
BIBLIS/BERLIN – Noch immer können die knapp 50 Musiker der Bibliser Brass Band kaum in Worte fassen, was sie in den vier Tagen ihrer Reise nach Berlin erlebt haben. Vor allem der Auftritt bei der Hessischen Landesvertretung am 3. Oktober bleibt für die gesamte Band ein unvergessliches Erlebnis. „Ehrlicherweise waren wir alle etwas nervös, da wir nicht wussten, wie das Berliner Publikum auf uns reagieren wird“, gibt Dirigent Thomas Reis offen zu, „doch schon nach den begeisterten Reaktionen nach dem ersten Lied wussten wir, dass wir auch fernab unserer Heimat sehr gut ankommen“. Dreimal spielte die Brass Band am Tag der Deutschen Einheit und jedesmal lockte sie hunderte Fans mit ihren musikalischen Klängen in den Park der Hessischen Landesvertretung unweit des Brandenburger Tors.
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Viele Zuschauende kannten die Bibliser Musiker noch nicht, aber wurden zugleich in ihren musikalischen Bann gezogen. Schon nach den ersten Liedern brandeten „Zugabe“-Rufe auf. Auch einige südhessische Fans der Band reisten eigens an, um sich dieses Erlebnis in der deutschen Hauptstadt nicht entgehen zu lassen. Darunter auch der frühere Landrat des Kreises Bergstraße Matthias Wilkes, der durch sein Engagement den Auftritt erst möglich gemacht hatte: „Ich bin froh, glücklich und dankbar dafür, dass diese tollen Musiker nach 35 Jahren ihres Wirkens diese öffentliche Wertschätzung erfahren konnten“, so Wilkes nach den drei tollen Auftritten der Band.
Bevor die Instrumente am dritten Tag der Reise ausgepackt wurden, durfte die Bibliser Reisegruppe die politischen und kulturellen Highlights von Berlin kennenlernen. Mit dem Reisebus ging es quer durch die Stadt, von Charlottenburg bis nach Friedrichshain-Kreuzberg; die erfahrene Reiseleiterin Anna zeigte den Musikern die schönsten und interessantesten Sehenswürdigkeiten Berlins und versäumte dabei nicht, die ein oder andere Anekdote über das typische Leben in Berlin zu erzählen. Darüber hinaus erkundete die Delegation aus Südhessen auch den Bundesrat, die East Side Gallery, die Kulturbrauerei und das Futurium. Für einige Musikerinnen und Musiker war es der erste Besuch in Berlin und dementsprechend neugierig waren sie. Die 13jährige und damit jüngste Musikerin Amelie Seibert wurde eigens für diese Reise von ihrer Bensheimer Schule freigestellt: „Ich war total aufgeregt, mit meinem Papa und der Band nach Berlin zu fahren. Und für mein Solo habe ich extra nochmal geübt“.
Dass sich dieses Üben gelohnt hatte, stellte Amelie sowie die gesamte Band dann beim Tag der Offenen Tür unter Beweis und setzte damit der Reise die musikalische Krone auf. Am Tag danach verließ die Band die Hauptstadt mit Erleichterung, Stolz und unvergesslichen Erinnerungen. Es war eine besondere Reise, die die Band nicht nur musikalisch gefordert, sondern auch menschlich wieder ein Stück näher zusammengebracht hat.
Rückblickend gesehen liegen anspruchsvolle Zeiten hinter der Band. So stand das vergangene Jahr ganz im Zeichen der Vorbereitung für das Konzert im November. Da blieb wenig Zeit für das Gesellige, für Gespräche über das Musikalische hinaus. In den vergangenen Monaten konnte der Verein wieder etwas durchschnaufen; das 30-jährige Jubiläum wurde bei einer Party im Sommer nachgeholt. Der Vorstand ist besonders stolz, dass die Band-Familie weiter wächst und im Laufe dieses Jahres viele neue Musikerinnen und Musiker zur Band dazugestoßen sind. Einige von ihnen waren bei der Berlin-Reise dabei und konnten so die vielen arrivierten Musikerinnen und Musikern besser kennenlernen. Aber egal, ob neues oder langjähriges Mitglied: für alle bleibt die Reise ein unvergessliches Erlebnis.
Doch damit nicht genug: Wer die Brass Band Biblis kennt, weiß, dass sie immer wieder neue Ideen hat und sich bestimmt schon für das Jubiläumsjahr 2026 (die Band wird 35 Jahre alt) etwas Besonderes überlegt hat. Doch dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr. zg
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