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  • Mo., 22. Mai 2023, 15:04 Uhr
    PARTNERSCHAFT: KKM Biblis besucht nach vierjähriger Corona-Pause die französischen Freunde der „Jumelage“ 

    „Endlich wieder Gravelines besuchen können!“

    Die KKM Biblis besuchte die französischen Freunde der „Jumelage“ in Gravelines. Foto: oh


    BIBLIS — „Wir sind so froh, unsere Freunde wiedersehen zu können!" Dieser Gedanke war bereits während der Vorbereitung auf die bevorstehende viertägige Reise der Katholischen Kirchenmusik Biblis e.V. (KKM) in die französische Partnerstadt in allen Familien sowohl in Biblis als auch in Gravelines deutlich spürbar. Die Liste der interessierten Mitreisenden wurde immer länger. Bereits etliche Wochen zuvor wurden auf französischer Seite die ersten Details bzgl. Ausflüge und gemeinsamer Abschlussabend geplant. Ebenso wurden in Biblis die wöchentlichen Orchesterproben fleißig genutzt, um sich auch musikalisch auf das lang ersehnte Wiedersehen vorzubereiten. Denn schließlich stand bereits zu Beginn der Planung fest: „Die Musikinstrumente werden mitgenommen. Wir machen auch dieses Mal in Gravelines wieder Musik - so wie immer in den vergangenen 30 Jahren!“ Denn so lange besteht bereits die Freundschaft zwischen der KKM und dem Pfarrgemeindeverbund Gravelines/Les Huttes/Petit-Fort-Philippe, die ein fester Bestandteil der offiziellen Städtepartnerschaft zwischen Biblis und Gravelines ist. An Christi Himmelfahrt war es dann endlich so weit: 19 Mitglieder und Freunde der KKM im Alter zwischen 16 und 78 Jahren machten sich frühmorgens um 7 Uhr auf den Weg in die Partnerstadt in der „Region Hauts-de-Nord“ im „Département du Nord“. Im Gepäck mit dabei: Die Instrumente, Rieslingsekt aus der Bergsträßer Region als offizielles Geschenk für den gemeinsamen Abend, viele persönliche Gastgeschenke und jede Menge Erinnerungen an die vergangenen Jahre in Form von Fotos und Erzählungen, wodurch die knapp 600 km lange Fahrt sehr kurzweilig und entspannt verlief. Viele Mitreisende fahren bereits seit 1992 regelmäßig mit, aber auch vier "Neulinge" durften an Bord begrüßt werden. Kurz vor 17.00 Uhr erreichte die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein das Ziel. Der Empfang im Salle Cinéma Merlen in Petit-Fort-Philippe war wie immer sehr herzlich und liebevoll. Die vierjährige Corona-Pause hatte zwar die gegenseitigen persönlichen Besuche verhindert, aber nicht die langjährige Freundschaft gemindert, schließlich stand man in den vergangenen Jahren dank Social Media, Telefon und Co. weiterhin in regelmäßigem Kontakt miteinander. Am Freitag stand der Besuch des Parks „Saint Joseph“ auf dem Programm. In diesem Freilichtmuseum hatte man die Möglichkeit, in einem liebevoll nachgebauten kleinen französischen Dorf gemeinsam in alte Zeiten einzutauchen, verschiedene Handwerksberufe, deren Originalwerkzeuge und Werkstätten zu besichtigen. Mehrere Windmühlen, ein altes Klassenzimmer sowie eine Kapelle, eine Muttergottesgrotte und ein Kreuzweg gehörten ebenfalls dazu. Als gemeinsames Mittagessen stand „Pot‘je Vleesch“ (ein kleiner Topf mit geschmortem Fleisch, Pommes Frites und Salat) auf der Speisekarte. Die flandrische Spezialität macht den Einfluss des belgischen Nachbarlandes auf die Region deutlich. Selbstgebackene, noch warme belgische Waffeln mit Vanilleeis als Dessert durften daher natürlich auch nicht fehlen. Der Samstagvormittag stand zur freien Verfügung und wurde entsprechend ausgiebig für private Aktivitäten genutzt. Am Nachmittag ging es dann gemeinsam ins 25 km entfernte Calais. Hier wurde bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel ein Spaziergang an der großzügig angelegten Promenade mit Blick auf den Sandstrand und das Meer mit den riesigen und doch klein wirkenden Fähren für etliche Mitreisende zum heimlichen Höhepunkt der Fahrt. Einige streckten spontan ihre Füße ins Meer, ließen den mitgebrachten Drachen steigen oder bewunderten den mächtigen feuer- und nebelspeienden 4m hohen und 8m langen Riesendrachen, der sich als Attraktion auf der Strandpromenade entlangschlängelte. Um 18.00 Uhr kamen alle wieder im Salle Cinéma Merlen zusammen, um den traditionellen Abschlussabend musikalisch mit einer kleinen Andacht zu eröffnen. Neun Musiker*innen der KKM spielten Kirchenlieder, die auf französisch bzw. deutsch mitgesungen wurden. Texte aus der Bibel sowie Fürbitten wurden vorgetragen, und für alle, die nicht (mehr) an der Fahrt teilnehmen konnten, wurde eine Kerze entzündet. Ein gemeinsam gesprochenes deutsch-französisches Vaterunser sowie ein Marienlied beendeten die besinnliche (halbe) Stunde. Anschließend begann die gemeinsame „Soirée“, wie man in Frankreich zu sagen pflegt: ein gemütliches Abendessen mit einem klassischen Aperitif, vielen herzhaften Speisen und Getränken, französischem Käse mit Baguette sowie einem leckeren Kuchendessert als Nachtisch. Wer an diesem Tag noch nicht genug Meeresbrise geschnuppert hatte, konnte nochmals kurz vor die Tür gehen und den Sonnenuntergang am Strand bewundern. Dies nutzten vor allem die acht Jugendlichen aus Gravelines und Biblis, dies sich auch trotz der sprachlichen Unterschiede auf Anhieb gut verstanden und bis spät in den Abend hinein am Strand ihre eigens erstellte Playlist französischer und deutscher Lieder gemeinsam anhörten. Am nächsten Tag hatten einige dann doch Tränen in den Augen, als man sich von den langjährigen Freunden verabschieden musste und die Heimreise antrat. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Gemeinde Biblis sowie die Bürgerstiftung Biblis, die diesen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft finanziell unterstützt haben. Das Fazit lautet (auch dieses Mal wieder): „Die gelebte Partnerschaft ist eine Bereicherung für alle – ob jung oder alt – und wir freuen uns auf das Wiedersehen im nächsten Jahr in Biblis.“ zg

     

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