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So., 28. Januar 2018, 15:01 Uhr
Große Unterhaltung mit dem SKK 50 bei der ersten Prunksitzung im Bürgerhaus
Fantastische Tanzshows und humorvolle Beiträge mit spitzer Zunge
Begeisterten das Publikum mit Wort- und Sangeswitz: Die Stroosekehrer” Jürgen Brenner und Hans Ludwig. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT – Rot und weiß erstrahlte am Samstag das Bürstädter Bürgerhaus: Der SKK 50 hatte zur ersten Prunksitzung der diesjährigen Kampagne geladen und die Aktiven brachten den Saal mit ihren fantastischen Tanzshows sowie den humoristischen Beiträgen, die vielfach mit einem gekonnten Blick auf das lokale Geschehen garniert waren, zum Beben.
„Ach was iss dess Johr so schee, mä henn koa Jubiläum meh!” lautet das diesjährige Motto des SKK, das eine ausgelassene und ungezwungene Fastnachtszeit verspricht – und bereits vor der Sitzung wurde dank der Stimmungsmusik der KKM, die als Hofkapelle des SKK fungiert, diese Fröhlichkeit spürbar. Mit dem Narrhalla-Marsch zogen pünktlich um 19.11 Uhr der Elferrat, die Garden und das Bürstädter Prinzenpaar Thomas und Alexandra Rettig sowie Vertreter der Vereins-AG in den Saal ein. Eine Neuerung gab es dabei auf der Bühne: Denn mit Marcel Kilian fungierte neben Michael Morweiser ein zweiter Sitzungspräsident – gekonnt und mit viel Witz und Humor führten beide durch den Abend. Ebenfalls neu ist, dass es in Anlehnung an die Spendenaktion für eine Reittherapie, die Vorjahresprinzessin Ann-Cathrin I. ins Leben gerufen hatte, durch die Vereins-AG eine jährliche Spendenaktion geben wird, die für lokale Zwecke verwendet werden soll. In diesen Jahr geht die Spende an das Hospiz in Bensheim, das durch die Bürstädterin Margarete Keilmann geleitet wird. „Wir unterstützen diese Aktion und spenden daher heute eine Summe mit einer dreistelligen, närrischen Zahl mit der Quersumme 3”, gab Michael Morweiser bekannt. Das Prinzenpaar begrüßte die Narren im Saal, bevor rockige Klänge von Queen bis zu den Rolling Stones erklangen: Funkenmariechen Luisa-Marie Morweiser begeisterte mit einem eindrucksvollen Gardetanz, einstudiert unter der Leitung von Désirée Held.
Nach der Verleihung des SKK-Ordens für prominente Gäste ging es sogleich tänzerisch weiter: Die Riwwelkigelsche sorgten mit ihrem Showtanz als „Dick und Doof” unter Leitung von Jasmin Heiderich zu Original-Filmmusik aber auch zu modernen Klängen für beste Stimmung.
„Jetzt ihr Leit, jetzt seid ihr froh, ich die Marktfraa bin wieder do” – mit diesen Worten eröffnete Marita Kilian ihren von Lokalkolorit geprägten Vortrag, in dem sie über wichtige Themen des vergangenen Jahres wie das Stadtjubiläum, die Mietfahrräder, die leidige Parkplatzsituation, der Weihnachtsschmuck und den Weltrekordversuch beim Frühjahrsmarkt sinnierte. In Bezug auf das Stadtjubiläum stellte sie treffend fest: „Fa mich war des Fest e Paradebeispiel, zusamme schaffe mir unglaublich viel, wann jeder mitmacht und was schafft, dann werd gefeiert un gelacht, mit Gemeinschaft, ja des is des Zeiche, kenne mir Bäschdädder alles erreiche.”
Nachdem die Prinzengarde unter der Leitung von Martina Schader und Alexandra Hilsheimer einen traumhaften Gardetanz zu Kölschen Karnevalsliedern dargeboten hatte, erzählte „Die Aushilfskrankenschwester” Johanna Tausch von ihren Erlebnissen mit ihren Patienten. Anschließend ging es auf die SKK-Farm: „Salt and Pepper” unter Leitung von Vanessa Molitor und Saskia Wenz entführten tänzerisch auf einen Bauernhof und sorgten als Bauer, Kühe, Schweine und Schaf unter anderem zum Schweinetango für Begeisterungsstürme.
Dass die Begeisterung nicht abriss, dafür sorgten Mario Dingeldein und Nicole Faber mit ihrem Vortrag „Kerweball”. Herrlich die Wortspiele, die gekonnten Pointen und vor allem auch die mehr als unterhaltsamen und bemerkenswerten Tanzeinlagen – ein Genuss für Auge und Ohr. Tränen in den Augen vor Lachen stand dem ein oder anderen Narren im Publikum beim Aufritt der „Tanzperlen” – einmalig war ihre Interpretation und Darstellung bekannter Traum- und Liebespaare der Filmgeschichte, ob als Sissi und Franz oder als Barbie und Ken. Dass Liebe auch vergänglich sein kann, demonstrierten sie in ihrer Zugabe als Matthias Reim und Michelle.
Für das große Finale der ersten Hälfte sorgten „Die Stroosekehrer” Jürgen Brenner und Hans Ludwig, musikalisch unterstützt durch Gregor Winkler. Ob die Frankensteinstraße in Bobstadt oder die Stadtverwaltung, humorvoll und gesanglich brachten sie den Saal zum Beben. „Das bisschen Mobbing mach sich nicht allein, bei der Stadt” sangen sie beispielsweise zur Melodie von „Dass bisschen Haushalt”.
Marcel Kilian (r.) fungierte neben Michael Morweiser (l.) erstmals als zweiter Sitzungspräsident – gekonnt und mit viel Witz und Humor führten beide durch den Abend. Foto: Benjamin Kloos
Nach der Pause begrüßten die „Crazy Legs” das Publikum mit einer tänzerischen Weltreise, bevor die „Wilde 13” unter dem Motto Las Vegas die Geschichte von Siegfried aus Bürstadt darbot, der in Las Vegas sein ganzes Geld verspielte und nun arbeiten musste, um seinen Rückflug zu finanzieren. Doch das klappte nicht immer so gut, wie den begeisterten Zuschauern demonstriert wurde.
Mit spitzer Zunge nahm Frank Gumbel als Bote vom Rathaus die Stadtverwaltung gekonnt auf die Schippe. „Die Bürgermeisterin freut sich bekannt gewe zu därfe, dass sie im nächschde Johr wierrer kandidiere dud, ob des den Herren Siegel und Metzner basst orrer ned. Die kennde jo selwer ährn Hut in die Ring schmeisse. Awer sie glaabt, dess wär koan Hud bei denne, sondern blows e Narrekapp”, verkündete er mit Blick auf die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr.
Nach dem die Showtanz-Gruppe Enigmatic unter der Leitung von Sabrina Stockmann und Jennifer Lurg mit „Der große Gatsby“ in das New York der goldenen Zwanziger entführte, betraten Viviane und Andreas Mallig als „Vadder un (hochschwangere) Tochter“ die Bühne. Eine Pointe jagte die nächste, so unter anderem der Dialog „Tochter: Papa? Waschd du eigentlich das ich Transfinanziell bin? Vater: Was issen des? Tochter: E reischie Fraa gefonge im Körper vun re Arme.”
Freunde des Männerballetts kamen ebenfalls auf ihre Kosten: „Stecke un Steif ” präsentierten unter der Leitung von Luisa-Marie Morweiser ihren Showtanz „Holzfäller”. Zu Beginn starteten sie mit einer Body-Percussion-Einlage, bevor getanzt und viel Akrobatik gezeigt wurde.
Zum krönenden Abschluss machte Marcel Kilian, begleitet durch seinen Vater Jürgen Kilian an der Orgel, einen Skikurs der musikalischen Art – und landete beim Aprés-Ski. Nach dem Finale und dem Auszug der Aktiven aus dem Saal feierte die SKK-Familie mit ihren Gästen noch weiter und freut sich auf die weiteren Höhepunkte der Fastnachtszeit – unter anderem die Kinder- und Jugendsitzung am Sonntag, 4. Februar, ab 15.11 Uhr im Bürgerhaus. Benjamin Kloos
INFO: 13 Aktive wurden an diesem Abend geehrt: Theo Pfeiffenberger, Michael Morweiser und Gregor Molitor für 4 x 11 Jahre, Natalie Winkler, Norbert Ohl, Désirée Heilmann, Jennifer Lurg und Sabrina Stockmann für 2 x 11 Jahre sowie Nadine Fattor, Isabel Lurg, David Patzina, Michael Zimmermann und Jens Beilstein für 1 x 11 Jahre auf oder hinter der närrischen Bühne.