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    HEIMATMUSEUM: Nach über einjähriger Bauzeit Wiedereröffnung in frischem Glanz gefeiert

    Fachwerkgiebel und Scheune saniert und neue Konzepte

    Die Fachwerkfassade des Heimatmuseums ist wieder stabil und strahlt in frischen Farben. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die brüchige Fachwerkfassade des Heimatmuseums in der Römerstraße 21 ist erneuert und die von Holzfäule und früher vom Holzbock befallene Scheune saniert, die Einrichtung neu arrangiert und aufpoliert. In frischer Schönheit erstrahlt die Fassade des bäuerlichen Gehöfts, das um das Jahr 1737 erbaut wurde und seit Jahrzehnten im Besitz der Stadt Lampertheim ist, die auch als Bauherr für die Sanierung zuständig war. Am vergangenen Wochenende wurde die lang ersehnte Wiedereröffnung des Heimatmuseums gefeiert. Während der über einjährigen Bauzeit konnte der Heimat-, Kultur- und Museumsverein keine Führungen, keine Veranstaltungen und keine Vorführungen in der Schmiede anbieten, denn der Innenhof diente als Baumateriallager und die Innenräume samt Scheune waren sanierungsbedingt nicht zugänglich. Am Samstagnachmittag feierten Gäste aus der Lokalpolitik und Vereinswelt die Wiedereröffnung mit Musik, Gesang und Theater. Eingeladen hatten der Bürgermeister Gottfried Störmer, der Erste Stadtrat Marius Schmidt und der Vorsitzende des Museumsvereins Stefan Herz. Unter den Gästen waren der Geschäftsführer des Museumsvereins Hubert Simon, Spargelkönigin Ayleen I. und „Freunde historischer Fahrzeuge“. Die gute Stimmung erhielt einen weiteren Schub durch die Sonne, die sich nach Stunden des Regens pünktlich zur Eröffnung durchgesetzt hatte. Das Programm konnte nun wie auch ursprünglich vorgesehen unter freiem Himmel im Innenhof stattfinden.

    Matthias Karb präsentierte am Piano zu Beginn den Song „Feel“ von Robbie Williams, anschließend gratulierte der MGV Sängerbund-Sängerrose zur Wiedereröffnung des Heimatmuseums mit einem kleinen Konzert des Männerchors und Frauenchors Singing Roses, dirigiert von Frank Aiglstorfer. Das heitere Lampertheimer Lied von Heinz „Clever“ Eichenauer „Mein schönes Lampertheim“ war der stimmungsvolle Anfang. In seinem mundartlichen neuen Theaterstück „Malades Heimatmuseum“ brachte Stefan Weis die Sorgen des Vereins vor der Sanierung und die befürchteten Kosten nahe, das die Museums-Theatergruppe auf der Bühne im Innenhof zum großen Vergnügen des Publikums aufführte. Bürgermeister Störmer rückte in seiner Rede allerdings die auf der Bühne veranschlagten Gesamtkosten von 5.000 Euro auf das tatsächliche Maß zurecht: Bis jetzt wurden 150.000 Euro verarbeitet, erklärte er, zu rechnen sei mit weiteren 100.000 Euro für ausstehende Maßnahmen. Allerdings solle das die nächsten 250 Jahre halten. Die nicht fachgerecht durchgeführten Sanierungsmaßnahmen 1978 hätten zu Schäden geführt, die 1992 nachbearbeitet wurden, aber wieder nicht fachgerecht. Störmer betonte, das Objekt gehöre zwar der Stadt, doch das Leben werde vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein hineingetragen. Vereinsvorsitzender Stefan Herz erinnerte in seiner Ansprache an die Vorgeschichte und besonders an die im letzten Jahr verstorbene Vereinsvorsitzende Margit Karb, die mit einer Gedenkminute geehrt wurde.

    Viel Arbeit hätten die Vereinsmitglieder 2023, insbesondere die fleißigen Museumsgeister, vor Baubeginn gehabt, berichtete Herz. Das Museum und die Scheune wurden ausgeräumt, die Exponate später in die fertige Scheune eingelagert, die deswegen noch nicht zugänglich sei. Eine Herausforderung sei das neue Konzept für die Wohnräume und Ausstellung. Einen Blumenstrauß und Dankesworte erhielt Nicole Giacomazzi vom technischen Immobilienmanagement für ihre Unterstützung. Zukünftig soll der 1. Sonntag im Monat ein Schmiedetag sein, der 3. Sonntag im Monat als familiärer Stammtischtreff. Beim „Tag der offenen Tür“ am Sonntag mit Programm stand die Schmiede mit Vorführungen im Mittelpunkt, auch Steaks und Wurst vom Grill sowie Kaffee und Kuchen wurden den Besuchern geboten. Statt den romantischen Innenhof zu genießen, mussten die Besucher wegen Schlechtwetter mit dem Gastraum des Museums Vorlieb nehmen.

    Hannelore Nowacki

    Zur Wiedereröffnung präsentierte sich die neu formierte Theatergruppe mit dem neuen Mundartstück von Stefan Weis zum Thema Sanierung. Foto: Hannelore Nowacki


     

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