Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Erfolgreich bei Dunkelheit, Rauch und wenig Sicht
Do., 18. September 2014, 08:52 Uhr
Inspektionsübung der Bürstädter Feuerwehren und DRK mit Lob bestanden / Schwierige Rahmenbedingung
Erfolgreich bei Dunkelheit, Rauch und wenig Sicht
Dunkel und eng wurde es bei dem Übungseinsatz an der Reithalle, an dem 15 Fahrzeuge beteiligt waren. Foto: Hannelore Nowacki
RIEDRODE/BÜRSTADT – Das Szenario für die Inspektionsübung in und an der Reithalle in Riedrode hatten Wehrführer David Rennert und sein Team genau geplant. Eine dramatische Lage würden die Einsatzkräfte vorfinden. Während einer Familienfeier ist es in der Küche zu einer Explosion gekommen, der Brand greift auf den Gastraum über und beflammt bereits den Gastank. In verschiedenen Bereichen der Halle und im Gastraum werden insgesamt sechs Personen vermisst. Diese in der Dunkelheit bei Rauch, bei wenig oder gar keiner Sicht schnell zu finden und zu retten war die Aufgabe. Die sechs blauen Dummys hatte das Planungsteam zuvor versteckt. Der Wald stand schon dunkel vor dem Abendhimmel, da bog das erste Löschgruppenfahrzeug mit Blaulicht und lautem Signalhorn in den schmalen Waldweg zur Reithalle ein. Dahinter kam das nächste Fahrzeug. Dreizehn Feuerwehrfahrzeuge bahnten sich den Weg und zwängten sich teilweise aneinander vorbei. Mittendrin zwei Rettungswagen mit vier ehrenamtlichen Helfern unter der Leitung von Lisa Wißing vom Ortsverband Bürstadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Schnell waren die Atemschutzgeräteträger kriechend in die verqualmten Räume vorgedrungen. Nach wenigen Minuten war die erste vermisste Person gefunden. Zügig brachten die DRK-Helfer die Geretteten aus der Gefahrenzone. Der fiktive Brand wurde auch aus der Höhe bekämpft. Dazu fuhr der Teleskopgelenkmast von der Wache Mitte seine Leiter mit Rettungskorb hoch in den nächtlichen Himmel aus. Auf dem weichen Sandboden wurde das schwere Fahrzeug mit Platten unter den Auslegern stabilisiert. Zwischenzeitlich hatte der Stromgenerator seine Arbeit aufgenommen und Flutlicht erleuchtete die Szenerie. Platt lagen die Schläuche auf dem Boden und aus den zielsicher ausgerichteten Strahlrohren spritzte kein Wasser. Der scheinbar gefährliche Rauch, der in der Halle die Sicht nahm und in den Himmel stieg, war das Produkt zweier Nebelmaschinen. Auf einer Fotomontage mit Lageplan, die für die Übung vorbereitet war, brannte das Gebäude bereits lichterloh und dicker schwarzer Qualm quoll aus den Fenstern. Stadtbrandinspektor Schwara erklärte eine Besonderheit am Einsatzort - der Saugbrunnen für das Löschwasser ist 300 Meter entfernt, viele Schlauchmeter müssen schnell verlegt werden. Auf dem schmalen Waldweg galt es, sich nicht in die Quere zu kommen. Schläuche sorgfältig aufrollen und alle Gerätschaften in den Fahrzeugen verstauen war die Arbeit nach der Übung.
Eine letzte Prüfung der Ausrüstung, dann suchen die Atemschutzgeräteträger in der Halle nach den vermissten „Personen“. Foto: Hannelore Nowacki
Bürgermeisterin Barbara Schader, oberste Dienstherrin der Feuerwehren in Bürstadt, beobachtete die Übung, ebenso Ortsvorsteher Hans-Georg Gött aus Bobstadt, die Riedroder Ortsvorsteherin Kirstin Garb, Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf, Erster Stadtrat Walter Wiedemann und weitere Vertreter der politischen Gremien. Als stellvertretender Kreisbrandinspektor verfolgte Werner Trares die Übung mitten im Geschehen. Die gemeinsame Einsatzleitung hatten die stellvertretenden Wehrführer von Riedrode und Bürstadt, Jörg Bechtold und Simon Lambrecht. Nach der Übung wartete auf die Feuerwehrleute und Gäste im Feuerwehrstützpunkt Mitte ein geselliger Abend mit Essen, das eine Firma gesponsert hatte. Die Grillmeister der Feuerwehr hatten Bratwurst und Steaks auf dem Feuer. Doch vorher war die Nachbesprechung dran. Als Aufsicht stellte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Trares fest, dass dieses Objekt wegen der Löschwasserversorgung sehr schwierig gewesen sei. Zu verbessern sei vor allem die Aufstellung der Löschfahrzeuge, die sich auf dem Waldweg im Weg gestanden hätten. Sein Fazit: „Ich bin mit der Übung zufrieden“. Das war auch Stadtbrandinspektor Uwe Schwara, der sich allerdings gewünscht hätte, dass die letzte Person nicht erst nach dreißig Minuten gefunden worden wäre. „Es ist ein beruhigendes Gefühl“, meinte Bürgermeisterin Schader abschließend zur gezeigten Leistung, auch habe die Zusammenarbeit mit dem DRK gut funktioniert.