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  • Di., 17. November 2020, 08:53 Uhr
    VOLKSTRAUERTAG: Wegen Corona fand nur eine kleine Gedenkfeier auf dem Friedhof in Biblis statt

    „Es ist unsere Pflicht, die Erinnerung wachzuhalten“

    Die Gedenkfeier für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus am Volkstrauertag fand dieses Mal im kleinen Kreis statt. Gemeindevertreterin Rita Schramm und Bürgermeister Volker Scheib legten auf dem Alten Friedhof einen Kranz nieder. Foto: Petra Gahabka


    BIBLIS – Der Volkstrauertag, der alljährlich zwei Wochen vor dem ersten Advent stattfindet, ist der offizielle Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus. Angesichts der Corona-Pandemie verlief die traditionelle Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof in Biblis anders als sonst - aber nicht weniger würdevoll. 

    Auf Fahnenträger, Chorgesang und Trompetenklänge musste am Sonntagmittag verzichtet werden, nur ein kleiner Kreis hatte sich am Kriegerdenkmal versammelt: Bürgermeister Volker Scheib, die Pfarrer Arne Polzer und Ludger Maria Reichert, die Vorsitzende der Gemeindevertretung Rita Schramm, Chorleiter Herbert Ritzert und Soldatenvertreter Hans-Michael Platz. „Letztendlich hängt die Würde von der Tiefe der Gedanken ab und der Selbstverständlichkeit, wie man damit umgeht“, sagte Scheib zu Beginn. Der Volkstrauertag stehe für das Gedenken und die Erinnerung an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Deutschland und in der ganzen Welt. Es sei unsere Pflicht die Erinnerung wachzuhalten. „Verbunden bleiben wir ihnen in unserer Verantwortung für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit.“ 

    Pfarrer Arne Polzer von der evangelischen Kirchengemeinde Nordheim merkte in seiner Rede an, dass die Generation nach dem Zweiten Weltkrieg von unendlichem Leid heimgesucht wurde. „Wir beklagen das Fehlen von Vätern und Großvätern, die Trauer von Witwen und Waisen.“ Gleichzeitig sei es für viele Familien schwer, die Verstrickung der eigenen Vorfahren in Schuld und Gräueltat zu akzeptieren. Andererseits sei deshalb aber auch in Deutschland die Sensibilität gegenüber Krieg und Gewalt gewachsen. Umso mehr erschütterten die Opfer terroristischer Gewalt in den letzten Tagen und Wochen in Frankreich. „Es liegt an uns, ein kleines Stück dazu beizutragen, diese Welt ein Stückchen friedlicher und menschenwürdiger zu machen.“ Anschließend sprach der katholische Pfarrer Ludger Maria Reichert Fürbitten und Gebete zum Gedenken für die Opfer von Krieg und Gewalt. Nach einer Schweigeminute legten Volker Scheib und Rita Schramm einen Kranz „für die Toten und Vermissten beider Weltkriege“ am Mahnmal nieder. Petra Gahabka

     

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