Freiwillige Feuerwehr feierte Einweihung mit Fest im Freien
Erweiterungsbau mit großer „Muskelhypothek“ erstellt
Feierliche Schlüsselübergabe von Architekt Bruno Weingärtner an Bürgermeister Felix Kusicka und Wehrführer Achim Jacklbauer. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Ein ökumenischer Wortgottesdienst mit der Segnung des neuen Erweiterungsbaus leitete die Feier ein, gemeinsam gestaltet von Pfarrer Arne Polzer und Manfred Gölz als Gottesdienstbeauftragter der katholischen Kirchengemeinde. „In unserem Dorf hat sich eine einträchtige Gemeinschaft erhalten“, sagte Pfarrer Polzer in seiner Predigt mit Blick auf den 133. Psalm. „Dazu gehört auch die Sorge um die Sicherheit – da ist es gut, wenn es Männer und Frauen gibt, die ihre Freizeit dafür investieren, denn ihre Hilfsbereitschaft ist unsere Sicherheit“. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka in seiner Ansprache zur feierlichen Einweihung dieses Neubaus am vergangenen Samstag. Der wurde in nur fünf Monaten Bauzeit fertiggestellt, aber zuvor wesentlich länger in den Gremien heftig diskutiert. „Ich bin sicher, wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, resümierte Kusicka. Die Kosten in Höhe von etwa 350.000 Euro waren im Haushalt angesetzt, nun liegen sie sogar etwas darunter, merkte Kusicka an und verband diese Feststellung mit seinem Dank an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nordheim, die wesentlich daran mitgewirkt haben. Wehrführer Achim Jacklbauer stellte in seiner Begrüßungsrede fest: „Wir sind stolz auf das, was wir geleistet haben“.
Mit dem ökumenischen Gottesdienst zur Segnung des Erweiterungsbaus am Feuerwehrhaus Nordheim begann die Einweihungsfeier am vergangenen Samstag. Foto: Hannelore Nowacki
Seit dem ersten Spatenstich am 21. März waren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in ihrer Freizeit für den Erweiterungsbau im Großeinsatz. Angefangen vom Baumfällen und Erdarbeiten bis zum Innenausbau mit allen Malerarbeiten und abschließender Gestaltung der Außenanlage übernahmen die Kameraden die Arbeiten mit dem Ziel „in einem halben Jahr schaffen wir das“. Nun konnte die Einweihung sogar noch früher gefeiert werden. Bruno Weingärtner, der als Architekt Planung und Bau begleitet hatte, sprach mit großer Anerkennung von der „Muskelhypothek“ und verdeutlichte diese Leistung mit eindrucksvollen Zahlen. So wurden 800 Meter Rohrleitungen für die Fußbodenheizung verlegt und 58 Kubikmeter Erdmasse für den Kanalbau bewegt. Um ihre Aufgaben wahrzunehmen, brauche die Feuerwehr auch einen Sanitär- und Sozialbereich, der dem geltenden Standard entspricht, das machte Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller deutlich. Und er hofft, dass ein solch attraktives Umfeld mehr junge Bürger zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr motiviert. Zur abendlichen Einweihungsfeier unter freiem Himmel waren viele Gäste gekommen. Vertreter der ortsansässigen Vereine brachten Glückwünsche und Präsente mit. Ein ganz besonderes Löschwasser für einen geselligen Abend der Feuerwehr Nordheim hatte der Reit- und Fahrverein ausgesucht. Abordnungen der Feuerwehren aus Biblis, Bürstadt, Bobstadt und Hofheim standen ihren Nordheimer Kameraden in Uniform zur Seite. Ortsvorsteherin Gabi Kohl, weitere Repräsentanten der Lokalpolitik und die ehemalige Bürgermeisterin Dr. Hildegard Cornelius-Gaus nahmen teil. Der Duft des ganz Neuen lag noch in der Luft, der Bauzaun um das frisch angelegte Außengelände am Erweiterungsbau schützte noch das keimende Grün. Im Innern präsentiert sich das Gebäude einladend hell, feuerwehrrot leuchten die offenen Spinde in den Umkleideräumen. Einige Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und unternahmen eine Besichtigungstour durch das neue Gebäude, das eine Grundfläche von 120 Quadratmetern hat. Dem offiziellen Teil der Feier folgten gesellige Stunden in sommerlicher Stimmung mit Livemusik. Die „Something Else Blues Band“ heizte den Zuhörern mit fetziger Rockmusik ein, später übernahm die Gruppe „Sam Jam“ die Bühne. Hannelore Nowacki
Information
Im Rahmen der Einweihungsfeier wurden zwei aktive Feuerwehrleute geehrt. Uwe Schmidt erhielt die Ehrenamtsprämie des Landes Hessen für 20 Jahre aktiven Dienst, Ronny Schön für 10 Jahre. Die Urkunden, unterzeichnet von Innenminister Peter Beuth, überreichten Bürgermeister Felix Kusicka und Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller.