
LAMPERTHEIM – Unter dem Motto „Der Herbst ist die Zeit, in der wir erkennen, wie bunt das Leben sein kann“, eröffnete „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld das Herbsttreffen der Lômbadda Babbler. Mit diesen einladenden Worten begrüßte er die zahlreichen Gäste und bereitete sie auf einen facettenreichen Abend vor, der die Magie des Herbstes in all seinen Formen feierte. Gleich nach der Begrüßung entzündete die „Babblerfamilie“ ein Feuerwerk an abwechslungsreichen Beiträgen. Es wurden Themen wie Veränderung, Wandel, Dankbarkeit, Gemütlichkeit sowie die herbstlichen Freuden und kulinarischen Genüsse beleuchtet. Die Akteure präsentierten einen bunten Strauß aus nachdenklichen, humorvollen, historischen und besinnlichen Geschichten und Gedichten, die das Publikum mal zum Lachen, mal zum Innehalten brachten. Diese Vielfalt spiegelte die reiche Farbenpracht des Herbstes wider, der in der Veranstaltung allgegenwärtig war.
Den Auftakt des Abends gestaltete Franz Korb, der mit der Arbeit am Lampertheimer Wörterbuch von Manfred Rupp eine ganz besondere Aktion voranbringt. Seit einigen Monaten sammelt er Wörter und Redewendungen aus Lômbadda, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Stolz präsentierte er die neuesten Einträge wie „alsford“, „gauzze“ und den charmanten Ausspruch „der hodds im Salz leije“. Auch ein humorvoller Herbstspruch durfte nicht fehlen: „Kommt zum Laub auch noch die Nässe, fliegt man schnell einmal auf die Fresse“, der bei den Gästen für viele Lacher sorgte. Korbs Arbeit am Wörterbuch ist nicht nur ein Beitrag zur Pflege und Erhaltung des Dialekts, sondern auch ein Stück gelebte Heimatgeschichte.
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Erika Krämer-Tomczak entführte die Zuhörer in eine herbstliche Welt voller Kräuter, Früchte und traditioneller Bräuche. Sie sprach über die reiche Obsternte, die die Natur im Herbst bietet, und erzählte von den Festen wie der Kerwe und dem Erntedankfest, die die Dankbarkeit für diese Fülle zum Ausdruck bringen. Besonders die herbstlichen Spezialitäten wie Gewedschekuche, Zwiewellkuche und neije Woin brachten den Gästen das kulinarische Herz des Herbstes näher. Ihr Beitrag erinnerte daran, dass jede Jahreszeit ihre ganz eigenen Reize hat und der Herbst mit seiner Farbenpracht und Gemütlichkeit besonders wohltuend ist.
Armin Herweck widmete sich einem tiefgründigen Thema: der Zeit und der Bedeutung des Begriffs „Schbera“ (später). In seinem nachdenklichen Beitrag erinnerte er daran, dass Zeit ein kostbares Gut ist, das wir nicht verschleudern sollten. „Später wird aus Rauch schnell Feuer, und später ist es zu spät, um Streit beizulegen, Freundschaften zu pflegen oder eine gute Tat zu vollbringen“, sagte Herweck eindringlich. Er mahnte das Publikum, den Augenblick zu leben und die kleinen Dinge im Hier und Jetzt zu schätzen, da das „Später“ oft nie kommt.
Heinz „Clever“ Eichenauer brachte mit seinem Beitrag die goldenen „Fuchziger Jaohr“ zurück in die Erinnerung. Er zeichnete ein lebhaftes Bild der Nachkriegsjahre, als Peter Kraus mit „Sugar, Sugar Baby“ die Herzen der Jugend eroberte und das Wirtschaftswunder begann. Erinnerungen an Stars wie Brigitte Bardot, das Kinovergnügen in den Lampertheimer Lichtspielhäusern und den Petticoat bestimmten die Zeit. Eichenauer vergaß auch nicht, an die typischen Alltagsgegenstände dieser Ära zu erinnern – vom Plumsklo bis zum Kabinenroller. „Früher war nicht alles besser, aber vieles anders“, sagte er und lud die Zuhörer ein, sich eine eigene Meinung über den Wandel der Zeiten zu bilden. Seine nostalgischen Schilderungen riefen bei vielen Gästen eigene Erinnerungen wach.
Karin Kraus brachte mit ihrer humorvollen Geschichte über eine Geburtstagsfeier im Schwarzwald eine besondere Stimmung in den Saal. Was als gemütliches Fest mit Freunden und Champagner begann, entwickelte sich bald zu einer komischen Verstrickung, mit Zechprellerei, bei der sogar die Polizei ins Spiel kam. Doch am Ende stellte sich alles als „ein Bär aufgebunden bekommen“ heraus, ein riesiger Spaß, der den Gästen ein herzliches Lachen entlockte.
Käthe Lahr-Bachert beschrieb auf humorvolle Weise die Gemütlichkeit des Herbstes. „Die Leichtigkeit des Sommers ist vorbei, der Bikini hat jetzt Ferien, und die Speckpolster dürfen bleiben“, sagte sie schmunzelnd. Ihr Aufruf, es sich mit warmen Socken, der Couch und einem Stück Schokoladenkuchen gemütlich zu machen, fand großen Anklang beim Publikum. Mit ihrer charmanten Art brachte sie die Essenz des Herbstes – Ruhe, Wärme und Genuss – auf den Punkt.
Hans Kling berichtete humorvoll von seinen sportlichen Erlebnissen und der Zeit, als „Männer wie wir 4,4“ in der Schule bewundert wurden. Er ließ die Entwicklung vom Micky Maus-Leser über die Bravo und den Playboy bis zur heutigen Lektüre der Apotheker Umschau Revue passieren und zog dabei auf unterhaltsame Weise Parallelen zu den Lebensphasen eines Mannes. Auch seine Erfahrungen mit Schlittschuhlaufen, Boxen und Bogenschießen sorgten für Heiterkeit im Publikum, insbesondere seine scherzhafte Anspielung auf Wilhelm Tell und die Frage, ob es immer wichtig sei, der Beste zu sein.
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Ein besonderer Moment des Abends war die Ehrung von Ralf Klotzbach, der vor einigen Tagen für „50 Jahre aktiven Dienst im Brandschutz“ ausgezeichnet wurde. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Horstfeld ihm das „Lampertheimer Alphabet“. Dieser feierliche Moment würdigte nicht nur Klotzbachs Engagement, sondern auch seine Wertschätzung innerhalb der „Babblerfamilie“. Das nächste Treffen der Lômbadda Babbler findet am 12. November 2024 statt und steht unter dem Motto „Im November finden wir die Zeit, um zur Ruhe zu kommen und uns zu besinnen“. Die Lômbadda Babbler laden alle herzlich zu einem weiteren unterhaltsamen und inspirierenden Abend ein. Der Eintritt ist wie gewohnt frei, und die Besucher dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das wieder zum Lachen, Nachdenken und Genießen einlädt. zg
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