Di., 13. September 2016, 09:16 Uhr
Tag des offenen Denkmals: Verein für Heimatgeschichte versorgte die Besucher mit vielen Informationen
Fährhausturm in Nordheim hatte die Pforte weit geöffnet

Viele Interessierte fanden sich am Sonntag während den beiden geöffneten Stunden am Fährhausturm in Nordheim ein und nahmen an den fachkundigen Führungen des Vorsitzenden des Heimatvereins Nordheim, Günter Mössinger (3.v.l), teil. Foto: Eva Wiegand
NORDHEIM - Von 10 bis 12 Uhr herrschte am Sonntag am Alten Fährhausturm Hochbetrieb. Der Verein für Heimatgeschichte 1986 in Nordheim hatte erneut zum Tag des offenen Denkmals eingeladen, welcher diesmal unter dem Motto „Gemeinsam Denkmäler erhalten" stand. 2014 hat der Verein den Fährturm übernommen und im Innern eine kleine Ausstellung zur Rheinschifffahrt und dem Fährwesen eingerichtet. So bestand für die Besucher die Möglichkeit an den fachkundigen Führungen teilzunehmen und sich einen tieferen Einblick in das damalige Geschehen im Fährhaus zu verschaffen. Reichlich Informationen gab es vom Vorsitzenden des Heimatvereins Günter Mössinger , der den Besuchern im Obergeschoß des Turms Rede und Antwort stand. „Der beste Verkehrsweg war damals der Fluß“, informierte Mössinger. In seinen Ausführungen gab er einen Überblick über das historische Geschehen und erzählte aus dem täglichen Leben eines Fährmanns, denn der Fährturm am Rheindamm in Nordheim diente als Unterkunft für den Fährmann und seine Familie, während die Türme anderenorts früher als Verteidigungsanlage oder als Brückenköpfe dienten. Im April 1901 wurde von der Hessischen Landesregierung der Fährturm aus Neckarsteinen durch Michael Dennier aus Rheindürkheim in Anlehnung an neuromanische Stilelemente errichtet. „Im oberen Geschoss befand sich der Schlafbereich“, berichtete Mössinger, in der Mitte sei das Wohnzimmer gewesen und im Untergeschoss die Küche, die gleichzeitig, bei schlechtem Wetter, den Fahrgästen als Unterschlupf diente. Dort seien die Wartenden mit Getränken und Speisen versorgt worden. Später sei eine kleine Wirtschaft „Zur Waldesruh“ entstanden, erzählte Mossinger den interessierten Zuhörern. "Wer kann einen Kreuzknoten binden?", fragte der Vorsitzende am Ende der Führung in die Runde, den ein anwesender Besucher doch gleich zeigen konnte. Im unteren Geschoß gab es dann auch noch das Modell einer Giersfähre zu entdecken. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie keinen eigenen Antrieb hat und sich nur durch die Strömung des Flusses bewegt. Die Giersfähre in Nordheim war von 1894 bis 1939 in Betrieb. Eva Wiegand