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  • Di., 29. Dezember 2020, 12:44 Uhr
    COVID 19: Kreisspitze informiert über aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie / Ausgangsbeschränkung gilt auch an Silvester

    „Es geht weiter darum, Menschenleben zu retten”

    Wie die gesamte Welt hofft auch die Spitze der Kreisverwaltung auf deutliche, positive Ergebnisse im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Jahr 2021. Foto: www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Nach dem Start der Corona-Impfungen am Sonntag informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug iam Dienstag im Rahmen einer Videopressekonferenz über Neuigkeiten und Entwicklungen rund um das Thema Coronavirus-Pandemie. 

    Landrat Christian Engelhardt rückte dabei zunächst die Impfungen in den Mittelpunkt. „Wir hatten am Sonntag den Start des Impfens, so reibungslos wie dieser gelaufen ist verlief auch der Rest des Tages. 160 Personen wurden geimpft, und es gab nur sehr wenige, die nicht geimpft werden wollten”, so Landrat Engelhardt. Dabei seien keine negativen Begleitumstände aufgetreten. „Dies war ein guter Auftakt”, freute sich Landrat Engelhardt. Am Montag wurden weitere 755 Impfstoffe angeliefert, „es geht nun mit den Impfungen in weiteren Einrichtungen weiter. In diesem Zusammenhang habe ich nochmals alle Einrichtungen gebeten, sich auf die Impfungen vorzubereiten. Einige Einrichtungen haben noch nicht alle notwendigen Unterlagen zusammen, ich bin aber optimistisch, dass auch hier bald geimpft werden kann. Wir werden in den nächsten Tagen mit mehr Schwung und unter Einbeziehung aller drei Impfteams Impfungen durchführen.”

    Insgesamt stehen nahezu 2.000 Dosen Impfstoff bis Ende des Jahres zur Verfügung. Zusätzlich wurden in Hessen 8.000 Dosen an die Krankenhäuser verteilt, mit denen das Personal in Krankenhäusern geimpft wird. Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, soll das zentrale Impfzentrum in Darmstadt geöffnet werden, dort kann man sich dann Termine für beide Impfungen geben lassen. „Leider ist uns noch nicht bekannt, wie der Aufruf für die jeweiligen Personengruppen erfolgt, wir sollen darüber aber zeitnah informiert werden”, ist Landrat Engelhardt sicher. Anschließend erfolgt die aktive Anmeldung der Impfberechtigten über die Telefonnummer 116 117. „Derzeit ist aber noch keine Terminvereinbarung möglich”, betont Landrat Engelhardt. „Sowohl im Gesundheitsamt als auch über die Hotline des Kreises und auch in Arztpraxen gab es bereits Nachfragen, aber keine der genannten Stellen ist generell hierfür der richtige Ansprechpartner. Wann die Terminvereinbarung möglich ist, wird noch seitens des Landes Hessen kommuniziert. Das Impfzentrum Bergstraße bereit, wir warten jetzt nur noch auf den Impfstoff.” 

    Ausgangsbeschränkung gilt weiterhin

    Die Ausgangsbeschränkung im Kreis Bergstraße für die Zeit von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gilt weiterhin. Hierzu erläuterte Landrat Engelhardt, dass bei drei Tagen mit einer Inzidenz über 200 diese zu verhängen war, bei fünf Tagen unter 200 wird diese wieder aufgehoben. „Allerdings  haben wir aktuell die Besonderheit der Weihnachtsfeiertage, da an diesen aufgrund der Schließung der Praxen und der Reduzierung der Laborangebote die Anzahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen ist. Dies ist aber kein Ausdruck des Infektionsgeschehens. Deshalb sind wir aktuell nicht in der Lage, aufgrund der Inzidenzzahlen eine Entscheidung zu treffen, wann die Ausgangsbeschränkung aufgehoben werden kann. Wir werden uns dies Anfang 2021 erneut anschauen, daher gilt die Ausgangsbeschränkung weiterhin.” Das heißt, dass man sich bis 21 Uhr im öffentlichen Raum bewegen darf, anschließend gilt Ausgangssperre. Dies gilt auch in Silvesternacht, hier gibt es folgende Regeln: Es gilt die Beschränkung für die Personenzahl bei Treffen, die Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr und das Verbot des Böllerverkaufs. „Auf dem eigenen Grundstück darf man Böller, wenn man diese hat, steigen lassen. Aber ich möchte dazu aufrufen, in diesem Jahr auf Feuerwerk zu verzichten, selbst wenn man welches haben sollte. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass es darum geht, Verletzungen zu vermeiden, welche die Krankenhäuser überstrapazieren könnten”, appelliert Landrat Engelhardt.

    Ziel ist, Menschen zu schützen

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte die bis Dienstag niedrigen Infektionszahlen, die Inzidenz lag an diesem Tag bei 107,58. „Diese Zahl kann man jedoch nicht mit den Zahlen vor Weihnachten vergleichen”, stellte die Gesundheitsdezernentin klar und ergänzte: „Am 23. Dezember hatten wir die zehnte Verdopplungsrate seit Beginn der Pandemie. Wir haben im Kreis immer gesagt, dass wir auf das Infektionsgeschehen schauen und nicht nur auf die Inzidenz, damit sind wir vergleichsweise gut gefahren. Auch jetzt haben wir andere Anhaltspunkte als die Inzidenz, die wir bei Maßnahmen in die Waagschale werfen, so wird zum Beispiel in Krankenhäusern wird weiter aktiv getestet“

    Mit Blick auf die bedauerlicherweise steigenden Todesfälle in Verbindung mit einer Coronainfektion mahnte Diana Stolz: „Eine Zahl, die uns sehr unglücklich macht, ist die Zahl der Todesfälle. Nach drei Todesfällen in der ersten Welle haben wir bereits 100 Todesfälle in der zweiten Welle. Dies verdeutlicht die Gefahr dieser Krankheit. Alle, die Corona leugnen, sollten sich verdeutlichen, dass hinter diesen Zahlen persönliche Schicksale stehen. Ich kann sagen, dass eine ganze Reihe dieser verstorbenen Personen ohne Corona eine noch längere Lebenserwartung gehabt hätte. Es geht darum, Menschenleben zu retten, dies sollte sich jeder, der die Existent von Corona leugnet, klarmachen und verinnerlichen. Denn es geht um Personen, welche die Krankheit im Zweifel mit dem Leben bezahlen. Daher ist es wichtig, dass wir auf uns acht geben.”

    Dies belegen weitere Zahlen, so gab es im Dezember trotz der geringen Zahlen an den Weihnachtsfeiertagen bereits über 1.600 Neuinfektionen, damit ist der Dezember der Monat mit den bisher meisten Neuinfektionen überhaupt. Das Durchschnittsalter bei den Neuinfektionen liegt weiter bei knapp über 50, in Bezug auf die Infektionsorte sind diese mittlerweile wieder mehr bekannt. Die größte Quelle sind hierbei Ansteckungen im persönlichen Umfeld.

    Positive Zahlen gibt es erwartungsgemäß und durch die Ferien bedingt bei den Schulen, hier gilt aktuell nur noch eine als betroffen, bei den Kindergärten sind es noch drei. Derzeit gibt es zudem elf Pflegeeinrichtungen mit bestätigten Infektionen bei Bewohnern und eine weitere Einrichtung mit mehreren positiven Schnelltests. Auch hier ist das Gesundheitsamt bereits tätig, leider ist hier eine Bestätigung der Fälle zu erwarten.

    Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug berichtete von einem leichten, moderaten Anstieg bei den Bußgeldverfahren. Mit Blick auf die Flüchtlingsunterkünfte erläuterte er, dass es mit Stand vom Dienstag zwölf Indexfälle im Kreis gäbe. Acht Unterkünfte waren am Dienstag betroffen, von denen einige noch in dieser Woche aus Quarantäne entlassen werden. Benjamin Kloos

     
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