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Fr., 30. Juli 2021, 08:58 Uhr
SPASS IM FREIEN: Ferienkinder beim Obst- und Gartenbauverein zu Gast
Ferienprogramm mit Naturerlebnis und Kreativität
Spaß beim kreativen Arbeiten hatten die Ferienkinder beim Obst- und Gartenbauverein. Die eindrucksvolle Strohpuppe hat das Potenzial Besucher willkommen zu heißen oder als Vogelscheuche zu wirken. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Beim Obst- und Gartenbauverein ist man mitten in der Natur, weit und breit istkeine Straße zu hören und kein Haus zu sehen. Unter dem riesigen Kirschbaum vor dem Vereinsheim steht einladend eine türkisfarbene Sitzbank, doch an diesem Mittwoch haben die Besucher anderes im Sinn als sich auszuruhen. Dreizehn Kinder der Bibliser Schulkindbetreuung „Tintenklecks“ verbringen auf dem Gelände ein paar Stunden mit Basteln, Malen und Bewegung an der frischen Luft, sie haben Auslauf im Grünen, sie lernen ein Lagerfeuer in der sicheren Eisenschale zu entfachen und zu hüten und sie erfahren einiges über die Natur und wie Äpfel und Birnen wachsen. Die Obstbaumanlage in langen Reihen sieht schön gepflegt aus, hier und da trägt ein Bäumchen schon große Äpfel. Gleich zu Beginn haben die Grundschulkinder unter Anleitung der Fachleute Walderdbeeren gepflanzt. Das Programm haben sich Tobias Kleiner, Leiter der Schulkindbetreuung, und der 2. Vorsitzende Thomas Brecht gemeinsam überlegt. Die Kooperation zwischen Verein und Schulkindbetreuung funktioniert schon seit Jahren bestens, berichten Brecht und der 1. Vorsitzende Hans Neun beim Gespräch mit dem TIP. Vor der Coronakrise seien meistens 24 Kinder dabei gewesen. Die Kinder von der Natur begeistern, das wollen sie beide und finden, dass man die Natur hier anders vermitteln kann als im Unterricht. Aus Erfahrung weiß Kleiner, dass Kinder heute nicht so mit der Natur verbunden sind. Wer geht noch mit der Milchkanne zum Bauern Milch holen oder weiß wo die Äpfel herkommen? Vereinsvorsitzender Neun freut sich daher, dass es gelungen ist, mehrere junge Familien für den Verein und die Pflege der eigenen Baumreihen zu gewinnen. Die Kinder zu sehen, wie sie mit Freude Unkraut zupfen und helfen, findet er schön. Um Spaß zu haben, muss es gar nicht laut zugehen. Konzentriert waren die Ferienkinder bei der Sache. Was man aus Stroh machen kann? Die störrischen, trockenen Getreidehalme vom Feld lassen sich zum Beispiel kreativ in kleine Strohpuppen verwandeln, die sich gut als Zierde, zum Spielen und zum Verschenken eignen. Eine ganze Reihe unterschiedlich gekleideter Strohpuppen hatte Marc-Leon gemeinsam mit Florian Kern gebastelt, der sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Schulkindbetreuung schon fast hinter sich hat. Auch die überlebensgroße Strohpuppe, die später am Kirschbaum lehnte und am Eingangstor zukünftig Besucher willkommen heißen soll, war eine Gemeinschaftsarbeit. Erzieherin Petra Kühner-Salomon und Philipp stopften nach Kräften das Stroh in die Ärmel, der Kopf und der Rest waren schon fertig, die Karotte für die Nase zur Vollendung des Gesichts lag schon bereit. Auch Beate Baro und Sabine Raetz von der Schulkindbetreuung unterstützten die Kinder beim kreativen Arbeiten. Am Feuer zeigte Vereinsvorsitzender Neun, wie man das Holz schichtet. Der Rauch hatte sich bald verzogen, die Flammen loderten, von den Kindern nach und nach mit Holz und Stroh genährt. Philipp fand alles in Ordnung, so wie er es bei der Kinderfeuerwehr gelernt hat. Auch Mirja und Elisali wussten, worauf beim Feuermachen zu achten ist: Nicht zu nahe dran mit Haaren und Kunstfaserkleidung, die Eisenschale auf festen Steinboden stellen. Löschwasser stand im Eimer und in einer Gießkanne bereit. Raimund Dussel, Grillmeister des Vereins, hatte mittlerweile den Holzkohlengrill zum Glühen gebracht, damit die Bratwürste rechtzeitig zur Mittagspause fertig sein würden. Hannelore Nowacki