Reihe „Kunst im Rathaus“ mit Malerei von Heidi Darjes und Fotografie von Sylvia Markgraf
Fotos im Quadrat und Farben mit Format
Die Fotografin Sylvia Markgraft (Mitte) und die Malerin Heidi Darjes stellen ihre Werke im Rathaus aus. Bürgermeister Felix Kusicka stellte für diese Ausstellung alle Stockwerke zur Verfügung. Im Hintergrund sind die Fotografien zu sehen. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – In der Reihe „Kunst im Rathaus“ eröffnete Bürgermeister Felix Kusicka am Mittwoch eine Ausstellung mit zwei Künstlerinnen, die für ihre Werke Platz bis in den 2. Stock bekommen haben. Der Aufstieg lohnt sich, denn jedes Bild bietet ein eigenes Erlebnis. Ein Hoch hatte er verspürt, nachdem Heidi Darjes und Sylvia Markgraf ihre Bilder an den Rathauswänden platziert hatten, bekannte Bürgermeister Kusicka, nachdem die kahlen Wände nach Ablauf der letzten Ausstellung für ein Tief gesorgt hatten. Bei einem ersten Rundgang machten sich die Gäste der Vernissage am Mittwochabend selbst ein Bild vom Wirken der beiden Künstlerinnen, die als Mitglieder im Künstlerverein Bürstadt über Cäcilia Georgi Kontakt mit Kusicka aufgenommen hatten. Dem Bürgermeister waren vier Bilder geradezu ins Auge gesprungen, wie er in seinen Begrüßungsworten begeistert berichtete, eine angenehme und anregende Begegnung, so wie es sich die Künstlerinnen wünschen. „Junges Gemüse“ und die „Früchtchen“ in Öl sehen lecker aus. In Acryl geht es nicht so filigran, dafür abstrakter zu, jedoch in bewegenden Farben und Formen, anregende Harmonie mit Kontrasten und viel Raum für emotionale Assoziationen. Großformatig strahlt der Klatschmohn im 2. Obergeschoss und der Tulpenbaum im 1. Obergeschoss zeigt frühlingshafte Leichtigkeit. Heidi Darjes kann beides, gegenständliche Malerei und die abstrakte Formensprache, die sich mit freundlicher Farbgebung ausdrückt. Darauf legt sie Wert, hat ihr Herz aber in die abstrakte Malerei gelegt. Ich kann auch kritisch malen“, sagt sie, „aber nicht trist“. Wie schon in ihrer Jugend und während ihrer Berufstätigkeit in der Krebsforschung malt sie hin und wieder auch Porträts, mit Kohlestift, Rötel und Pastellkreide. Für die Ausstellung im Bibliser Rathaus hat sie ihre kleineren Bildformate mitgebracht, ihre Bilder mit den großzügigen Maßen bis zu 150 x 200 Zentimeter hätten hier den Rahmen gesprengt. Heide Darjes, die gute Lehrer hatte, wie sie betont, sieht ihre Entwicklung von der Umwelt und Umgebung geprägt. Für die Zukunft hat sie einiges vor: „Ich habe noch viel im Kopf, das muss raus“. Sylvia Markgraf, die schon als Kind Freude am Fotografieren hatte, fängt mit ihrer digitalen Spiegelreflexkamera Eindrücke in aller Welt ein. Bei Reisen nach Asien entdeckte sie die Schönheit von Stoffen auf dem Nachtmarkt von Luang Prabang, die in ihrer Gesamtkomposition eine eindrucksvolle Formensprache entwickeln. Die nicht mehr ganz frische Fassade des Brandhorst Museums in München wiederum hat sie mit digitaler Bildbearbeitung zum ansehnlichen Kunstwerk verwandelt, dessen Herkunft man nicht erahnt. „Farbe im Quadrat“ ist ihre Spezialität in der Formatwahl, allerdings hat sie auch schön strukturierte „Grauwerte“ ins Quadrat genommen. „Strom.Linien.Form“ nennt sie ihre Schwarz-Weiß-Fotografien aus asiatischen Städten, die abenteuerliche Stromleitungen an Straßen und über Häusern zeigen. Hier und da rätselte auch der Bürgermeister, denn nicht jedes Foto ist als solches erkennbar. Wie Malerei von Picasso wirken zum Beispiel Fotografien vom Picasso-Jaspis, einem dekorativ gestreiften Schmuckstein, den sie einzigartig verfremdet. Wie Heidi Darjes, die in Hemsbach lebt, stellt auch die in Lampertheim lebende Sylvia Markgraf ihre Arbeiten im Atelier für Kunst und Design in Mörlenbach aus, das sie mit drei Malerinnen gemeinsam führt. Hannelore Nowacki
Malerin Heidi Darjes (links) mit Bürgermeister Felix Kusicka und Fotografie-Künstlerin Sylvia Markgraf vor einigen ihrer gegenständlichen und abstrakten Bilder. Foto: Hannelore Nowacki