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Fr., 04. Juli 2014, 12:06 Uhr
Das neue Wahrzeichen – die Gurkenfrau mit Kind und Gummernkorb aus Bronze
Festakt im alten Rathaus und sonnige Enthüllung
Das neue Bibliser Wahrzeichen ist enthüllt. Bildhauer Marek Zalewski (2. von links) hat auch die Lampertheimer Spargelschälerin und weitere Objekte an der Bergstraße und im Odenwald geschaffen. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Die Gurkenfrau mit Kind und Gurkenkorb ist das neue Bibliser Wahrzeichen vor dem Alten Rathaus – durch Spenden von Bürgern an die Bürgerstiftung zu diesem Zweck ermöglicht. Keine Steuergelder, keine öffentlichen Mittel wurden eingesetzt, auch wurden keine allgemeinen Spendentöpfe der Bürgerstiftung angezapft. Diese Mitteilung war Alfred Kappel, Altbürgermeister und Vorsitzender des Stiftungsrates, beim Festakt zur Enthüllung des Wahrzeichens wichtig. Sein Dank galt den großen Sponsoren wie den Spendern, die ihren Beitrag in Form von Geld-, Sach- und Zeitspenden geleistet haben. Die Bronzeskulptur in Lebensgröße zog bereits beim Gurkenfest viele Blicke auf sich. Bürgermeister Felix Kusicka beschrieb in seiner Ansprache die Bedeutung des neuen Wahrzeichens für die Gemeinde Biblis und die Bürger: „Die Gurkenfrau mit Kind, die wir heute enthüllen, ist nicht nur eine Erinnerung an vergangene Tage. Sie ist in gewisser Weise auch Sinnbild, das uns alle an einen erfolgreich gestalteten Strukturwandel in Biblis erinnert und uns Mut macht, den jetzigen Strukturwandel erneut erfolgreich zu gestalten“.
Katharina Reis, die 1882 mit dem Gurkenanbau und Verkauf begann, hätte als Mutter und erfolgreiche Unternehmerin heute vielleicht eine eigene Doku-Soap unter dem Titel „Die Gummernqueen“, merkte der Bürgermeister schmunzelnd an. In der Folge war Biblis durch Exporte weltweit vertreten. Die Sonne hatte sich am Vormittag des Gurkenfestsonntages hinter grauen Wolken versteckt und so fand der Festakt zur Enthüllung des neuen Bibliser Wahrzeichens wegen des befürchteten Regens nicht wie geplant an der verhüllten Bronzeskulptur vor dem Alten Rathaus statt, sondern im großen Sitzungssaal des Rathauses. Draußen hatten sich schon viele Schaulustige versammelt. Kaum hatte Gerd Reis, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Biblis seine Schlussworte begonnen, strahlte die Sonne. Die Jagdhornbläser des Reit- und Fahrvereins Biblis eröffneten den Festakt mit einem „Festmarsch“ und sandten später vom Balkon des Alten Rathauses ihr „Freudensignal“ in die Welt hinaus.
Der Gesangverein Frohsinn unter der Leitung von Herbert Ritzert verkündete singend „Wir feiern ein Fest der Freude“. Alfred Kappel begrüßte unter den Gästen die Delegationen aus den Partnerstädten Gravelines und Katy Wroclawskie sowie aus der befreundeten Stadt Nittenau. In seinem geschichtlichen Rückblick, der auch in polnischer und französischer Sprache vorgetragen wurde, beschrieb Kappel die Entwicklung zur Gurkenmetropole, die um 1900 einen Höhepunkt erreicht hatte und in den 1960er Jahren an Bedeutung verlor. Unter den Augen des polnischen Bildhauers Marek Zalewski, der die Bronzeskulptur geschaffen hat, und einer großen Zuschauerrunde zogen die am Vortag gekrönte 62. Gurkenkönigin Dana I. gemeinsam mit ihren Prinzessinnen Romina und Sara-Luisa und Amtsvorgängerin Rosa I. die verhüllenden Tücher von der Bronzegruppe. Wie fühlt sich das neue Wahrzeichen an? Viele Hände strichen dem Kind zärtlich über den Kopf. Strahler setzen die Bronzegruppe im Dunkeln ins richtige Licht.
Hannelore Nowacki
Mitten im Leben ist das neue Bibliser Wahrzeichen angekommen, wie sich schon kurz nach der Enthüllung zeigte. Foto: Hannelore Nowacki