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  • Mo., 26. April 2021, 19:29 Uhr
    Bienenvölker von Christian Tesseraux und Sinan Arslan bestäuben Erdbeerblüten von Philipp Strauss

    Fleißige Honigbienen auf den Erdbeerfeldern

    Eine Kooperation mit Gewinn für alle Beteiligten – Landwirt Philipp Strauss und die beiden Hobby-Imker „Beekeeper“ Christian Tesseraux und Sinan Arslan mit ihren fleißigen Bienenvölkern. In ein paar Wochen soll es viele schöne und aromatische Erdbeeren geben. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Auf den Erdbeerblüten von Philipp Strauss fühlen sich die Bienen wohl. Dabei haben die Hobby-Imker Christian Tesseraux und Sinan Arslan ihre Bienenvölker nicht zu einem Wellness-Aufenthalt am Feldrand positioniert – sie sollen auf den Erdbeerfeldern  fleißig Pollen von den vielen weißen Erdbeerblüten herbeischaffen, denn die beiden Königinnen brauchen reichlich Futter. Dabei sorgen die Bienen zugleich für die Bestäubung, die durch sie und andere wilde Insekten viel wirksamer ist als durch den Wind und Selbstbestäubung. Große und aromatische Erdbeeren werden sich entwickeln, der Ertrag wird größer sein als ohne Fremdbestäubung. Durch Studien sei dieser Zusammenhang erkannt und belegt worden, berichten die beiden Imker. Das überzeugte Philipp Strauss, der die beiden bereits über seine Blühwiesenprojekte in der Gemarkung kannte. Seine Erdbeerfelder werden nicht mit Insektiziden gespritzt, betonte Philipp Strauss. Eine Wohltat für die Bienen. Denn diese Neonikotinoide gelten als besonders bienenschädlich, weshalb die Imkerei und Landwirtschaft nicht immer harmonierten. Für alle Beteiligten an diesem gemeinsamen Projekt also eine Win-Win-Situation. Philipp Strauss ist sich mit den beiden Imkern einig: „Wenn man miteinander spricht, kann man alles besser händeln“. Ein liebliches Summen um die Bienenbeuten herum war zu hören, während die beiden leidenschaftlichen Imker und Gemüsebauer Philipp Strauss ihr Kooperationsprojekt erläuterten. Schöne reife Erdbeeren der frühen Sorte sind in zwei bis drei Wochen zu erwarten, wenn es nicht zu kalt ist. Die späteren Sorten auf den sechs Hektar blühen erst später. Die frostigen Nächte werden Ertrag kosten, hat Philipp Strauss an seinen Erdbeerpflanzen festgestellt, die schwarzen Stellen in den Blüten zeigen, dass die Fruchtansätze erfroren sind. Dann und wann kamen ein paar Bienen ganz friedlich zur Begrüßung angeflogen. Ihre Behausungen, in der Imkerfachwelt Beuten genannt, stehen bevorzugt im Halbschatten, das mögen die Honigbienen. Hübsch bunt haben die beiden Imker die Beuten herausgeputzt, die Eingänge sind klein genug, damit keine Räuber einfliegen können. Erdbeerhonig werden die Bienen nicht produzieren, weil die leuchtend weißen Erdbeerblüten keinen Nektar entwickeln. Dafür ist ihr Pollen sehr proteinreich, ideal für die Brut, die von den Arbeitsbienen emsig betreut wird. Bei ihren Rundflügen zu Blüten im Umkreis von etwa drei Kilometern werden ihre Bienen auch noch Nektar einsammeln, sind sich Christian Tesseraux und Sinan Arslan sicher. In sechs bis acht Wochen werden sie ihre Bienen zu den Blühwiesen umsiedeln, dann ist ihre Fleißarbeit auf den Erdbeerfeldern erledigt. Wie kamen die beiden Hobby-Imker zur Imkerei? Sinan Arslan erzählt, ihn hätten die Bienen schon immer fasziniert, früher habe er sie fotografiert. Vor zwei Jahren hat er sich im Internet informiert, dann einen Verein kontaktiert. Mit zwei Jungvölkern von Markus Hartnagel, Erster Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Lampertheim und Umgebung, hat er angefangen, jetzt hat er es auf 18 Völker gebracht. „Beekeeper“ Christian Tesseraux ist Imker aus Leidenschaft, so steht es auch auf seinem T-Shirt. Schon immer war er gerne in der Natur unterwegs. In den Supermärkten hat er sich die Honiggläser angeschaut, häufig Mischungen aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern. Honig aus der Region war sein Ziel, ein Weg auf dem er vor zwei Jahren auf Roland Eberle aus Bobstadt traf, der ihn mit auf sein Dach nahm. In Bensheim besuchte er Veranstaltungen. Als er Markus Hartnagel kennenlernte, bekam er sein erstes Volk. 17 Völker sind es jetzt, mit bis zu 50.000 Bienen je Volk in der sommerlichen Hochsaison. Seitdem Hartnagel sie beide ein Jahr als Jungimker begleitet hatte, sind Christian Tesseraux und Sinan Arslan befreundet und hegen ihre Völker gemeinsam. Für seine Umweltprojekte wie den geplanten Bienenlehrpfad sammelt Christian Tesseraux Spenden. Unterstützung für die Aufstellung seiner Bienenbeuten auf städtischem Gelände und Streuobstwiesen bekomme er von der Stadt Lampertheim und Bürstadt. Hannelore Nowacki

     

     

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