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Do., 13. Dezember 2018, 08:59 Uhr
Kreisbeigeordneter Karsten Krug überreichte Teilnehmerbescheinigungen
Flüchtlinge begeistern sich für die deutsche Sprache
Kreisbeigeordneter Karsten Krug gab die Teilnehmerbescheinigungen aus, ein besonderer Anlass zur Freude, wie Jamila Mortezaei mit ihrem Strahlen zum Ausdruck brachte. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS–Ist die deutsche Sprache schwer? Eine Frage, die Kreisbeigeordneter Karsten Krug vierzehn sehr motivierten Kursteilnehmern stellte, bevor er die mitgebrachten Teilnehmerbescheinigungen für den Einstiegskurs überreichte. Die Flüchtlinge, das bewiesen sie umgehend, hatten schon viel gelernt. „Die Lehrerin ist gut“, sagten einige in gut verständlichem Deutsch, sichtlich in bester Stimmung. Alle strahlten gute Laune aus, schließlich hatten sie schon viel geschafft, wie zu hören war. Auf ihrer Bescheinigung war zu lesen: „Deutsch für Flüchtlinge, A 1 Teil 2“. Seit Oktober bis Mitte nächster Woche werden sie insgesamt 120 Unterrichtseinheiten je 45 Minuten hinter sich haben. Aber sie wollen weitermachen und wünschen sich den nächsten Kurs am liebsten gleich im Januar. „Keine lange Pause“ wollen sie, erklärten sie ihrem Besucher vom Landratsamt, der sich über diese begeisterte Resonanz freute. Eine Begeisterung, die auch bei der Übergabe der Teilnehmerbescheinigungen zu sehen war. Jamila Mortezaei aus Afghanistan freute sich riesig, eine Arbeit habe sie schon berichtete sie auf Nachfrage - Treppenputzen, aber sie habenoch weitere Pläne. Kursleiterin Klara Seidler, nach ihrem Studium seit elf Jahren Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, sprach ihrem Kurs ein großes Lob aus: „Sie sind eine hochmotivierte Gruppe“. Davon hatte auch schon die Leiterin der Kreisvolkshochschule Iris Hoch erfahren, die ebenfalls zum Kursabschluss gekommen war. Den Kursteilnehmern bestätigte sie: „Frau Seidler lobt Sie sehr“. Beim Erlernen der deutschen Sprache komme es darauf an, diese häufig zu sprechen, auch in der Familie und unter Freunden, legte Krug den Kursteilnehmern ans Herz. Ja, das machen sie, beteuerten einige. Auch Fernsehen und Radio hören sei wichtig, um sich in die deutsche Sprache einzufinden, meinte Krug.
Alle Teilnehmer möchten in einem weiteren Kurs ihre Deutschkenntnisse verbessern, nachdem sie den Einstiegskurs mit einer Teilnahmebescheinigung abgeschlossen haben. Foto: Hannelore Nowacki
Doch in der neuen Unterkunft, die einigen Flüchtlingen in Lorsch kürzlich zugewiesen wurde, gibt es noch keinen Fernseher, erfuhr der Kreisbeigeordnete. Mit dem Zug, Bus oder Fahrrad kommen die Kursteilnehmer an drei Tagen in der Woche vorwiegend aus Groß-Rohrheim, Bürstadt, Biblis und Lorsch zum Kurs nach Biblis. Einige der fünf Frauen erklärten auf Nachfrage des amtlichen Besuchers, dass ihre Kinder im Kindergarten seien. Aus vielen Ländern sind sie nach Deutschland gekommen, einige aus dem Irak, aus Afghanistan, Äthiopien und sogar aus Jamaica, aber noch nicht anerkannt. Ein Integrationskurs komme daher für diese Flüchtlinge nicht in Frage, machte Krug deutlich, diese Menschen bleiben jedoch meist länger im Land. Die Kreisvolkshochschule (KVHS) habe die Fachkompetenz und das Personal um diese Kurse anzubieten, die sich der Kreis Bergstraße in diesem Jahr 200.000 Euro kosten ließ. KVHS-Leiterin Hoch hob Vorteile gegenüber anderen Anbietern hervor wie die Zusammensetzung der Kurse differenziert nach Kenntnisstand und Vorkenntnissen. „Dann haben wir den größten Lernerfolg“. Lehrer seien jedoch rar. Bei den gemischten Nationalitäten in den KVHS-Kursen werde einsprachig auf Deutsch unterrichtet, die Kursleiter wie Klara Seidler bringen eine zusätzliche Qualifikation mit. Die heutigen Kursteilnehmer hätten ein höheres Niveau als die Flüchtlinge vor drei Jahren, erklärte Hoch, damals habe es mehr Alphabetisierungskurse gegeben.Hannelore Nowacki