Di., 23. April 2019, 10:40 Uhr
Bürgermeister Störmer: Bahn stellte nur eigene Varianten vor
Fraktionen einstimmig für Konsensvariante bei ICE-Neubaustrecke
LAMPERTHEIM – Die Bahn hat für ihre ICE-Neubaustrecke eigene Pläne und Vorzugsvarianten - die von den Kommunen an der Riedbahnstreck und der Bürgerinitiative BILA geforderte Konsenstrasse mit einer Bündelung entlang der A 67 und A 6 hat die Bahn nicht auf ihrer Agenda, wie Bürgermeister Gottfried Störmer beim 6. Beteiligungsforum am 12. April in Gernsheim feststellte. Außerdem lehnt die Bahn weiterhin einen Projektbeirat ab, obwohl das Bundesverkehrsministerium bereits zugestimmt hatte. Darüber berichtete Störmer
der Stadtverordnetenversammlung, die den gemeinsam von allen Fraktionen eingebrachten Antrag für die Konsenstrasse einstimmig beschied. „Dieser Antrag unterstützt die Arbeit im Beteiligungsforum“, freute sich Störmer. Helmut Hummel (FDP) erklärte in seiner Rede, dass
dieser gemeinsame Antrag als Ergebnis einer Veranstaltung zustande gekommen war, zu der die örtliche Landwirtschaft unter Beteiligung des Landrates und Bürgermeistes, der Bürgerinitiative BILA sowie der im Stadtparlament vertretenen Parteien und eines Fachanwaltes eingeladen hatte. Noch in diesem Jahr werden die Weichen für die ICE-Neubautrasse gestellt,
nach Informationen der Bahn plant diese aber nach wie vor die C-Trasse, die den Lampertheimer Wald zerschneiden und über die Heideäcker und dem Bruch auf die Riedbahn-Bestandsstrecke führen würde. Eine Verhandlung mit der Bahn auf Augenhöhe und eine einvernehmliche Lösung ohne Projektbeirat seien nicht möglich. Nur wenn mit einer Stimme gesprochen würde, könne für eine verbindliche Zusage zur Konsenstrasse geworben werden. Hummel hob hervor, dass das Land Hessen ein erhebliches Gewicht in der Diskussion mit der Deutschen Bahn habe und nicht von der Vorgabe abweichen sollte, die schon in der regionalen und Landesplanung festgelegt war – die Konsenstrasse. Carola Biehal (SPD) erinnerte daran, dass der frühere Mannheimer Bundestagsabgeordnete (SPD) Lothar Mark die C-Trasse vorgeschlagen hatte, bekannt geworden auch als „Mark-Variante“, die den Lampertheimer Wald zerschneiden würde. Nun sei er für seine Verdienste zum Schutz des Käfertales Waldes ausgezeichnet worden. Hannelore Nowacki