
RIED – Vom 8. bis 15. Juni unternahmen 15 Christen der Katholischen Pfarrei Alfred Delp Südliches Ried sowie vier Mitglieder aus weiteren Pfarreien der Bistümer Mainz und Limburg eine Pilgerfahrt nach Südpolen. Unter den Pilgern befanden sich auch der Leitende Pfarrer Christian Rauch, die Koordinatorin Birgit Bongiorno sowie Pfarrer Adam-Jan Malczyk, der aus Polen stammt und seitens der Pfarrei Alfred Delp die geistliche Leitung der Pilgerreise übernommen hatte. Durch ihn erhielt die Pilgergruppe Zugang zu Orten und besondere Gelegenheiten für Heilige Messen an Orten, die der Gruppe sonst verschlossen geblieben wären. Die erste Station der Flugreise führte die Gruppe nach Krakau. Erstes Ziel war die Altstadt von Krakau, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und von Kriegsschäden weitestgehend verschont geblieben war und umfangreich restauriert wurde. Exemplarisch seien der mittelalterliche Marktplatz, die Marienkirche, die Tuchhallen, die Kathedrale und das jüdische Viertel genannt, die beeindruckend waren. Die erste Heilige Messe im Herzen der Stadt stimmte die Pilger geistlich auf die Reise ein. Die Pilgerreise zeichnete sich sowohl durch den Besuch weltlicher Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten als auch ergreifende geistliche Höhepunkte aus.
Der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, dem Schauplatz des organisierten Massenmordes der Nationalsozialisten an den europäischen Juden und vielen anderen Menschen war ergreifend und bestürzend zugleich. Von tiefster Betroffenheit geprägt halfen Gespräche und gemeinsame Gebete der Gruppe durch diesen schweren Tag. Religiöse Höhepunkte der Reise waren zum einen die Fahrt zum Heiligtum „Zur Barmherzigkeit Gottes“, wo die Heilige Faustina verehrt wird. Auch dort konnten wir nach Begrüßung und Ausführungen durch eine dort lebende Ordensschwester eine Heilige Messe feiern. Der zweite und zentrale religiöse Höhepunkt der Pilgerreise war der Besuch von Tschenstochau – Jasna Góra –, dem größten und bedeutendsten polnischen Wallfahrtsort. Die Besichtigung der Wallfahrtstätten, die Teilnahme an Gebeten zusammen mit den vielen anderen Pilgern und vor allem das gemeinsame Feiern der Heiligen Messe direkt vor dem Gnadenbild waren ein Erlebnis, das tief nachwirkt und unvergesslich bleibt.
Die letzte Station der Reise war Breslau. Der Besuch des Dom- und Universitätsviertels standen dort auf dem Programm. Breslau war auch Ausgangspunkt für die Fahrten zum Annaberg, dem wichtigsten Wallfahrtsort der deutschen Volksgruppe in Oberschlesien, sowie nach Kreisau und Schweidnitz. Für die Pfarrei Alfred Delp hatte der Besuch von Kreisau, des ehemaligen Landguts der Familie Moltke, eine zentrale Bedeutung. Hier hatte sich der so genannte Kreisauer Kreis, dem auch der Jesuit Alfred Delp angehört hatte, im Geheimen getroffen. Der Kreisauer Kreis spielte eine wichtige Rolle im Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime. An diesem Tag wurde für die Pilgerinnen und Pilger an diesem historischen Ort, der heute eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte für polnische und deutsche Jugendliche beherbergt, deutsche Geschichte lebendig und greifbar. Insbesondere die tägliche Gemeinschaft, das gemeinsame Erleben, die gemeinsamen Gebete und täglichen Heiligen Messen haben die Pilger, die aus vielen unterschiedlichen Orten der Pfarrei Alfred Delp stammten, einander deutlich nähergebracht, zusammengeführt und Gemeinschaft entstehen lassen, die nun in der Pfarrei nachwirken wird. zg
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