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  • Fr., 24. August 2018, 09:25 Uhr
    „Galerie im Haus am Römer“ präsentiert Fotografien von Hans-Peter Schwöbel

    Fotografien als außergewöhnliche Lichternten erleben

    Die beeindruckenden Fotografien von Hans-Peter Schwöbel sind derzeit im „Haus am Römer“ zu sehen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die kurpfälzische Sprache ist für Hans-Peter Schwöbel wie Musik, den  Dialekt liebt er wegen seiner gefühlvollen Sprachmelodie. Dialekt als gesellschaftliche Grunddynamik gelte es zu bewahren, während einzelne Wörter durch den gesellschaftlichen Wandel verschwinden können. Als „Monnemer Buu“ hat er Respekt vor der Muttersprache und weiß auch zu schätzen, wie man in Lampertheim spricht, gehört doch die Lambada Sprooch auch der kurpfälzischen Sprachfamilie an. So wie er mit der Sprache Bilder malt und melodisch in die regionalen Gefühlswelten von Rhein, Wein, reichlichen Ernten und fließendem Sonnenlicht eintaucht, fängt er mit seinem iPhone und kleiner Panasonic-Digitalkamera einmalige Stimmungen und Motive ein und speichert die Wirklichkeit vor seinem Objektiv mit seiner Wahrnehmung des besonderen Eindrucks. Die fotografischen Ergebnisse seiner Reisen in die Karibik und Ausflüge in die Städte der Region, seiner Spaziergänge im Schwarzwald, im Luisenpark, am Rheinufer und anderswo sind seit Mittwoch bis zum 30. Oktober in der „Galerie im Haus am Römer“ in der Domgasse 2 zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Im Pressegespräch vor der Vernissage, zu dem der Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur und Ehrenamt Rolf Hecher eingeladen hatte, gab Hans-Peter Schwöbel Auskunft über seinen Lebensweg und seine Sicht auf die Welt, die auf sympathische Weise unverzüglich an eine Seelenverwandtschaft denken lässt. Hans-Peter Schwöbel, der vielseitige Künstler und Wissenschaftler, der Autor und Fotograf, der Satiriker und Poet, der Essays schreibt und Predigten hält, der die Dimensionen der Sprache und Wahrnehmung in den sozialen Beziehungen wissenschaftlich und emotional ergründet hat, sieht in der Fotografie  die Möglichkeit, den „Augen-Blick“ für lange Zeit zu bewahren und ihn anderen Menschen zugänglich zu machen. „Ich singe das hohe Lied des stillen, des ruhenden Bildes“, erklärt er, um den Gegensatz zum flüchtigen Erlebnis der allgegenwärtigen filmischen Darstellung deutlich zu machen. „Beim Film bestimmt der Film das Tempo, beim ruhenden Bild der Betrachter“.  Eine wirkliche Freiheit – „die Freiheit der Wahrnehmung und des Geistes“. Beschriftungen  wird man in seiner Ausstellung im Haus am Römer nicht finden, Hans-Peter Schwöbel will der eigenen Wahrnehmung des Betrachtenden überlassen, wie die fotografierten Motive wirken. Tatsächlich gibt es eine von Poesie getragene Titelliste der 34 Fotografien, die der Fantasie weitere Nahrung geben. Man verdreht den Kopf und denkt: Hängt das nicht verkehrt herum? Ja, aber das ist bei einigen Bildern Absicht. Man darf begeistert sein, jeder aus seiner Sicht. Warum aber hat Hans-Peter Schwöbel für seine friedfertige Ausstellung den Titel „Karibische Krieger“ gewählt? An einem Strand von Puerto Rico war ein Stück Bambuswurzel mit Stachelkleid angespült, Brandung und Sand hatten das feine Wurzelwerk zu Stacheln geformt - mit düsterem Auge  und einem gierig aufgerissenen Mund. Hans-Peter Schwöbel, der seine berufliche Laufbahn als gelernter Autoschlosser begann, wurde über den zweiten Bildungsweg und Studium Professor für Soziologie, der sich auf die Sozialpsychologie der Wahrnehmung spezialisierte. Alles habe er gern gemacht, denn „schaffe ist ein Teil des Lebens und dud guud“. Für Hierarchien hat er nicht viel übrig: „Es gibt nur eine Hierarchie der Qualität“. Zur Ausstellungseröffnung bot er den Besuchern einen vergnüglichen mundartlichen Auftritt mit Nachdenklichkeitspotenzial und einer Liebeserklärung an Lampertheim, wo man auch sehr gut im Feiern sei: „Lambada kann man gar nicht babble, ohne dass der Bobbes wackelt“. Eine weitere Liebeserklärung als Empfehlung für viele Gelegenheiten, bei der er wohl auch seine Frau Susanna Martinez denkt, die ihn seit über einem halben Jahrhundert inspiriert und selbst dichtet: „Du bischd mei Herzkersch“. Hannelore Nowacki

    INFO: Die Fotografien von Hans-Peter Schwöbel sind im „Haus am Römer“ in der Domgasse 2 bis zum 30. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Mo. bis Fr. von 7.30 bis 12 Uhr. Mo., Di. und Mi.: von 14 bis 16 Uhr. Do. von 14 bis 17.30 Uhr.

     

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