SPORTCOACH: Finanzielle Unterstützung für Vereine mit integrativen Angeboten / 19.500 Euro aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“
Förderung für Sport als Begegnungskultur
Sport kann einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten. Die Vereine in Lampertheim können für diese wichtige Arbeit Fördermittel beantragen. Foto: www.pixabay.com
LAMPERTHEIM – Seit 2016 stellt die Stadt Lampertheim regelmäßig den Förderantrag für Mittel aus demLandesprogramm „Sport und Flüchtlinge“. 19.500 Euro sind es für das Jahr 2020, die als Zuschüsse für Sport treibende Vereine nun wieder zur Verfügung stehen. „Dies ist die höchste Fördersumme, seit wir im Programm sind”, berichtete Sportcoach Marius Schmidt am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs, an dem auch der Erste Stadtrat Jens Klingler sowie Horst Schmitt teilnahmen. Die Höhe der Förderung ist in diesem Jahr von zwei Faktoren abhängig: „15.000 Euro erhalten wir aufgrund der Anzahl der in Lampertheim lebenden Flüchtlingen. In diesem Jahr sind es etwas mehr, da der Kreis die Unterkünfte neu eingeteilt hat. So sind wir von einer Fördersumme in Höhe von 12.500 Euro auf 15.000 Euro gestiegen”, so Marius Schmidt weiter. „Die weiteren 4.800 Euro haben wir einer Person zu verdanken, die heute nicht hier sein kann: Denn Lancine Diallo wohnt in einer Flüchtlingsunterkunft in der Chemiestraße, die derzeit unter Quarantäne steht, aber er ist gesund und es geht ihm gut. Gemeinsam mit Lancine Diallo werde ich in diesem Jahr das Sportcoach-Tandem bilden.” Der sehr engagierte und sportlich aktive junge Mann aus Guinea ist beim Kanu-Club im Fitnesstraining aktiv und hat bereits einen Übungsleiterkurs absolvieren. „Nur die Grundausbildung muss er noch machen, diese ist aufgrund von Corona in den Herbst verlegt worden. Mit Lancine Diallo wird die interkulturelle Komponente gestärkt”, ist sich Marius Schmidt sicher.
Das Geld können alle Vereine abrufen, die ein integratives Sportangebot anbieten und die eine zusätzliche Finanzspritze bei Übungsleiterstunden oder dem Ankauf von Sachmitteln benötigen.
„Es ist wichtig, ein positives Signal zu senden. Wir kommen alle drei aus Vereinen und wissen, wie Vereinsleben funktioniert. Die letzten Monate waren die mit Abstand am schlimmsten Momente für die Vereine, und auch die kommenden Monate werden sicher nicht einfacher”, ergänzte der Erste Stadtrat Jens Klingler. „Daher ist es umso wichtiger, verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen, um die kreativen Ideen der Vereine zu unterstützen. Diese Fördermöglichkeit ist ein gutes Zeichen dass wir setzen können. Es ist Marius Schmidt und Horst Schmitt zu verdanken, dass wir in diesem Förderprogramm sind. Denn die Mittel werden nur zur Verfügung gestellt, wenn gute Arbeit geleistet wird.” Gleichzeitig wies Jens Klingler darauf hin, dass es für die Vereine angesichts der aktuellen Situation schwierig sei, Angebote für ihre Mitglieder zu unterbreiten. „Wir müssen sehen, wie wir durch die Pandemie kommen. Die Stadtverwaltung unterstützt die Vereine wo es geht, so trainieren der Kanu-Club und der Box-Club auf dem Freibadgelände. Wir sind gut aufgestellt und haben die richtigen Ansprechpartner an den richtigen Stellen.”
Um die Hürde möglichst gering zu halten, ist nur ein formloser Antrag nötig sowie der Nachweis, dass Flüchtlinge und Einheimische gemeinsam an dem Sportangebot teilnehmen. Außerdem müssen die Vereine entsprechende Rechnungen und Quittungen nachweisen. Informationen gibt es beim ehrenamtlichen Sportcoach Marius Schmidt per E-Mail unter mariusschmidt77@gmail,com. Weiterer Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung ist Horst Schmitt unter horst.schmitt@lampertheim.de.
17 Vereine wurden bereits angeschrieben, aber es können sich darüber hinaus alle Vereine melden, die ein Integrationsangebot anbieten. „Wir fordern die Vereine auf, sich bei uns zu melden. Jeder Verein kann sich darauf verlassen, dass wir das Beste tun, um eine möglichst gute Förderquote zu bekommen”, so Marius Schmidt, Horst Schmitt und Jens Klingler abschließend.
Bisher ist der Großteil der Fördermittel regelmäßig in die Vereinsförderung geflossen. Außerdem werden mit den Geldern eigene Sportangebote ins Leben gerufen. Das schließlich verbleibende Geld wird in die Förderung eines offenen Sportangebots investiert, so wurde etwa in Rosengarten eine Tischtennisplatte angeschafft. Und gemeinsam mit den Technischen
Betriebsdiensten wird auf dem Vereinsgelände des TV Lampertheim ein Basketballkorb installiert. Benjamin Kloos