
KREIS BERGSTRASSE – Für Frauen mit geringem Einkommen gibt es im Kreis Bergstraße ab September die Möglichkeit, dass die Kosten für die Empfängnisverhütung übernommen werden. Möglich macht das ein Verhütungsmittelfonds, den der Sprecherrat der Kreisgruppe Bergstraße des Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen zunächst für zwei Jahre finanziert. Eine Kostenübernahme können Frauen und Menschen mit Uterus ab 22 Jahren, die im Kreis Bergstraße wohnen, in der pro familia Beratungsstelle Bensheim beantragen. Dort äußern immer wieder Frauen oder auch ihre Ehemänner den Wunsch nach sicherer Verhütung. Gründe dafür können sein, dass es keinen Kinderwunsch gibt, in der momentanen Lebenssituation keine Möglichkeit gesehen wird, sich um Nachwuchs zu kümmern, oder aber schon Kinder in der Familie leben. Häufig ist die Familienplanung eigentlich abgeschlossen, aber es ist kaum möglich zum Beispiel vom Bürgergeld sichere Langzeitverhütung zu finanzieren.
Der Verhütungsmittelfonds ist auch ein Schritt, Frauen in ihren sexuellen und reproduktiven Rechten zu unterstützen, nämlich dem Recht „ob, und wann die Geburt eigener Kinder geplant ist“. Zielgruppe des Vorhabens sind Einwohner im Kreis Bergstraße, die aufgrund einer prekären Einkommenssituation keine freie Entscheidung bei der Wahl eines Verhütungsmittels treffen können, etwa weil die Kosten für eine Spirale zu hoch für ihr Budget sind.
Für eine Unterstützung aus dem Verhütungsmittelfonds muss ein Termin in der Beratungsstelle Bensheim vereinbart werden, zu dem möglichst schon ein Rezept oder ein Kostenvoranschlag der Arztpraxis für ein Verhütungsmittel mitgebracht wird. Menschen, die finanzielle Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag oder nach Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, erhalten dann eine schriftliche Kostenübernahme-Zusage. Mit dieser kann das Verhütungsmittel in der Apotheke geholt oder die ärztliche Leistung in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden dann von der Apotheke bzw. der Arztpraxis der pro familia Bensheim in Rechnung gestellt.
Die individuelle Prüfung, ob die Einwohnerin berechtigt ist, übernimmt pro familia Bensheim. Dies ist im Einzelfall auch bei geringem Einkommen ohne Bezug von Sozialleistungen möglich. Bei der Antragsstellung wird zudem eine Verhütungsberatung in den Räumen der pro familia Bensheim angeboten.
Für den Verhütungsmittelfonds ist die Unterstützung der ansässigen Gynäkologen und Apotheker im Kreis Bergstraße dringend erforderlich. Daher wurden alle hiesigen Arztpraxen und Apotheken angeschrieben und informiert. Für Nachfragen steht die pro familia Bensheim gerne zur Verfügung: Ansprechpersonen sind Veronika Rosenthal als Leitung der Beratungsstelle sowie als Beraterinnen Sabine Vormweg und Johanna Walter.
Ab sofort können für September Termine unter 06251/82675-30 morgens von 9 bis 11.30 Uhr und Donnerstagnachmittag von 15 bis 17 Uhr für eine Beantragung der Kostenübernahme aus dem Verhütungsmittelfonds vereinbart werden. zg
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