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  • Mo., 01. Juni 2015, 12:48 Uhr
    Streik dauert bis 8. Juni an / Hoffen auf baldige Lösung wächst

    Erzieherinnen werben für Verständnis und um Wertschätzung

    20.000 Erzieher demonstrierten in Frankfurt für mehr Wertschätzung - unter ihnen auch 35 Erzieherinnen aus Lampertheim. Foto: oh


    LAMPERTHEIM - Der Streik der Erzieherinnen in Lampertheim wird bis einschließlich Montag, 8. Juni, andauern. Darüber informierten die streikenden Erzieherinnen im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag, in dem sie noch einmal ihren Standpunkt, ihre Ziele und ihre Forderungen zum Ausdruck bringen und um Verständnis werben wollten.

    „Wir wünschen uns Anerkennung und Wertschätzung für unsere tägliche Arbeit. Dabei geht es uns nicht nur um die finanzielle Anerkennung, sondern vor allem darum, was wir mit und für die Kinder leisten. Mit dem Streik möchten wir hierfür ein klares Zeichen setzen", so die versammelten circa 30 Erzieherinnen.

    Denn gerade durch den Bildungs- und Erziehungsplan sei die Anforderung an die Erzieherinnen gewachsen: „Kitas sind nun Bildungseinrichtungen. Dieser Plan wurde bereits vor mehreren Jahren eingeführt, nur an den Rahmenbedingungen hat sich seither nichts geändert. Unsere Aufgabe ist nunmehr die frühkindliche Erziehung, nicht wie viele denken nur das Basteln, Vorlesen oder Betreuen. Und dies muss auch anerkannt werden." Einige Kommunen hätten auf die gestiegenen Anforderungen reagiert und die Gehälter angepasst - „leider haben andere nicht nachgezogen", war die einhellige Meinung.

    „Fühlen uns allein gelassen"

    „Wir fühlen uns alleine gelassen und in unserer Arbeit nicht wertgeschätzt. In den Einrichtungen gibt es keine Ersatzkräfte im Krankheitsfall oder auch bei Schwangerschaften - hier werden die Stellen oft lange nicht neu besetzt."

    Dass den Erzieherinnen der Streik nicht leicht fällt, wurde ebenfalls deutlich: „Wir sind trotz des Streiks mit dem Kopf und dem Herzen bei der Arbeit. Dabei bewegt uns immer wieder die Frage: Wie können wir unsere Kolleginnen unterstützen?". Denn trotz der Mehrbelastung für diese herrsche nach wie vor gegenseitiger Respekt und Verständnis zwischen streikenden und nichtstreikenden Erzieherinnen. „Auch wenn wir uns natürlich wünschen, dass es noch mehr Kolleginnen gibt, die unseren Streik unterstützen um so den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Wir haben aber das Gefühl, dass sich etwas tut", wächst bei den Erzieherinnen die Hoffnung auf ein baldiges Streikende.

    „Wollen nicht die Eltern bestrafen"

    Denn eines ist auch den Erzieherinnen klar: Bisher kommt der Streik bei den Eltern, aber kaum bei den Arbeitgebern an. „Wir wollen die Eltern aber weder abstrafen noch bestrafen. Wir wissen, dass die Situation für viele nicht einfach ist, bitten aber um Verständnis." Daher wünschen sich die Erzieherinnen besonders dringend einen raschen Erfolg am Verhandlungstisch: „Heute treffen sich die Spitzen von ver.di und den Arbeitgebern, am Donnerstag soll dann ein Verhandlungsergebnis vorliegen - unser größter Wunsch ist, dass es akzeptabel ist und wir unseren Streik dann beenden können."

    Wie dramatisch die Situation vor Ort für einige Eltern ist, zeigt ein Beispiel: Während in der Kita Guldenweg trotz Streik genügend Plätze angeboten werden können, werden diese im Zwergenschloss täglich neu verloste - eine für alle Beteiligten unbefriedigende Lösung. Auch deshalb hoffen die Erzieherinnen, dass die zahlreichen mittlerweile durchgeführten und in einer täglich stattfindenden Planungsrunde besprochenen Aktionen Wirkung zeigen. Neben der Demonstration in Frankfurt und in Lampertheim vergangener Woche sowie in Viernheim an diesem Dienstag stand dabei auch die Information der Eltern in den Kitas vor Ort auf dem Programm. Benjamin Kloos

     

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