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Do., 06. Dezember 2018, 10:11 Uhr
„Frauen für Frauen“ - Inner Wheel Club Mannheim spendet 1000 Euro für Frauenhaus
Erfolgreiche Kleiderbörsen brachten Spendengeld ein
„Es ist toll, was Sie leisten“, sagte Traudel Münch (links) bei der Spendenübergabe an Christine Klein, 1. Vorsitzende des Vereins Frauenhaus Bergstraße (4. v. links) in Anwesenheit von Clubschatzmeisterin Marianne Jacobs und Clubmeisterin Irene Landrock sowie Natalia Sedich (Leiterin der Frauenberatungs- und Interventionsstelle in Lampertheim, Domgasse 2, 1. OG, Sozialbüro) und Sonja Niederhöfer (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim). Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Im Frauenhaus Bergstraße in Bensheim fehlt es an Geld und Platz. Die Spende in Höhe von 1.000 Euro der Frauen des Inner Wheel Clubs Mannheim war daher sehr willkommen. Zur Spendenübergabe am Dienstagmorgen im Sozialbüro der Stadt Lampertheim im Haus am Römer waren Frauen zusammengekommen, die sich entweder ehrenamtlich oder beruflich für Frauen engagieren. Traudel Münch vom Inner Wheel Club Mannheim, in Lampertheim lebend, schilderte in ihrer Ansprache die Ziele des Rotarier-Frauenclubs, der weltweit über 100.000 Mitglieder zählt, 63 Mitglieder sind es im Mannheimer Club, die sich zu den Werten Freundschaft, Hilfsbereitschaft und internationale Verständigung bekennen. Das Geld für ihren sozialen Einsatz bringen die Clubmitglieder durch allerlei Aktivitäten und Spenden auf. Der „Lampertheimer Hallenflohmarkt“, im Frühjahr und Herbst sei seit 2013 zu einer festen Institution geworden. „Die Resonanz ist fantastisch und großartig“, berichtete Münch. Mit den Flohmarkterlösen werden ausschließlich die zahlreichen sozialen Projekte des Clubs unterstützt, darunter auch regelmäßig Projekte in Lampertheim mit Spenden und Zustiftungen. Ein Teil der Einnahmen gehe in diesem Jahr an das Frauenhaus Bergstraße, weil die häusliche Gewalt an Frauen zunehme, es aber an Geld und Plätzen in den Frauenhäusern fehle. Christine Klein, 1. Vorsitzende des Vereins Frauenhaus Bergstraße, die den Scheck entgegennahm, beschrieb die räumlichen und finanziellen Probleme, mit denen das Frauenhaus, das 1987 auf Initiative von 300 Frauen gegründet wurde, zu kämpfen hat. „Das Haus mit 32 Betten ist voll seit Anbeginn – zwei Drittel der anfragenden Frauen werden abgewiesen“. Dieses Jahr sei es noch dramatischer geworden, die Verweildauer sei länger geworden wegen des Mangels an bezahlbaren Wohnungen. Da die Frauen meistens mit Kindern kommen, habe das Frauenhaus auf elf Familienzimmer umgestellt. Nach der Istanbul-Konvention seien im Kreis Bergstraße mit 270.000 Einwohnern eigentlich 27 Familienzimmer nötig. Landkreis und Land Hessen stellen zwar Finanzmittel für den Betrieb des Frauenhauses zur Verfügung, aber für kulturelle Angebote wie Museumsbesuche, gemeinsames Backen, Ausflüge mit Museumsbesuch oder auch neues Mobiliar sei das Frauenhaus auf Spendengelder angewiesen. Den tariflich bezahlten Beschäftigten stehe bis jetzt nur ein Computer für ihre umfangreichen Dokumentations- und Planungsaufgaben zur Verfügung, für die Investition in Computer und Software für alle Arbeitsplätze seien Spenden nötig. Wenn die Frauenhausbewohnerinnen ihre Miete und Lebenshaltungskosten für die Haushaltsführung nicht eigenständig aufbringen können, komme die Sozialhilfe in Frage. Kein Bürgermeister wolle ein Frauenhaus in seiner Kommune haben, sei ihre Erfahrung, höchstens am Feldrand. Die Gewalt gegen Frauen sei aber ein Problem der Gesellschaft. „Wir müssen die Männer mitnehmen“, betonte Klein, jedoch gebe es für Männer zu wenig Beratungsstellen. Natalia Sedich, ausgebildete Sozialpädagogin und Beraterin der Beratungs- und Interventionsstelle Bergstraße Häusliche Gewalt gegen Frauen, die jeden Dienstag im Haus am Römer, Domgasse 2, von 8 bis 12 Uhr im Sozialbüro im 1. OG für Frauen vor Ort ist (mobil 01577 7569629), wünscht sich mehr Personal, denn die Gespräche mit den Frauen brauchten Zeit und müssten schnell angeboten werden können. Frauen könnten in der Beratung auch anonym bleiben. Sonja Niederhöfer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim (Telefon 06206/935-301 oder E-Mail sonja.niederhoefer@lampertheim.de), freute sich, dass sie mit Bürgermeister Gottfried Störmer den Kontakt zwischen den Spenderinnen vom Inner Wheel Club Mannheim und dem Verein Frauenhaus Bergstraße herstellen konnte. Hannelore Nowacki