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So., 09. Februar 2020, 15:47 Uhr
Große Unterhaltung mit dem SKK 50 bei der ersten Prunksitzung im Bürgerhaus
Fantastische Tanzshows und humorvolle Beiträge mit spitzer Zunge
Begeisterte das Publikum mit Wortwitz, Lokalkolorit und närrischen Seitenhieben auf das benachbarte Lampertheim: „Die Marktfraa” Marita Kilian. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT – Rot und weiß erstrahlte am Samstag das Bürstädter Bürgerhaus: Der SKK 50 hatte zur ersten Prunksitzung der diesjährigen Kampagne geladen und die 140 Aktiven vor und hinter der Bühne brachten den ausverkauften Saal mit ihren fantastischen Tanzshows sowie den humoristischen Beiträgen, die vielfach mit einem gekonnten Blick auf das lokale Geschehen garniert waren, zum Beben.
„De Mini-Kreisel is in Graus, fahrt doch glei um’s alte Haus” lautet das Motto des diesjährigen Ordens des SKK, das eine ausgelassene und ungezwungene Fastnachtszeit verspricht – und bereits vor der Sitzung wurde dank der Stimmungsmusik der KKM, die als Hofkapelle des SKK fungiert, diese Fröhlichkeit spürbar. Mit dem Narrhalla-Marsch zogen pünktlich um 19.11 Uhr der Elferrat, die Garden und das Bürstädter Prinzenpaar Sabine III. und Michael II. sowie Vertreter der Vereins-AG in den Saal ein. Marcel Kilian fungierte erneut neben Michael Morweiser als Sitzungspräsident – gekonnt und mit viel Witz und Humor führten beide durch den Abend.
Nach der Begrüßung durch das Prinzenpaar verwiesen die beiden Sitzungspräsidenten auf den guten Zweck, für den auch in dieser Kampagne das Prinzenpaar Spenden sammelt – in diesen Jahr geht die Spende an das Hospiz in Bensheim, wobei auch der SKK gerne seinen Beitrag dazu leistet und einen entsprechenden Umschlag überreichte.
Anschließend folgte eine von zahlreichen tänzerischen Darbietungen der Extraklasse: Die Funkenmädels Charlotte Heidrich und Alina Winter begeisterten mit ihrem eindrucksvollem Gardetanz, einstudiert unter der Leitung von Saskia Wenz.
Nach der Verleihung des SKK-Ordens für prominente Gäste ging es zum ersten Mal für diesen Abend in die Bütt: „Jetzt ihr Leit, jetzt seid ihr froh, ich die Marktfraa bin wieder do” – mit diesen Worten eröffnete Marita Kilian ihren von Lokalkolorit geprägten Vortrag, in dem sie über wichtige Themen des vergangenen Jahres wie die Benennung des Sportcampus, die Stadtentwicklung, den Ärztemangel oder auch die Kofferraum„leiche” in Rosengarten sinnierte – nicht ohne die ein oder andere Spitze auf das benachbarte Lampertheim mit einzubauen. In Bezug auf das wachsende Baugebiet Sonneneck betonte sie zur Begeisterung des Saals: „Des Sonneeck, des is jo schee, un unser Sunneecke werd’n immer meeh. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, jetzt steht des fünfte vor der Tür. Wann mir irgendwann zum Sunneeck 13 kumme, dann henn mir Lamperte üwwernumme.” Auch Bürgermeisterin Barbara Schader wurde angesichts der zahlreichen Landeszuschüsse wurde durch die Markfraa nicht verschont: „in Wiesbaden werd de Ortseingang jetzt schun kameraüberwacht, wann die Bärbel kimmt, werd de Landtag schnell zugemacht, die henn Angst und räume des Feld, denn unser Bojermoaschderin will bestimmt wieder Geld.”
Tänzerisch gibt es anschließend weiter: Die Lollipopssorgten mit ihrem Showtanz als „Trolls” unter Leitung von Luisa-Marie Morweiser für beste Stimmung in ihren wundervoll anzuschauenden Kostümen, bevor es erneut hoheitlich auf der Bühne wurde: Denn Manuela Seitz berichtete als letztjährige Prinzessin von den Erlebnissen, die dem Prinzenpaar in der letzten Kampagne widerfuhren – humorvoll gab sie dabei einen Einblick in das Leben von Prinzessin und Prinz während der Fastnachtszeit.
Nachdem die Prinzengarde unter der Leitung von Martina Schader einen traumhaften Gardetanz dargeboten hatte, erzählten Viviane und Andreas Mallig von ihrer „Vadder un Tochter”-Beziehung. Dass die Begeisterung nicht abriss, dafür sorgten„Die Stroosekehrer” Jürgen Brenner, Hans Ludwig und Gregor Winkler –die „Bäschdädder Sprooch” war dabei eines der zahlreichen Thema, ebenso wie das Bahnhofskiosk, und selbstverständlich kam auch hier der geplante Kreisel am alten Rathaus zu Ehren, passend getextet zur Melodie des Hits „Chöre” von Mark Forster. Kein Halten gab es im Saal auch beim Lied über die Bäckerei Blüm zur Melodie von Cordula Grün. Für das große Finale der ersten Hälfte sorgte die „Wilde 13” unter Regie von Nicole Faber und mit dem Motto „Ein Pechvogel sucht sein Glück in Irland.
Nach der Pause gab es zunächst Lob und Orden für die guten Geister des SKK 50 vor und hinter der Bühne, bevor Manuela Jakob als „Die Schlawwergosch” die Bühne betrat – und als „Männerfeindin kein gutes Haar an der „größte Fehlkonstruktion vom Herrgott” ließ. „So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken, so lästig wie Kopfweh und Ziehen im Rücken, so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann, das ist dieser Halbmensch, sein Name ist Mann”, rief sie direkt zur Begrüßung dem Publikum zu und brachte damit – nicht nur – das weibliche Publikum zum Toben.
Die Lollipops verzauberten das Publikum als „Trolls“ mit ihrem Showtanz. Foto: Benjamin Kloos
Unter Leitung von Jasmin Heiderich verzückten anschließend die „Riwwelkigelsche” als Indianer mit ihrem Showtanz. Eine besondere Tagesschau aus dem Jahr 1965 boten zum Thema „55 Jahre SKK 50” Luisa-Marie, Victoria, Constantin, Laurin und Michael Morweiser – mit Nummer 1-Hits aus diesemJahr wie „Marmor, Stein und Eisen bricht” oder „Satisfaction” nahmen sie die Narren mit auf eine besondere Zeitreise.
„Unter dem Meer” hieß es beim Showtanz der Tanzperlen unter Leitung von Teresa Ohl, bevor Stephan Faber vollgepackt mit Babysachen durch den Saal einzog undunter den Tischen nach dem „Nuggi” suchte – „Ich hab de Nuggi verlore, moi Frau bringt mich um. Ohne den Nuggi kann des Kind net oischlofe”, fürchtete er gleich zu Beginn des Vortrages, den er gemeinsam mit seiner Frau Nicole zum Thema „Babyblues” hielt. Sabrina Stockmann und Jennifer Lurg hatten mit der Tanzgruppe „Enigmatisch” einen fantasievollen Showtanz zum Thema Dschungel einstudiert, ebenso wie das Männerballett „Stecke und Steif“ unter Leitung von Luisa-Marie Morweiser zum Thema „Shreck”. Dazwischen sorgte das „Bennebuckelduo” alias Constantin und Laurin Morweiser als Demonstranten für zahlreiche Lacher im Publikum – natürlich mit dem aktuellen Thema „Fridays for Future” und passenden Schlachtrufen wie „Der Klimawandel – aussichtloser als moi Abitur“ oder „Der Klimawandel is heißer als moi Freundin.“
Zum krönenden Abschluss machte Marcel Kilian, begleitet durch seinen Vater Jürgen Kilian an der Orgel, eine besondere musikalische Reise mit Hits wie „Wieder alles im Griff”, „Leev Marie” oder „Amarillo”. Absoluter Stimmungshit war dabei der Brings-Hit „Kölsche Jungs”, umgedichtet auf Bäschdädder Bu.
Nach dem Finale und dem Auszug der Aktiven aus dem Saal feierte die SKK-Familie mit ihren Gästen noch weiter und freut sich auf die weiteren Höhepunkte der Fastnachtszeit – unter anderem die Kinder- und Jugendsitzung am Sonntag, 16. Februar, ab 15.11 Uhr im Bürgerhaus. Benjamin Kloos