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Mi., 20. März 2019, 11:28 Uhr
Fünftes Treffen der Lômbadda Babbler mit großartiger Resonanz
Fastnachtsgeschichten in Lampertheimer Mundart
Bei den Lômbadda Babbler drehte sich am Dienstag alles um die Fastnacht. Foto: Nadine Schütz
LAMPERTHEIM – „N'Owend", begrüßte Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld am Dienstagabend die zahlreich erschienenen Gäste im Alten Rathaus – mit beachtlicher Resonanz. Mit Humor erklärte er: „Ich kann noch nicht richtig Lômbaddarisch, aber darum geht's gar nicht." Es gehe um Spaß, Begegnung und darum, etwas über Lampertheim zu erfahren, so Horstfeld weiter. Unter diesem Gesichtspunkt stellte er zunächst den aktuellen Stand der Aktivitäten um die Lômbadda Babbler vor, was er zusammenfassend mit „Es hat Fahrt aufgenommen!“ treffend formulierte.
Die anschließenden Vorträge standen diesmal im weitesten Sinne unter dem Motto Fastnacht und Aschermittwoch.
Diana Boll berichtete auf erheiternde Weise zunächst, warum sie heute "nit hearn unn nit lese kônn": Die Batterien ihrer liebevoll A-Hörnchen und B-Hörnchen genannten Hörgeräte hätten prompt mit Betreten des Raumes ihren Dienst versagt, und Ihre Brille, die sie zum Wechseln der Batterien brauche, habe sie leider nicht dabei. Ihr somit frei erzählter Vortrag über einen Mann mit Glatze und Holzbein, der sich vom Kostümfachhandel mit einem Piraten- und einem Mönchs-Kostüm auf sarkastische Weise schlecht beraten fühlte, wurde vom Publikum mit kräftigem Applaus honoriert.
Kerstin Zecher trug ihr selbstgeschriebenes Gedicht "De Winder unn die Fasnachtsnarre" vor. Aus Sicht des Winters entführt das Gedicht in die bunte fünfte Jahreszeit. Bis die Fastnachtsnarren ihn fort schicken – er sei einfach zu weiß und zu kalt. Dass der Winter daraufhin eisig schmollte, störte keinen – schließlich sei nun Frühlingsanfang.
„Gedônzt werd wie in Lumbe ôm Stecke, ah wônn ma sisch ôm nägschde Tag nimmeh kônn recke“, heißt es in Erika Krämers – ebenfalls selbst verfasstem – „Fastnachtsgedicht“ Es beschreibt das bunte Treiben der Fastnachtsgesellschaft mit all ihren Kostümen, bei dem die Biene Maja nach der Demaskierung schon mal ein Willi ist.
Manfred Krämer hatte auf Anfrage das Gedicht „D’Sau rennt d’Gaade na“ aus dem alemannischen übersetzt und trug somit heute das Gedicht „Dou renne die Sai im Gaade rum“ vor, das anschaulich erzählt, wie zwei Schwestern zwei im Garten wütende Schweine einfangen um hinterher festzustellen, dass es gar nicht die eigenen sind - diese standen brav im Stall.
Der Beitrag von Bärbel Kronauer, in dem ein kleines Kind die Kirche gezeigt bekam, brachte das Publikum herzhaft zum Lachen. In der leeren Kirche verabschiedete sich das Kind, von Maria, Josef und dem Jesuskind. Als der Pfarrer dann den Vorhang des Beichtstuhls öffnete, rief es noch „Wiedersehen Kasperle!“
Kalle Horstfeld las das Gedicht "Hoscht schun gehäjät..." von Hans Pfeiffer vor. Am 31. Oktober 1949 verfasst, beschreibt das Gedicht anschaulich, welch eine belebte Geschäftsstraße die Ernst-Ludwig-Straße früher einmal gewesen war.
Bei ihrer Verlobung im Jahr 1976, erzählte Käthe Lahr, hätten sie die Zeitungsannonce zur Verlobung in Lampertheimer Dialekt aufgegeben und daraufhin ein Geschenk mit mundartlichen Grüßen erhalten.
Nadine Schütz gab das Gedicht „s‘ wädd valobt“ von Heinrich Karb zum Besten, indem die eher unattraktive Lisbeth mittels einer List von Mutter und Tante doch noch unter die Haube gebracht wird.
Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Heinz „Clever“ Eichenauer mit der Rede zur Kampagneneröffnung des CGT vor 25 Jahren. Passend zur Eröffnung der Fußgängerzone im selben Jahr, hatte man damals unter dem Motto „Kaufhaus Stich und Pieks“ die lampertheimer Geschäftswelt auf die Schippe genommen; ein Thema das heute so aktuell ist wie damals.
Nach einer kurzen Pause zeigte Herbert Tiefel einen Videoclip, in dem Douglas Madenford aus Pansylvania die Lômbadda Babbler und ihre Anhänger grüßte. „Es gibt viele Lait, die unser Sprooch noch schwätze“, sagt Madenford in seiner Ansprache. Auch die Kultur wird weiter gepflegt. Über all das hat Madenford einen Film gedreht. Unter dem Titel „Hiwwe wie driwwe“ wird er am 18. April um 19:30 Uhr im CinemaxX Mannheim vorgestellt.
Das nächste Treffen der Lômbadda Babbler wird am 16.0 April um 19 Uhr, wieder im Alten Rathaus, stattfinden; dann unter dem Motto „Geschichten zu Frühling und Garten“. Wer sich mit einem Beitrag einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei Kalle-Horstfeld@web.de zu melden. Nadine Schütz