Meute Neuschloß feierte mit zahlreichen Höhepunkten aus Orient und Okzident
Fastnacht wie aus 1001 Nacht
Nach langer Zeit hat die Meute wieder ein Prinzenpaar: Vinzenz und Babette sorgten mit ihrem närrischen Dialog für Begeisterung. Foto: Benjamin Kloos
NEUSCHLOSS – 1001 Nacht war das Motto der diesjährigen, mittlerweile 19. Fastnachtssitzung der Meute Neuschloß – und wer am Freitag den traditionell bis auf den letzten Platz gefüllten Meutekeller betrat, fühlte sich tatsächlich direkt in den Orient versetzt: Nicht nur wegen der vielen Scheichs und anderen orientalischen Kostümen, sondern vor allem auch aufgrund des wundervoll gestalteten und äußerst gelungenen Bühnenbildes. Hier grüßten aus einer Wüstenlandschaft Kamele, fliegende Teppiche und natürlich auch Aladins Wunderlampe in das närrische Publikum.
Nach dem Einmarsch der Aktiven unter passender Musik sangen die Meute-Frauen und -Männer zur Melodie von „1000 und eine Nacht (Zoom!)” von Klaus Lage eine perfekt abgeänderte Version, die auf das Motto der Sitzung abzielte. „1000 mal probiert, nichts hat wirklich funktioniert, 1001 Nacht, wir feiern Fassenacht” sangen die Aktiven zur Begeisterung des Publikums. Anschließend war es an Rolf Wegerle, die offizielle Begrüßung zu „unserer orientalischen Nacht hier im Meutekeller” vorzunehmen und viel Spaß und gute Unterhaltung zu wünschen.
Letzteres war garantiert, auch dank des wundervollen Moderatorenduos Petra und Heinz Werner Thier, die nicht nur durch die gelungenen Anmoderationen, sondern vor allem immer wieder durch spontane Dialoge mit den Aktiven und unterhaltsamen Zwischeneinlagen für wachsende Begeisterung sorgten. Ihren absoluten Höhepunkt aber hatten sie im Verlauf der Sitzung, als sie das neue Meute-Prinzenpaar verkörperten. Als Vinzenz und Babette sorgten sie für einen Lacher nach dem anderen und bei manch einem für Tränen in den Augen. Mit Blick auf die immer stärker werdenden englischen Begriffe in der deutschen Sprache schilderte Prinzessin Babette die Entwicklung der Innenstadt: „Es werd net mehr lang dauern, dann hesst die Kaiserstroß Kings Road – getreu dem Motto in de Kings Road sind die Geschäfte tot.”
Auch sonst war den Besuchern der Meute-Fastnacht beste Unterhaltung in der Bütt garantiert: Ob Renate Kronauer und Horst Irrgang im Klagelied über einen kranken Mann oder Helga Irrgang und Moni Kresser als „Die Zwo vum Lindeweg”, die für ihren Vortrag mit Geschichten aus dem wahren Leben die erste Rakete des Abends gezündet bekamen.
„1001 Nacht, wir feiern Fassenacht”: Das Motto der diesjährigen Sitzung wurde äußerst gelungen umgesetzt. Foto: Benjamin Kloos
Zum ersten Mal in der Bütt bewies Bastian Gutschalk als „anonymer Verlobter”, dass sich die Meute keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss. Mit viel Humor beschrieb er, wie es einem werdenden Ehemann geht, sind erst einmal die Worte „Willst Du mich heiraten” gefallen sind: „Meine liebliche Verlobte verwandelte sich, Brautzilla zeigte ihr wahres Gesicht” rief er zur Begeisterung besonders des männlichen Publikums.
Ein Höhepunkt war die sensationelle Darbietung der Meute-Frauen, die unter dem Motto „Wenn ich nicht auf der Bühne wär…” in verschiedene Rollen schlüpften. So präsentierten sie als Polizistin, Malerin, Turnerin, Wäscherin oder Schreinerin jeweils einen bestimmten Satz und dazu passende Bewegungen – diese waren so aufeinander abgestimmt, dass sie diese nebeneinander stehend gleichzeitig durchführen konnten, ohne sich zu berühren – eine Aufgabe, die höchste Konzentration fordert, für Begeisterungsstürme sorgte und eine doppelte Rakete nach sich zog.
Tänzerisch sorgte die Purzelgarde des Lampertheimer Karneval Vereins unter dem Motto „Die Biene Maja feiert Party” für beste Laune, musikalisch taten ihnen dies Peter Medert und Peter Hensel gleich: Mit Klassikern wie „Ein Bett im Kornfeld” oder „Country Roads” rissen sie das Publikum mit. Und spätestens als das Lampertheimer Spargellied erklang, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen und die Neuschlosser Fastnachtsbegeisterten sangen, tanzten und schunkelten miteinander – natürlich mit dem Höhepunkt bei der Textzeile „unser schönes Lampertheim, Biedensand, NEUSCHLOSS und Hütt''”.
So bewies die Meute Neuschloß erneut, dass ihre Sitzung mehr als ein Geheimtip in der fünften Jahreszeit ist – „auch wenn wir eigentliche gar keine Fastnachter sind”, wie Rolf Wegerle betonte. Und trotz dieser Tatsache jagte nicht nur ein Höhepunkt den nächsten, sondern war zum 19. Mal in Folge eine Delegation des CC Rot-Weiß im Meutekeller zu Besuch, angeführt von Stadtprinzessin Gerda I. und dem Vorsitzenden Freddy Herweck, der „von Beginn an die Sitzungen der Meute besucht” und dies auch weiterhin gerne tun will. Benjamin Kloos