwa fünfzig Anwesenden mussten mit Stehplätzen bis in den Flur Vorlieb nehmen. Eine Stunde stand für Information und Diskussion zur Verfügung, viel zu kurz fanden einige Diskussionsteilnehmer. Lösch appellierte zu Beginn an alle im Raum, bei allen Emotionen, die in dem Thema drin seien, sachlich zu bleiben. Arbeitskreissprecher Volker Utz gab zunächst einen kurzen Überblick über die Chronologie des Projekts Messplatzbebauung, wobei ihm wichtig war darauf hinzuweisen, dass der Arbeitskreis alles dokumentiert habe und das Projekt durch alle städtischen Gremien gegangen sei. Der Wunsch nach seniorengerechtem Wohnen sei aus der Bevölkerung gekommen, konkret hatten sich 57 Bobstädter vor drei Jahren in eine Liste eingetragen. Wie schon bei der Informationsveranstaltung mit Bürgermeisterin Barbara Schader im November, übernahm Andreas Blüm, technischer Leiter bei der Firma MARA-BAU, die Darstellung der baulichen Belange. Dafür dankte ihm Utz. Wie Blüm anhand seiner Bildpräsentation ausführte, werde es wegen des Grundwassers unter dem Messplatz aus Kostengründen keine Unterkellerung geben. Stattdessen werden Gebäudetechnik und Gemeinschaftsraum in einem Seitenflügel untergebracht. Die Grünfläche werde etwas kleiner, zwei PKW-Stellplätze werden nach Norden verlegt. Auf der Anlage sei aber immer noch sehr viel Grün vorhanden. Dass der Grundwasserstand bei 2,50 Metern liege, habe er bei einer Bohrung festgestellt, die erst nach Genehmigung der Stadt Bürstadt möglich gewesen sei. Auf Wunsch von Interessenten seien zwei Balkone in der Planung auf die Südseite verlegt worden. Die Firsthöhe bleibe erhalten wie bereits vorgestellt, wobei der Baukörper die umliegende Bebauung nicht überrage. Beim oberen Geschoss handele es sich um ein klassisches Staffelgeschoss, kein Vollgeschoss – entsprechend der Hessischen Bauordnung. Blüm machte deutlich, dass er sich von Berufs wegen an Gesetze halte. Im Laufe der folgenden Fragerunde und Diskussion sparten empörte Gegner des Projekts nicht mit heftiger Kritik an dem befürchteten „Riesenensemble“ und herabwürdigenden Äußerungen. Eine streitbare Anwohnerin fragte Blüm: „Sind Sie überhaupt in der Lage, den Bau abzuwickeln?“ Den Arbeitskreismitgliedern wurde vorgeworfen: „Warum verteidigt der Arbeitskreis nicht sein Projekt?“ Versöhnlicher äußerte sich eine Anwohnerin gegenüber Blüm als „Leidtragender dieses Projekts“. Ein Wortführer erklärte, die Aufregung über die „politischen Kräfte“ komme daher, wie man mit den Bürgern umgehe. Am Erhalt des öffentlichen Spielplatzes äußerten einige Sprecher Zweifel. Im Brennpunkt der Vorwürfe stand das Thema Geschosszahl und die Meinung einiger, sie als Bürger seien übergangen worden. „Wir sind gegen die Bebauung“ war zu hören, aber nicht gegen Senioren eingestellt, für betreutes Wohnen gebe es jedoch keinen Bedarf. Eine Anwohnerin glaubte, betreutes Wohnen sei eigentlich ein Altenheim. Dass der private Vorgarten der Anlage kein öffentlicher Spielplatz sein könne, sorgte bei einer Fragestellerin für große Empörung. Zur Frage, warum statt der anfänglich Die sachlichen Informationen vermochten die Gegner der Messplatzbebauung nicht zu überzeugen. Foto: Hannelore Nowackibeschlossenen zwei Geschosse jetzt vier Stockwerke geplant seien, nahm Ortsvorsteher Uwe Metzner Stellung: Ein Beschluss eines Gremiums könne auch durch einen Beschluss geändert
werden. Moderator Lösch teilte einen neuen Sachstand die Geschosszahl betreffend mit. Nach einem Gespräch des Ortsvorstehers mit dem Bauamtsleiter Frank Lindemann am Morgen werde der Ortsbeirat sich in einem Antrag für drei Vollgeschosse aussprechen. Wurde die Bevölkerung an der Planung nicht beteiligt? Diesen Vorwurf versuchte Lösch mit Hinweisen auf die öffentlichen Sitzungen, die Verteilung der Sitzungsprotokolle per E-Mail an alle Arbeitskreismitglieder und die Presseberichte zu entkräften. Eine schweigende Mehrheit nahm die Diskussion zur Kenntnis. Hannelore Nowacki